​Nach dem 2:1-Sieg gegen Viktoria Pilzen in der ​Champions League präsentieren sich die Spieler von ​Real Madrid ambivalent. Einerseits sei es "hart, wenn man nicht gewinnt“, lauten die Stimmen nach dem Spiel in der spanischen Hauptstadt. Andererseits werde man oft zu Unrecht kritisiert – vor allem von den Medien, heißt es von den Real-Akteuren. Über eine Sache herrscht Einigkeit: Real Madrid kann eigentlich besser spielen.


Gegen mutig spielende Tschechen reichte es für Real Madrid am Dienstagabend zu einem äußerst wackeligen 2:1-Erfolg. Bereits nach der 1:0-Führung durch Karim Benzema mussten die Gastgeber fürchten, den Ausgleich zu kassieren, retteten sich mit dem schönen Lupfer von Marcelo zum 2:0 aber über die Zeit. Später kam Pilzen sogar noch zum Anschlusstreffer. In der Schlussphase merkte man den Blancos die Nervosität an, doch sie machten keine Fehler mehr und konnten knapp drei wichtige Punkte einfahren.


Besonders bitter: Torschütze Marcelo musste gegen Ende der Partie nach einem harten Einsteigen von Ubong Ekpai ausgewechselt werden. Am Wochenende steht das wichtige Prestige-Duell gegen den ​FC Barcelona an, für das die Königlichen auf Marcelo hoffen werden. Er nahm zunächst auf der Bank Platz und hielt sich Eisbeutel ans rechte Sprunggelenk. 

Real Madrid  v Viktoria Plzen - UEFA Champions League Group G

Marcelo (Mi.) musste gegen Pilzen angeschlagen ausgewechselt werden


Ob es sich wie dem Anschein nach um nichts Langfristiges handelt, bleibt abzuwarten. Zumindest war es dem Torschützen nach der Partie möglich, sich mit einer Medienkritik vor die Kameras zu stellen.


"Es ist kein guter Moment für uns“, sagt Marcelo über die schlechte Phase von Real in der Liga, "aber von einer Krise sprecht die ganze Zeit nur ihr Journalisten.“ ​Damit spielt der Linksverteidiger auf die Berichte an, dass Real Madrid mächtig der Hut brenne und der Posten von Trainer Julen Lopetegui massiv gefährdet sei. "Wir stehen hinter Lopetegui“, stimmt Marcelo in das allgemein vorherrschende Treuebekenntnis zum Cheftrainer ein. "Meine Meinung nach macht er einen großartigen Job.“ Dem stimmen am Champions-League-Abend auch Casemiro und Torschütze Benzema zu: "Ich habe vollstes Vertrauen in ihn. Er ist ein sehr guter Trainer.“



Die Sportschau findet, dass bei Marcelos Medienkritik zumindest der Ton stimmt



Der Brasilianer hat eine andere Erklärung für die negativen Pressestimmen der vergangenen Wochen: "Ihr Journalisten versucht die ganze Zeit, uns mit euren Berichten zu schaden“, findet der 30-Jährige. "Vielleicht seid ihr neidisch, weil ihr nicht Fußball spielen könnt.“ Marcelo sieht aber ein, dass nicht alles rund läuft: "Es ist hart, wenn man nicht gewinnt.“


"Wir müssen ehrlich sein“, ergänzt Mitspieler Casemiro, "wir spielen nicht gut und sind nicht gut in Form.“ Durch Siege wie gegen Pilzen könne man sich aber Selbstvertrauen holen, wenn man weiter zusammenhält, findet wiederum Marcelo. Dieser jubelte nach seinem Tor vor der eigenen Fankurve und richtete einen Fingerzeig auf das Real-Logo auf seiner Brust. Zuletzt kamen Gerüchte auf, er könne Cristiano Ronaldo zu ​Juventus Turin folgen und seine Berater würden bereits über einen Wechsel verhandeln. Ein Torjubel dieser Art dürfte bei den Fans der Madrilenen dafür umso besser ankommen.


"Wir geben dem Trainer nie die Schuld für irgendetwas“, sagt auch Federico Valverde, der sein erstes Spiel in der Champions League absolvierte, "wir unterstützen ihn.“ Somit bleibt es offen, wen außer den Medien und den Journalisten die Real-Spieler noch für ihre ​derzeit schlechte Saison verantwortlich machen.