​Dass der ​VfB Stuttgart den französischen Weltmeister Benjamin Pavard über den Sommer hinaus für den Verein begeistern konnte, machte allen Hoffnung, die es mit dem VfB halten. ​Er sagte, dass er die Fans liebe, dass er großes Potenzial sehe, dass er eine gute Saison erwarte. Nun stehen die Zeichen auf Talfahrt: Trotz frühem Trainerwechsel kassiert der VfB zu viele Tore und steht am Tabellenende.


Nach dem Erstrundenaus im DFB-Pokal kam der VfB Stuttgart in dieser Spielzeit noch gar nicht in Fahrt. Bezeichnend, dass sie ausgerechnet im Spiel gegen den ​SV Werder Bremen den bislang einzigen Sieg der Saison holten, aber dabei klar die schlechtere Mannschaft waren. Aktuell stehen sie mit nur fünf Punkten auf dem 17. Platz der Tabelle.


​Daran konnte bislang auch Benjamin Pavard nichts ändern. In Weltmeistermanier hatte er nach der Sommerpause den Anspruch, in Stuttgart eine Führungsposition zu übernehmen und die Mannschaft zu Siegen zu führen. Doch stattdessen beginnt der Abstiegskampf für den Vorjahressiebten früher als gedacht.

VfB Stuttgart v Borussia Dortmund - Bundesliga

Gegen den BVB erlebte Pavard eine rabenschwarze erste Halbzeit


Während Pavard beim Pokalaus gegen Hansa Rostock nicht auf dem Platz stand, hat er in der Bundesliga alle acht Spiele absolviert. „Wir wussten, dass Benji nach dieser triumphalen WM eine gewisse Zeit brauchen würde, um wieder auf sein Top-Niveau zu kommen“, sagt Michael Reschke, Sportchef des VfB Stuttgart, gegenüber der Bild. Selbstbewusstsein ist demnach nicht das Einzige, das mit einem WM-Titel einhergeht. 


Dass Pavard in der VfB-Abwehr gesetzt ist, hat sich auch unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl nicht geändert. Im Verein glaubt man daran, dass sich der 22-Jährige schnell wieder fangen wird. „Wir sehen ihn auf einem guten Weg“, stellt Reschke fest.


Gegen ​Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende war es bis zur Pause eine desolate Mannschaftsleistung der Schwaben, die das 0:4 ermöglichte. Pavard selbst zeigte eins seiner schwächsten Spiele im VfB-Dress und spielte unter anderem einen Fehlpass, der zum Gegentreffer führte. Reschke gibt dem Franzosen aber nicht die Schuld an der Niederlage: „Symptomatisch für die Gesamtsituation der Mannschaft“, befindet er. 

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In der Nationalmannschaft umgeben von Stars - beim VfB Stuttgart Abschiedskampf: Benjamin Pavard (li.)



Der frühere Nationalspieler Hansi Müller sagt in seiner Rolle als Bild-Kolumnist: „Er hält sich sicher nicht für etwas Besseres, er ist ein bodenständiger Typ.“ Der gebürtige Stuttgarter kennt die Mechanismen des Erfolgs aber gut genug: „Es ist nur menschlich, dass ihm diese Umstellung schwerfällt“, ist er der gleichen Meinung wie Reschke. 


Im kommenden Sommer wird Pavard den abstiegsgefährdeten Bundesligisten wohl verlassen – es wird immer wieder spekuliert, dass er zum Südrivalen ​FC Bayern München wechseln könnte. Bis dahin ist nur zu hoffen, dass er mental in Stuttgart bleibt und seine WM-Form wieder erlangt.