​Mit dem gestrigen 4:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart hat Borussia Dortmund die Tabellenspitze vorerst verteidigt. Mit drei Punkten Vorsprung auf die Liga-Konkurrenz können sich die Schwarz-Gelben nun voll und ganz auf das Champions-League-Gruppenspiel gegen Atlético Madrid konzentrieren. Dabei hoffen Trainer Favre und sein Team auch auf Sorgenkind Paco Alcácer, der gestern nach 45 Minuten mit Beschwerden in der Kabine geblieben war. 


Der Dortmunder Höhenflug geht weiter. Ein weiteres Bundesligaspiel gespielt, ​ein weiterer überzeugender Sieg, weitere drei Punkte und vor allem - eine weitere Woche an der Tabellenspitze. Für die Borussen läuft derzeit einfach alles rund. So rund, dass man auch zur Halbzeit schon mal seinen effizientesten Stürmer auswechseln kann. Die Offensiv-Entdeckung Paco Alcácer blieb nämlich nach dem Pausentee gleich in der Kabine. Möglich war das auch, weil der BVB zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 in Führung lag. Eines der Tore - wie sollte es dieser Tage auch anders sein - hatte der Spanier selbst erzielt. 

Spain  v England  -UEFA Nations league

Auch für die spanische Nationalmannschaft trifft Paco Alcácer derzeit regelmäßig



Das personifizierte Torwunder hat damit weiterhin in jedem seiner Einsätze für den aktuellen Tabellenführer getroffen. Nur einmal spielte er dabei 90 Minuten. Dass "El Matador" - wie er mit Augenzwinkern von Teamkollege Axel Witsel genannt wird - es am gestrigen Samstag nicht auf einen weiteren Treffer ankommen ließ, lag an muskulären Problemen, die schon früh im Spiel aufgetreten waren. Die machen Dortmund-Fans nun Sorgen. 


Es wäre ein herber Verlust, wenn der Tore-Garant im nächsten Spiel fehlen würde. Der 25-jährige Angreifer hat schon bewiesen, dass er ein Spiel im Alleingang entscheiden kann und diese Qualität könnte gegen den kommenden Champions-League-Gegner, Top-Klub Atlético Madrid (24.10., 21.00 Uhr), von immenser Bedeutung für die Pott-Mannschaft sein. So stellte sich die Auswechslung Alcácers bei der Pressekonferenz in gewisser Weise als Vorsichtsmaßnahme heraus. Sowohl Sebastian Kehl als auch Trainer Lucien Favre betonten, man habe in einer solchen Situation nichts riskieren wollen. "Hoffen wir, dass es für Mittwoch reicht", fügte Kehl hinzu, der bis 2015 selbst 13 Jahre lang für die Borussia auflief. 


Paco Alcácer, der eigentlich lediglich als Leihspieler vom FC Barcelona zum BVB gestoßen war, ​hat sich offensichtlich innerhalb kürzester Zeit unverzichtbar gemacht. Dementsprechend groß ist auch das Interesse, die Kaufoption zu ziehen und den Erfolgs-Stürmer über die Leihe hinaus zu halten. Ob das jedoch möglich ist, ist laut Michael Zorc, dem Sportlichen Leiter des Ruhrpott-Vereins, noch ungewiss. "Wir haben die Klausel noch nicht gezogen und noch keinen direkten Kontakt zu Barca", verriet der Dortmund-Boss nach der gestrigen Partie in der Mixed Zone. Viel wichtiger ist ohnehin vorerst, dass der Stürmer für das Match gegen Madrid gesund und spielbereit ist. 


Und während Coach und Vorstand sich diesbezüglich gestern nur zaghaft äußern wollten, gab der spanische Nationalspieler selbst seinen Fans gestern Grund zur Hoffnung: "Alles gut, ich bin ok", sagte er einem Reporter der Ruhrnachrichten. Mit Alcácer im Kader und der aktuellen Form hat Borussia Dortmund am Mittwoch die Möglichkeit, vorzeitig das Ticket fürs Achtelfinale der Champions League zu ziehen.