"Das ist Fußball", konstatierte ​Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre auf der Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin. Gegen den ehemaligen Verein des Schweizer Übungsleiters reichte es für den Tabellenführer nur für ein 2:2-Remis, obwohl man erneut spielerisch überzeugen konnte. Am Ende leistete sich jedoch Dan-Axel Zagadou den entscheidenden Fehler, den der Trainer nicht zu hoch hängen wollte.


Von Beginn an spielte der BVB im heimischen Signal-Iduna-Park so, wie man es nach den jüngsten Auftritten fast schon gewöhnt war. Druckvoll, mit viel Tempo und einer entfesselten Offensive - allerdings wieder ohne Torjäger Paco Alcácer - wurde der Gast aus Berlin in der Anfangsphase nahezu überrannt. Dennoch stand es zur Pause lediglich 1:1, nachdem Salomon Kalou in der 41. Minute mit der ersten richtigen Chance für die Hertha prompt den Ausgleich erzielte.


Nach dem Seitenwechsel gingen die Dortmunder erneut in Führung. Doch während Jadon Sancho auf der einen Seite seinen ersten Doppelpack für den BVB schnürte, traf auch Kalou ein zweites Mal. Der Ivorer verwandelte in der 91. Minute einen fälligen Strafstoß eiskalt, nachdem sich Dortmunds Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou ungeschickt gegen Davie Selke anstellte und zum Leidtragenden beim ersten Punktverlust nach sechs Siegen in Serie wurde.

Nachtragend war Favre jedoch überhaupt nicht. Der Schweizer ist allgemein bekannt für seinen guten Umgang mit jungen Spielern, und weiß: "Ein Fehler gehört dazu." Abgesehen von seinem Foul an Selke habe Zagadou "sehr gut gespielt",  zudem sei der Franzose nicht der alleinige Schuldtragende am späten Ausgleich: "Es passiert auch ein Fehler davor."


Erneut zu überzeugen wusste derweil Mario Götze. Während er zu Saisonbeginn, als es innerhalb der gesamten Mannschaft noch nicht so rund lief, kaum zum Einsatz kam und somit ungewollt ein mediales Störfeuer entfachte, spielte er nach seinem Auftritt in der Champions League gegen Atletico Madrid zum zweiten Mal über 90 Minuten durch. Beide Male ersetzte er den verletzten Alcácer und lieferte gute Leistungen. "Er hat sehr gut gespielt. Er bewegt sich richtig, bietet Lösungen, er spürt Fußball, läuft viel und presst", lobt Favre den 26-Jährigen.

Insgesamt konnte der Schweizer mit dem Punktverlust leben, schließlich gehören Rückschläge in der Entwicklung einer Mannschaft dazu. "Ich finde, dass wir sehr gut gespielt haben. Wir haben mehrere Torchancen gehabt, trotzdem war Hertha gefährlich bei Kontern. Die zweite Halbzeit war über 25 Minuten sehr, sehr gut. Wir haben dominiert, Torchancen kreiert und wir hatten die Gelegenheiten, das 3:1 zu machen. Leider machen wir das nicht, und wir machen einen kleinen Fehler am Ende." Dies, so Favre, sei nun einmal Fußball.