​Achraf Hakimi startet bei ​Borussia Dortmund durch: Egal ob links oder rechts, der Marokkaner spurtet die Linie rauf und runter und steht mit seinen herausragenden Auftritten sinnbildlich für die starken Leistungen des BVB.


Ein Verteidiger als "Man of the Match" in der Champions League ist eher selten. Doch wenn besagter Abwehrspieler gleich drei Tore vorbereitet, dann kann das schon einmal vorkommen. So wie  bei Achraf Hakimi, der als Linksverteidiger gegen ​Atletico Madrid defensiv alles im Griff hatte und offensiv seine Gegenspieler schwindelig spielte. "Juanfran wusste die meiste Zeit nicht, wo Hakimi ist. Er war einfach zu schnell, zu gut für ihn heute", lobte Dietmar Hamann bei Sky


Der marokkanische WM-Fahrer war gegen Atletico zeitweise sogar ein wenig übereifrig - als er Marco Reus eine gute Torchance vom Fuß nahm. Dortmunds Kapitän schwärmte laut Sport Bild trotzdem über seinen Teamkollegen: "Vor allem Achraf ist über außen extrem wichtig, wie er die Linien hoch und runter rennt. Er hat eine extrem hohe Geschwindigkeit und die haben wir heute gebraucht. Er hat heute ein sehr gutes Spiel gemacht."



Sieht man die aktuellen Leistungen Hakimis, dann ist de Beschreibung als "junger, sehr dynamischer Außenverteidiger", die Michael Zorc bei der Verpflichtung auf der BVB-Homepage tätigte, eine glatte Untertreibung. Neben Axel Witsel und Paco Alcacer erweist sich auch Achraf Hakimi als echter Volltreffer unter den Neuzugängen. Zu verdanken haben die Dortmunder das auch ihrem Trainer Lucien Favre. ​Hakimi verriet vor Kurzem in der spanischen Zeitung El Pais, dass Favre und seine Spielidee einer der Gründe waren, warum er sich für einen Wechsel zum BVB entschied.


Keine Kaufoption - Aber immerhin "Matching Right"


Einziger Wermutstropfen: Hakimi ist von Real Madrid nur ausgeliehen. Das Leihgeschäft geht zwar immerhin über zwei Jahre, doch eine Verpflichtung darüber hinaus scheint angesichts der jetzigen Leistungen ausgeschlossen. Der 19-Jährige kam in der Vorsaison bereits in 18 Pflichtspielen für die Königlichen zum Einsatz, steht im Santiago Bernabeu noch bis 2021 unter Vertrag und wird wahrscheinlich den gleichen Weg gehen wie Daniel Carvajal: Der Spanier war einst an Bayer Leverkusen ausgeliehen und entwickelte sich dort zum Stammspieler für Real. 


Sollten die Königlichen Hakimi dennoch verkaufen wollen, besitzt der BVB ein sogenanntes "Matching Right". Sprich: Real muss die Borussia über jedes Angebot informieren, der BVB könnte gleichziehen und so Hakimi fest verpflichten. 


Allerdings ist das noch Zukunftsmusik. Bis zum Sommer 2020 vergeht noch viel Zeit, Stand jetzt war die Verpflichtung von Achraf Hakimi ein echter Glücksgriff. Möglicherweise könnte er bald mit Raphael Guerreiro das Außenverteidigerpärchen des BVB bilden, denn mit Marcel Schmelzer und Lukasz Piszczek waren die Schwarz-Gelben in der jüngeren Vergangenheit nicht immer zufrieden. Auch Guerreiro ist ein sehr offensiv denkender Spieler, die beiden könnten dann den Vollgasfußball weiter ankurbeln.