​Im Hinspiel des spanischen Pokals hat sich ​Real Madrid beim Drittligisten UD Melilla mit 4:0 durchgesetzt. Interimstrainer Santiago Solari erlebte ein erfolgreiches Debüt, bei dem die meisten Stammspieler geschont wurden. Youngster Vinicius Junior konnte bei seinem ersten Startelf-Einsatz überzeugen.


Real Madrid lief mit einer besseren B-Elf auf, Sergio Ramos war einer der wenigen Stammkräfte, auf die Santiago Solari setzte. "Er ist der Kapitän dieser Mannschaft und es war wichtig, dass er mitgereist ist und vorneweg geht, denn in den schweren Momenten tut man das", lobte der Interimscoach laut Real Total. Ramos wurde aber, genau wie Karim Benzema, zur Halbzeitpause ausgewechselt. Da führten die Königlichen durch Tore von Benzema und Marco Asensio bereits mit 2:0.


Den zweiten Durchgang bestritt Real dann im Schongang, erst in der Schlussphase sorgten Alvaro Odriozola und Cristo Gonzales für den deutlichen Sieg. Solari war nach der Partie sichtlich zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: "Ich habe Lust, Mut und die Bereitschaft zur Aufopferung gesehen", sagte der 42-Jährige und lobte auch den Gegner: "Es war keine einfache Partie, wie es das Resultat erscheinen lassen mag. Melilla hat uns viel abverlangt und sehr hoch gepresst. Wir müssen mit diesem Ergebnis sehr zufrieden sein.“


Zufrieden war Solari auch mit Vinicius Junior: Der 45-Millionen-Einkauf, der von Julen Lopetegui in die zweite Mannschaft abgeschoben wurde und bislang lediglich zwei Kurzeinsätze in La Liga verzeichnen konnte, spielte durch und glänzte mit zwei Torvorlagen. Überbewerten möchte der Coach die Performance jedoch nicht: "Er wird langsam reifen und sich entwickeln. Das Talent sehen wir alle, aber der Fußball erfordert noch mehr Dinge. Ich bin froh, dass er 90 Minuten gespielt hat. Aber ich bin auch mit allen anderen Spielern zufrieden."



Einer von ihnen ist Nacho Fernandez, der Solari nach dem Spiel den Rücken stärkte: "Wir stehen jetzt auch hinter Solari bis zum Tod. Wir arbeiten so mit ihm, als wäre er für den Rest der Saison unser Trainer", erklärte der Abwehrspieler (via Real Total), "wir treffen die Entscheidungen nicht, aber jetzt ist Solari unser Trainer. Und er ist ein großartiger Trainer. Wir werden sehen, wie sich die Situation entwickelt." Solari selbst zeigte sich in der Debatte über eine Beförderung zum Cheftrainer zurückhaltend: "Das weiß ich nicht. Der heutige Tag reicht mir. Jetzt gilt es, sich auf das Wochenende und die nächste Partie zu fokussieren."


Das Rückspiel gegen UD Melilla findet am 5. Dezember in Madrid statt, sollte Solari dann noch immer auf der Bank sitzen, haben die Real-Bosse ihm das Vertrauen geschenkt: Ein Interimstrainer darf in Spanien lediglich zwei Wochen tätig sein. Eventuell coacht dann aber auch ​Antonio Conte oder ​Mauricio Pochettino.