VfL Wolfsburg: Die voraussichtliche Aufstellung gegen Fortuna Düsseldorf

Der VfL Wolfsburg steht am neuten Bundesligaspieltag vor einem echten Härtetest: Dass man am Samstag um 15:30 Uhr gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf dermaßen unter Druck steht, zu gewinnen, hätten die „Wölfe“ wohl lieber vermieden. Doch nach acht Spieltagen stehen sie mit nur neun Punkten auf einem unsicheren zehnten Tabellenplatz. Auf den Relegationsplatz sind es nur drei Punkte Differenz.


In Düsseldorf wird sie eine hitzige Atmosphäre erwarten, denn die Fortunen sind Tabellenletzter und müssen nach vier Niederlagen in Folge und dem jüngsten 1:7 gegen Eintracht Frankfurt angriffslustig spielen.


VfL-Trainer Bruno Labbadia hat einige Verletzungssorgen zu beklagen. Daher geht die voraussichtliche Aufstellung eher Richtung „Plan B“. Vor allem in der Defensive stellen sich problematische Aufgaben. „Wir müssen sehr flexibel sein und etwas finden, wie wir unsere Spieler, die momentan fit sind, optimal ins Spiel einbinden“, sagt Labbadia auf der Pressekonferenz am Donnerstag.  

1. Koen Casteels

Kein Problem gibt es im Tor: Koen Casteels ist als klare Nummer Eins einsatzbereit und wird die Mannschaft auch als Kapitän anführen. Der Belgier wartet noch auf sein erstes Länderspiel und zeichnet sich derweil weiter mit guten Leistungen in der Liga aus: Gegen den FC Bayern München lieferte er einige Paraden.

2. William

William ist unter Labbadia gesetzt und verpasste seit Beginn der laufenden Spielzeit keine einzige Minute auf dem Spielfeld. Mit starken Leistungen in der letzten Saison hat der Brasilianer dem Vizekapitän Paul Verhaegh den Rang abgelaufen und sich nach seinem Wechsel von Internacional Porto Alegre schnell in Niedersachsen zurecht gefunden. Durch die Verletzung von Sebastian Jung gestaltet sich der Konkurrenzkampf um die Rechtsverteidigerposition zugegebenermaßen aber recht übersichtlich.  

3. Marcel Tisserand

Der 25-jährige Franzose steht vor seinem zweiten Einsatz für den VfL Wolfsburg. Die unerwartete Verletzung von Robin Knoche wird Marcel Tisserand voraussichtlich in die Startelf befördern, nachdem er gegen den FC Bayern München 90 Minuten lang auf der Bank saß. Unter Labbadia durfte er nur gegen Werder Bremen spielen, nachdem er zu Saisonbeginn wegen eines Sehnenrisses nicht im Kader stand. Während er gegen Werder im Mittelfeld agierte, stellt Labbadia gegen Düsseldorf zum ersten Mal in dieser Spielzeit seine Innenverteidigung um - Tisserand darf auf seiner Lieblingsposition ran. 

4. John Anthony Brooks

Zum ersten Mal wird John Anthony Brooks also auf seinen Nebenmann Robin Knoche verzichten müssen. Damit wenigstens ein konstanter Faktor in der Abwehr bleibt, ist mit dem Einsatz von Brooks zu rechnen. Er hat schon zwei Scorerpunkte in der Liga und verpasste noch kein Spiel unter Labbadia.  

5. Jérôme Roussillon

Vor der Partie gegen den FC Bayern klagte Jérôme Roussillon über Wadenprobleme, die er mittlerweile auskuriert haben dürfte. Somit ist er gegen Düsseldorf wieder eine Option für die linke Abwehrseite. In der verletzungsgeplagten Defensivabteilung des VfL stehen nicht viele Alternativen bereit. 

6. Yannick Gerhardt

Für das defensive Mittelfeld ist voraussichtlich Yannick Gerhardt vorgesehen. „Dass wir diesen reinen Sechser-Spieler aktuell nicht zur Verfügung haben, ist uns durchaus bewusst“, sagte Labbadia auf der PK. Gerhardt hat in dieser Saison schon gezeigt, dass er auch offensiv wertvoll ist, indem er zwei Torvorlagen gegeben hat. Da Joshua Guilavogui und Ignacio Camacho aber weiterhin ausfallen und Tisserand in der Innenverteidigung aushelfen muss, bleibt nur Gerhardt für die defensivere Ausrichtung übrig. Der frühere Kölner wird auf jeder Position besonders heiß auf die Partie gegen Düsseldorf sein. 

7. Maximilian Arnold

Ein Senkrechtstarter in der Liga: Maximilian Arnold wurde zwar als Mannschaftskapitän abgelöst, stand aber bisher in allen acht Saisonspielen auf dem Platz. Dabei konnte auch er zwei Tore vorbereiten und wird gegen Düsseldorf wohl eine zentrale Rolle im Mittelfeld spielen. Bruno Labbadia ist aber nicht uneingeschränkt zufrieden mit Arnold und erwartet, „dass er seine Fähigkeiten, die er definitiv hat, noch mehr zur Geltung bringt“, wie der Trainer dem kicker sagte.  

8. Renato Steffen

Seit Sommer 2018 spielt Renato Steffen zum ersten Mal außerhalb der Schweiz und konnte sich bei den „Wölfen“ bereits problemlos etablieren. Bevorzugt kommt er auf der rechten Außenbahn zum Einsatz, muss aber durch die vielen Ausfälle auch defensiv mitarbeiten. Es ist zu erwarten, dass er abwechselnd mit Arnold Akzente nach vorne und hinten setzen soll und sich die beiden Allrounder gegenseitig entlasten. Auch Steffen stand bislang in allen Saisonspielen auf dem Platz. 

9. Josip Brekalo

Etwas entspannter ist Wolfsburgs Situation in der Offensivabteilung. Zwar fehlen Felix Klaus und Ismail Azzaoui wegen Verletzungen, aber für die Tore zeichneten sich bislang eher andere aus. Josip Brekalo zählt nicht dazu – bislang konnte er nur eine Torvorlage beitragen. Allerdings lässt er hin und wieder sein Potenzial durchschimmern. Der 20-Jährige steht auf der Shortlist der 40 besten Nachwuchsspieler der italienischen Sportzeitung Tuttosport. Bei Wolfsburg baut man darauf, dass Brekalo sich von Spiel zu Spiel steigern wird.   

10. Daniel Ginczek

Erneute Chance für Daniel Ginczek: Bislang kam er außer gegen den 1. FSV Mainz 05 nur als Einwechselspieler zum Zug, in Düsseldorf steht der 27-Jährige vor seinem zweiten Startelfeinsatz der Saison. Zumeist muss Ginczek seinem Sturmpartner Wout Weghorst weichen, denn vor dem Tor zeigte er sich bislang nicht kaltschnäuzig genug und hat nur einmal getroffen. Wolfsburg hat ein negatives Torverhältnis und muss dringend mehr Tore erzielen. Mit Admir Mehmedi fällt überraschend ein Offensivmann aus, den Labbadia vermutlich von Beginn an gebracht hätte, da er sich in glänzender Verfassung präsentierte. Daher dürfte der Trainer das Experiment wagen, Ginczek gemeinsam mit Weghorst im Sturm auflaufen zu lassen. 

11. Wout Weghorst

Mit drei Toren und einer Vorlage aus acht Spielen ist der 26-Jährige der torgefährlichste Wolfsburger. „Ich fühle mich noch immer als Teil von Oranje“, zitiert Voetbal International den Niederländer, der unbedingt wieder in die Nationalmannschaft zurück will, „ich fühlte mich noch nie so gut in Form wie jetzt.“ Der wuchtige Mittelstürmer ist als Strafraumspieler auf die Vorlagen seiner Mitspieler angewiesen, die gegen Bayern München aber auch gegen Werder und den SC Freiburg weitestgehend unterbunden werden konnten. Trotzdem wird Labbadia nicht auf seinen gelungenen Sommerzugang verzichten wollen und probiert mit Ginczek eine neue Variante aus, um Weghorst mehr Tore aufzulegen.

Die voraussichtliche Aufstellung des VfL Wolfsburg gegen Fortuna Düsseldorf für den neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga.