​Werder Bremens Ex-Kapitän Zlatko Junuzovic hat die Zurückhaltung der Bremer auf dem Transfermarkt in den vergangenen Jahren kritisiert und meint, "solche Investitionen hätte der Verein gerne früher tätigen können". Dennoch bereut der Österreicher seinen Abgang zu RB Salzburg nicht und wünscht dem SV Werder den Einzug in den Europapokal: "Bremen hätte sich die Europa League verdient."


Zlatko Junuzovic spielte ab 2012 sechs Jahre beim ​SV Werder Bremen und wechselte vor der Saison zurück in seine Heimat Österreich zu RB Salzburg. In einem Interview mit ​Spox äußerte der 31-Jährige nun, dass er sich eine Bremer Transferperiode wie in diesem Jahr bereits in seiner Zeit bei Werder gewünscht hätte: "In dieser Saison konnte die Mannschaft fast zum ersten Mal komplett zusammengehalten werden. Zusätzlich wurden sogar noch hochkarätige Neuzugänge verpflichtet. Solche Investitionen hätte der Verein gerne früher tätigen können."

Werder verpflichtete im Sommer unter anderem den niederländischen Nationalspieler Davy Klaassen für 13,5 Millionen Euro, gab allerdings auch Leistungsträger Thomas Delaney für 20 Millionen Euro an Borussia Dortmund ab. Insofern erscheint die Kritik des Ex-Spielers etwas fadenscheinig, da Werder durch den Verkauf von Delaney einen Stammspieler verlor und den zweithöchsten Transferumsatz seit 2009 generierte, als Spielmacher Diego Werder verließ. Zudem investierte Bremen auch in den Vorjahren Summen jenseits der fünf Millionen Euro in Spieler wie Max Kruse, Serge Gnabry, Milot Rashica oder Ludwig Augustinsson - was angesichts des jahrelangen Abstiegskampfs wohl auch das Maximum der Budgets war.


Trotz des leichten Nachtretens gegen die Vereinsführung des SV Werder freut sich der Ex-Kapitän mit dem Verein und der Mannschaft über den aktuellen ​Bundesliga-Erfolg und hofft auf das Beste: "In dieser Saison ist Werder vorne dabei und ich hoffe sehr, dass Florian Kohfeldt die Mannschaft in dieser Tabellenregion halten kann. Bremen hätte sich die Europa League verdient." Sollte sich Werder tatsächlich erstmals seit 2010 für den ​Europapokal qualifizieren, könnte man dort auf Junuzovics neuen Klub RB Salzburg treffen, der inzwischen Stammgast in der Europa League ist.

Die Situation und Rolle des 31-jährigen Routiniers sei in Salzburg "komplettt anders", da Salzburg als Serienmeister die österreichische Liga dominiere, regelmäßig im europäischen Wettbewerb vertreten sei, und stark auf junge Talente setze: "Neben mir gibt es noch zwei, drei andere ältere Spieler im Team, doch natürlich ist es meine Aufgabe, die Jüngeren auch in der Kabine ein bisschen zu unterstützen. Und auch wenn die österreichische Liga teilweise belächelt wird – zehn Spiele in Serie zu gewinnen, ist nicht einfach. Das ist nur durch harte Arbeit möglich."


Auch zu einem kolportierten Angebot von Brighton & Hove Albion vor der Saison äußerte sich Junuzovic und erklärte laut ​Transfermarkt.de, warum er sich gegen die Premier League und für Salzburg entschieden habe: "Zu diesem Zeitpunkt hat die Premier League einfach nicht in mein Leben gepasst. In den Punkten Umgang, Sprache und Philosophie des Vereins hat bei Red Bull Salzburg einfach alles gepasst. In meiner Freizeit schaue ich mir die ​Premier League zwar sehr gern an, doch wenn man älter wird, kann man auch als Fußballer nicht mehr nur an sich denken. Ich habe jetzt eine Familie und muss auch sie in meine Entscheidungsfindung einbinden. Es ist eine tolle Herausforderung, sich mit all diesen jungen, talentierten Spielern zu messen."