Real Madrid's Spanish defender Sergio Ramos argues with Barcelona's Uruguayan forward Luis Suarez (L) during the Spanish league football match between FC Barcelona and Real Madrid CF at the Camp Nou stadium in Barcelona on May 6, 2018. (Photo by Pau Barrena / AFP)        (Photo credit should read PAU BARRENA/AFP/Getty Images)

Ohne Messi, ohne Ronaldo: Das ist die kombinierte Clasico-Top-Elf

Am Sonntag findet der erste Clasico seit fast elf Jahren ohne Lionel Messi und Cristiano Ronaldo statt - im Dezember 2007 hießen die Superstars noch Raul und Ronaldinho. Während sich FC Barcelonas Messi im letzten Ligaspiel einen Unterarmbruch zuzog, wechselte Ronaldo vor der Saison von Real Madrid zu Juventus Turin - es ist also Zeit für neue Clasico-Helden.

Doch neben der Frage, wer zum Mann des Spiels wird, gibt es auch eine große Spannung um die Zukunft von Real-Trainer Julen Lopetegui. Real ist vor dem Clasico nur Tabellensiebter und braucht zwingend einen Sieg. Hier kommt die aktuelle Top-Elf vor dem Clasico:

1. Tor: Marc-André ter Stegen

Real verpflichtete mit dem belgischen Nationalkeeper Thibaut Courtois zwar einen der besten Torhüter der Welt - an Barcas ter Stegen führt aktuell aber im wahrsten Sinne kein Weg vorbei. Der 26-Jährige konnte nahtlos an die starke letzte Saison anknüpfen und spielt aktuell auf einem anderen Level. Im letzten Ligaspiel gegen den FC Sevilla lieferte die deutsche Nummer Zwei gleich mehrere Weltklasse-Paraden.

2. Verteidigung: Marcelo

Defensiv steht der aktuelle Tabellensiebte Real Madrid eigentlich ordentlich und kassierte etwa weniger Gegentore als Tabellenführer Barca, das große Problem ist die Chancenverwertung. Auch hier helfen die Verteidiger aus: Der Brasilianer Marcelo kommt in dieser Saison bereits auf drei Torbeteiligungen. 

Im Clasico dürfte übrigens Nacho Fernandes die rechte Abwehrseite Reals besetzen, da Dani Carvajal weiterhin mit einer Wadenverletzung ausfällt.

3. Verteidigung: Sergio Ramos

Sergio Ramos wird außerhalb Madrids wahrscheinlich keine Beliebtheitspreise mehr gewinnen und spielt auch auf dem Platz nicht so überragend, wie in den letzten Spielzeiten, ist aber trotzdem ungeheuer wichtig für die Mannschaft der Königlichen. Der Kapitän sorgt dafür, dass seine Mitspieler besser und seine Gegner schlechter spielen - außerdem konnte Ramos bereits drei Saisontore erzielen.

4. Verteidigung: Gerard Pique

In ihren Klubs wird Gerard Pique und Sergio Ramos auf lange Sicht der Rang von der französischen Weltmeister-Innenverteidigung Raphael Varane und Samuel Umtiti abgelaufen werden - in diese Clasico-Top-Elf schaffen es die beiden spanischen Recken aber noch einmal. Pique ist der einzige Barca-Feldspieler, der in dieser Saison jede Minute auf dem Platz stand. Außerdem fällt Umtiti derzeit mit einer Knieverletzung aus, weshalb Neuzugang Clement Lenglet neben ihm verteidigen wird.

5. Verteidigung: Jordi Alba

Jordi Alba ist wie sein nomineller Linksverteidiger-Kollege Marcelo eher ein verkappter Linksaußen, und konnte in dieser Saison nach Messi und Luis Suarez mit fünf Vorlagen die drittmeisten des Barca-Teams liefern. Umso verwundlerlicher ist deshalb, dass der 29-jährige Alba seit der WM vom neuen spanischen Nationaltrainer und Ex-Barca-Trainer Luis Enrique nicht mehr für Spanien berufen wird.

6. Mittelfeld: Ivan Rakitic

Nach dem Abgang von Barca-Legende Andres Iniesta vor der Saison wurde von Ivan Rakitic erwartet den nächsten Schritt zu machen und noch mehr Verwantwortung im Zentrum zu übernehmen. Und der Kroate ist diesem Anspruch gerecht geworden: Rakitic konnte sich im Kampf um einen Stammplatz klar gegen die Neuzugänge Arthur (Porto Alegre), Arturo Vidal (Bayern München), sowie Leih-Rückkehrer Rafinha (Inter Mailand) durchsetzen und lieferte in der laufenden Saison bereits starke sechs Torbeteiligungen. 

7. Mittelfeld: Luka Modric

Luka Modric ist der zweite Kroate im Clasico-Mittelfeld und in diesem Jahr der erste Weltfußballer seit 2007 (damals Kaka), der nicht Messi oder Ronaldo heißt - diese Besonderheit ist damit genauso lange her, wie der letzte Clasico ohne die beiden Lichtgestalten des Fußballs des letzten Jahrzehnts. 

Unter dem neuen Real-Trainer Lupetegui hat Modric noch nicht richtig in den Tritt gefunden und kommt auf weniger Einsätze als Toni Kroos oder Casemiro - zeigte dabei tendenziell aber mehr Kreativität und bessere Leistungen.

8. Mittelfeld: Philippe Coutinho

Neben Mittelfeld-Strategen aus der eigenen La-Masia-Jugend haben auch brasilianische Spielmacher Tradition beim FC Barcelona - man denke an Legenden wie Ronaldinho oder Rivaldo. Aktuell setzt der für 130 Millionen Euro vom FC Liverpool gekommene Philippe Coutinho diese Liste fort und kommt auf sieben Torbeteiligungen. 

9. Sturm: Gareth Bale

Nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo verpflichtete Real Madrid überraschend keinen neuen Superstar für den Angriff, sondern setzte in Person von Gareth Bale und Marco Asensio auf die vorhandenen Spieler. Einzig für das Sturmzentrum holte man Mariano Diaz von Olympique Lyon zurück, der bisher allerdings enttäuscht und das Duell mit Karim Benzema klar verloren hat. Während der 22-jährige Asensio trotz der deutlich gestiegenen Einsatzzeit noch nicht den nächsten, nötigen Schritt machen konnte, zeigt sich der Waliser Gareth Bale in einer guten Verfassung und kommt bereits auf acht Torbeteiligungen in elf Einsätzen. 

10. Sturm: Luis Suarez

Barcas Mittelstürmer Luis Suarez erzielte in dieser Saison erst vier Treffer, was angesichts der Spieler um ihn herum eher ein schwacher Wert ist. Allerdings konnte der 31-Jährige in den letzten drei Spielen vier Torbeteiligungen beisteuern und liegt so bei den Scorerpunkten bereits im zweistelligen Bereich. Auch wenn Suarez nicht trifft, arbeitet der Uruguayer immer für die Mannschaft und schafft Räume für seine Nebenleute. Dennoch dürften die Barca-Verantwortlichen bereits bereuen, 8-Tore-Mann Paco Alcacer mit einer relativ geringen Kaufoption von 23 Millionen Euro gehen gelassen zu  haben.

11. Sturm: Ousmane Dembélé

Kein Messi, kein Ronaldo, auch kein Asensio oder Isco - Ousmane Dembélé schafft es trotz eines holprigen Starts in seine Barca-Zeit in die Clasico-Top-Elf. Nachdem sich der Franozose von Borussia Dortmund zu den Katalanen streikte, zog sich der 21-Jährige eine Oberschenkelverletzung zu und verpasste einen großen Teil der letzten Saison. In dieser Spielzeit läuft es besser für Dembélé, der bereits fünf Tore für Barca erzielen konnte.