ZELL AM ZILLER, AUSTRIA - JULY 13: Aron Johannsson of Werder Bremen looks on during the Training Camp of SV Werder Bremen on July 13, 2017 in Zell am Ziller, Austria. (Photo by TF-Images/TF-Images via Getty Images)

Jóhannsson bei Werder vor dem Aus: Diese Vereine könnten ihn gebrauchen

Der in Alabama geborene Aron Jóhannsson ist schon seit drei Jahren beim SV Werder Bremen, kam aber erst auf 29 Spiele in Grün-Weiß. Immer wieder wird er von verschiedenen Verletzungen zurück geworfen, die es nicht möglich machten, dass er sich in der Bundesliga etabliert. Zunächst waren es Knie und Hüfte, zuletzt das Sprunggelenk. Seit Monaten schlägt er sich nun mit einer Knöchelverletzung rum, die ein Comeback immer wieder hinauszögert. Nun hat Werders Sportchef Frank Baumann dem Bremer Portal Deichstube deutlich erklärt, dass Jóhannsson keine Zukunft in Bremen hat.


Zumindest nicht fußballerisch. Aktuell steht er zwar vor einer Rückkehr auf den Trainingsplatz, aber nicht mehr in die erste Mannschaft. Zu lange hat die Regeneration gedauert, zu sehr ist die Mannschaft ohne Jóhannsson gewachsen und steht auch aufgrund des harmonischen Mannschaftsgefüges vor dem neunten Spieltag auf dem dritten Tabellenrang. Die Tore schießen andere; vornehmlich Kapitän Max Kruse und Saisonentdeckung Maximilian Eggestein.


Bei Werder weiß man aber um die Möglichkeiten des US-Amerikaners: „Natürlich traue ich Aron zu, wieder in der Bundesliga oder einer vergleichbaren Liga zu spielen“, sagt Baumann bei Deichstube, „die Grundqualität hat Aron.“ Jóhannssons Konkurrenz ist schlicht zu groß. Baumann redet sogar lieber über andere Verletze: „Wenn dann auch noch Fin Bartels dazukommt, wird es schwer für Aron“, erklärt Baumann. Der Spieler sei über die Ansicht des Vereins informiert.


Damit hat der 27-Jährige Zeit, sich im Winter nach einem neuen Verein umzuschauen. Die Option, im Sommer ablösefrei zu wechseln, ist in jedem Fall gegeben. Sollte er verletzungsfrei bleiben, könnte er sogar noch in der Bundesliga eine Chance erhalten, wie Baumann aussagt. Es gibt Vereine, die durchaus einen (gesunden) Knipser gebrauchen könnten.  

1. SC Freiburg

Der SC Freiburg hat schon des Öfteren zeigen können, dass man im Breisgau aus Spielern Leistungsträger macht, die bei anderen Vereinen abgeschrieben werden. Als bestes Beispiel fand auch Nils Petersen nach Stationen in Bremen und München sein Glück. Freiburg steht aktuell auf Rang acht der Tabelle und kann sich in den bisherigen Partien auf seine Torjäger verlassen: Petersen, Luca Waldschmidt und Jérôme Gondorf trafen je zwei Mal in der Liga.


Dennoch könnte es nicht schaden, in der Saison hinten raus noch Verstärkung zu haben: Einen genesenen Jóhannsson von der Bank zu bringen, könnte im etwaigen Abstiegskampf (mit dem Freiburg aktuell freilich - noch - nichts zu tun hat) den Unterschied machen. Freiburg wird sich im Winter Gedanken über alle möglichen Szenarien machen, um den Klassenerhalt so früh wie möglich zu sichern. 

2. Hannover 96

Auch Hannover 96 hat schon so manchen Spieler aus Bremen wieder aufgepäppelt und bundesligareif gemacht. Jüngstes Beispiel ist Niklas Füllkrug, der sich mittlerweile als eine feste Größe im Team der Niedersachsen etabliert hat. Da die „Roten“ aber auch oft mit dem Abgang von ihren Leistungsträgern umgehen müssen, wären sie mit einer Personalie wie Jóhannsson für einige Jahre auf der sicheren Seite. Bei einem attraktiven Gesamtangebot und entsprechender Vertragslaufzeit, ist Jóhannsson ein Kandidat für eine lange Zeit bei den 96ern, wenn sie ihm eine Chance geben. 

3. Fortuna Düsseldorf

Vom letzten Tabellenplatz grüßt Fortuna Düsseldorf. Dem Vernehmen nach war Jóhannsson bereits im Sommer im Gespräch beim Aufsteiger, doch schließlich soll die Entscheidung für Marvin Ducksch gefallen sein, der vom 1. FC St. Pauli mit in die erste Liga ging. Damit wurde eine Verpflichtung des Bremers überflüssig. Doch die Planungen der „95er“ gingen nach hinten los: Rouwen Hennings trifft nicht mehr. Benito Raman fühlt sich auf den Flügeln deutlich wohler. Marvin Duksch scheint noch nicht wirklich in Düsseldorf angekommen zu sein. Eine „Grundqualität“ wie die des US-amerikanischen Nationalspielers Jóhannsson wäre für jeden Aufsteiger eine echte Unterstützung gewesen – vor allem in der aktuellen Situation. Für die Winterpause könnte sich der Abstiegskandidat Nummer Eins auf jeder Position verstärken wollen – und eventuell auch mit Jóhannsson sprechen. 

4. FC Schalke 04

Dass Champions-League-Teilnehmer FC Schalke 04 einen Stürmer wie Jóhannsson gebrauchen könnte, war vor der Saison noch nicht abzusehen. Mit Franco di Santo, Breel Embolo, Cedric Teuchert, Guido Burgstaller und Mark Uth hat Schalke fünf nominelle Stürmer im Kader – doch das scheint nicht zu genügen: An den vergangenen acht Spieltagen schoss Schalke insgesamt nur fünf Tore. Das böse Erwachen kommt nicht zu spät, denn in der Winterpause können die „Knappen“ nachrüsten und sich mit einen Spieler mit größerem Torriecher verstärken. Jóhannsson könnte dabei auch auf dem Zettel stehen, denn aktuell fehlt Schalke sogar die vielzitierte „Grundqualität“.

5. 1. FSV Mainz 05

Weniger Tore als Schalke haben bislang nur die Spieler des 1. FSV Mainz 05 geschossen. Mit vier Treffern stehen sie nur auf dem zwölften Tabellenplatz, weil sie gleichzeitig auch die stabilste Defensive der Liga haben. Ihr Torverhältnis beträgt 4:8 – eine Quote, die sich rächen könnte. Denn wenn die Stürmer weiterhin nicht treffen, könnte den Rheinhessen im Laufe der Saison noch die Puste ausgehen. Anthony Ujah traf doppelt, doch brauchte sechs Partien dafür. Jóhannsson wäre vermutlich sogar bereit, zunächst als Backup für Ujah und Sturmpartner Jean-Philippe Mateta zu fungieren, der aktuell unter Trainer Sandro Schwarz gesetzt ist, aber erst einen Treffer erzielte. 

Aron Johannsson steht bei Werder Bremen vor dem Aus. Werders Sportchef Frank Baumann sagt dem Portal Deichstube, dass der Stürmer eine "Grundqualität" hat, mit der er weiterhin in der Bundesliga spielen könnte. 90min betrachtet potenzielle Arbeitgeber für den US-Amerikaner.