Jürgen Klopp wird kein Freund der neugegründeten UEFA Nations League mehr. Der Trainer des ​FC Liverpool warnt vor Übersättigung im Fußball. Gleichzeitig fordert der 51-Jährige mehr Pausen für die Spieler. Auch Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hofft auf eine Abschaffung des Wettbewerbs.


"Man will auch nicht jeden Abend Anthony Joshua boxen sehen oder in die Oper gehen. Das ist einfach nicht möglich", sagte Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz vor dem Spiel seiner "Reds" gegen Huddersfield Town. Eigentlich sei er ein Freund großer Wettbewerbe, doch manchmal müsste man einen Gang rausnehmen. "Die Nations League ist eine gute Idee - aber in einer anderen Sportart. Im Fußball ist dafür kein Platz", positionierte sich Klopp. 


Tatsächlich muss der Fußball Acht geben, wie viele Wettbewerbe er seinen Fans noch zumuten kann. Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften haben genau wie die Champions League eine lange Tradition. Die Nations League wirkt allerdings eher wie der krampfhafte Versuch der UEFA, noch mehr Geld zu erwirtschaften. Zwei Milliarden Euro soll der Wettbewerb dem europäischen Fußballverband einbringen. Zwischen die großen Turniere und die Nations League presst man zudem noch Qualifikationsspiele, im Winter steht die FIFA-Klub-WM an, die Berichten zufolge bald noch deutlich mehr Mannschaften umfassen könnte und die Anzahl an Teilnehmern bei Welt- oder Europameisterschaften wird im Zweifel eher größer als kleiner. 


"Wir müssen so langsam an die Spieler denken"


Auch die Spieler werden durch die neuen Wettbewerbe auf die Probe gestellt. In dieser Saison haben die Nationalmannschafts-Absagen und Verletzungen gefühlt zugenommen. Schon vor knapp zwei Wochen mahnte Klopp: "Wir müssen so langsam an die Spieler denken". Die Intensität der Partien könne zudem besser sein, wenn man ausgeruhter wäre. Das Niveau und der Fitnesszustand der Spieler könnte durch einen weniger straffen Terminkalender wirklich verbessert werden. 


Auch die Nationaltrainer stehen in der Nations League mehr unter Druck als in Testspielen. Auf diese Tatsache wies zuletzt Schalkes Sportvorstand Christian Heidel im kicker hin. Gerade im Hinblick auf den kommenden Umbruch der DFB-ELf: "Wir spielen in einer Umbruchsphase gegen bessere Mannschaften als bei der WM und haben Angst vor einem Abstieg." Künftig in Liga zwei antreten zu müssen, wäre Heidel völlig egal, wenn man dadurch eine Mannschaft für die EM aufbauen könnte. Deswegen forderte er, dass die UEFA "diesen Quatsch" wieder abschaffe. ​