ATHENS, GREECE - OCTOBER 23:  Arjen Robben of Bayern Muenchen reacts during the Group E match of the UEFA Champions League between AEK Athens and FC Bayern Muenchen at Athens Olympic Stadium on October 23, 2018 in Athens, Greece.  (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

"Bis zum Winter nur noch Siege" - Kann der Robben-Plan aufgehen?

Im Anschluss an den Champions-League-Sieg des FC Bayern München am Dienstagabend formulierte Arjen Robben für sich und seinen Verein eine erst einmal recht simpel anmutende Marschroute. "Wenn wir eine Serie starten und alle Spiele bis zum Winter gewinnen, sieht alles anders aus", so der Niederländer gegenüber Sky. Dieses Vorhaben jedoch umzusetzen wird mit Blick auf den Spielplan leichter gesagt als getan sein. 

1. Auswärtsspiel in Mainz

Schon in zwei Tagen wartet die nächste Aufgabe für den FC Bayern. Der FSV Mainz 05 hat zwar durch die 0:4-Niederlage gegen Gladbach die Zahl seiner Gegentore verdoppelt, weist allerdings mit nun acht Gegentreffern immer noch den (geteilten) Liga-Bestwert vor. Nach einer Champions-League-Woche womöglich ein unangenehmer Gegner, wenn auch unter normalen Bedingungen drei Punkte für den FCB - was aber ist bei dem gerade "normal"?

2. Pokal, Freiburg und Athen

Daraufhin folgen für den Rekordmeister, der ja noch in drei Wettbewerben mitmischt, gleich zwei englische Wochen. Pokalgegner SV Rödinghausen (30.10.) darf als Viertligist kein Problem für die Elf von Niko Kovac sein. 


Jedes Spiel fordert aber seine Tribute und so wird auch das Regionalliga-Team dem Bundesligisten einiges an Energie abverlangen, bevor dann innerhalb einer Woche der SC Freiburg (03.11.) und auch AEK Athen (07.11.) in München zu Besuch sind. 


Dass Letztere auch an einem schlechteren Tag des deutschen Meisters schlagbar sind, haben die Bayern ja am vergangenen Dienstag gezeigt, zu sehr sollten sie ihren Champions-League-Gruppengegner aber nicht unterschätzen. Die Freiburger hingegen genießen in der Liga einen Ruf als schwieriger Gegner, werden Robbens Vorhaben aber in dieser Saison nicht weiter im Wege stehen. Die Woche zu Hause könnte für die Münchener hilfreich sein, um Regeneration zu betreiben. 

3. Top-Spiel in Dortmund

Denn gleich darauf müssen die amtierenden Meister beim vielleicht bislang stärksten Gegner ran - und das in der Bundesliga. Der BVB (10.11.) ist aktuell nicht zu schlagen und gewinnt Partien gegen europäische Top-Teams anscheinend auch ohne Mühe. Spätestens hier sollte der FC Bayern zurück in die Spur gefunden haben - auch um den Abstand zur Tabellenspitze zu verkürzen, die derzeit die Dortmunder innehaben. Gegen den BVB zu punkten ist in der laufenden Saison bislang nur Hoffenheim und Hannover gelungen. 

4. Zwei Heimspiele mit Punkte-Pflicht

Im Anschluss an das Spitzenspiel darf die Kovac-Truppe wieder doppelt dahoam auf Punktejagd gehen. 

Im Spiel gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf (24.11.) wird es keine Probleme geben - Punkte sind gegen den Abstiegskandidaten vom Rhein quasi vorprogrammiert. 

Am Diestag darauf folgt aber das nächste Champions-League-Gruppenspiel gegen Benfica (27.11.). Die Portugiesen sind sicher eine andere Nummer als der amtierende Zweitligameister, Lewandowski und Co. gewannen aber schon das Auswärtsspiel in Lissabon. Zuhause wird ein Sieg ebenfalls mehr als möglich sein. 

5. Erst Bremen-Battle, dann Nürnberger fürs Selbstvertrauen

Schwieriger könnte dann das nächste Bundesligaspiel werden. Auswärts in Bremen (01.12.) geht es gegen eine der Überraschungsmannschaften der aktuellen Saison. Und der Verein von der Weser wird sich im eigenen Stadion - gerade nach dem Straucheln der Münchener - sicher nicht beeindrucken lassen. Der FCB muss versuchen, mit einem Sieg gegen den aktuell Tabellendritten ein Zeichen zu setzen. 


Eine Woche später gibt es ein Spiel für das Selbstbewusstsein - wenn die Bayern mit dem nötigen Ernst an die Sache gehen. Dann nämlich sollte es kein Problem für den Rekordmeister sein, die schlechteste Defensive der Liga - die des 1. FC Nürnberg (08.12.) - vor eigenem Publikum gleich mehrfach zu überwinden. Die Franken verloren immerhin schon zweimal in dieser Saison mit sechs oder mehr Toren Unterschied. 

6. Wiedergutmachung in Amsterdam

Gegen das junge Team aus den Niederlanden haben die Münchener etwas gut zu machen. Es war insbesondere nach jenem 1:1 im Hinspiel, dass vielerseits die Bayern-Krise heraufbeschworen wurde. Niko Kovac und sein Team werden gegen Ajax Amsterdam (12.12.) zeigen wollen, dass der große FC Bayern auch international noch ein Wörtchen mitzureden hat. Einfach wird das gegen die frechen, jungen Holländer aber sicher nicht. 

7. Bundesliga-Dreierpack zum Jahresabschluss

Zum Jahresabschluss kehrt dann nochmal der ganz normale Bundesliga-Alltag ein. Doch während auswärts gegen Hannover 96 (15.12.) drei Punkte eigentlich Pflicht sind, kommen vor der Winterpause noch einmal zwei richtig dicke Brocken. 


RB Leipzig (19.12.) hat in dieser Saison bislang erst einmal verloren, ordnet sich derzeit in der Tabelle direkt hinter den Münchenern auf dem fünften Rang ein. Auch was die Tor-Ausbeute angeht sind sich die beiden Teams bislang sehr ähnlich. Das Spiel verspricht, eines auf Augenhöhe zu werden. 


Zu guter Letzt reisen die Bayern dann zu einem Team, das derzeit heißer nicht sein könnte: Eintracht Frankfurt (22.12.)! Nach Holper-Start haben die Hessen mal so richtig in die Spur gefunden und zuletzt mit einem 7:1-Sieg gegen Düsseldorf eine Kostprobe ihrer Fähigkeiten gegeben. Gewann der FC Bayern vor der Saison den Supercup noch überlegen mit 5:0, könnte das nächste Aufeinandertreffen der beiden Pokalfinalisten der vergangenen Saison schon wieder deutlich enger ausfallen. 

Bayern München hat nicht nur noch zahlreiche Spiele bis zum Ende des Jahres, auch warten teils richtig harte Gegner auf die Bayerischen Hauptstädter. Robbens Plan und die Ambition dahinter in allen Ehren - Eine Siegesserie von 13 Spielen scheint aktuell doch etwas unrealistisch.