LONDON, ENGLAND - OCTOBER 07:  Unai Emery, Manager of Arsenal looks on prior to the Premier League match between Fulham FC and Arsenal FC at Craven Cottage on October 7, 2018 in London, United Kingdom.  (Photo by Bryn Lennon/Getty Images)

Nach wackeligem Start: 9 Gründe für den Arsenal-Aufschwung unter Emery

Aktuell läuft's bei Arsenal London: Nach den beiden Auftakt-Niederlagen gegen Manchester City und dem FC Chelsea fand die Mannschaft unter Neu-Trainer Unai Emery in die Erfolgsspur. Die letzten neun Pflichtspiele wurden bei einem Torverhältnis von 22:8 Treffern allesamt gewonnen.


In der Premier League liegen die 'Gunners' auf dem vierten Tabellenplatz und haben nur zwei Zähler Rückstand auf das Spitzen-Trio um City, Chelsea und dem FC Liverpool. Emery brachte nach 22 Jahren unter Arsene Wenger frischen Wind, krempelte einige Dinge um und leitete eine neue Zeitrechnung ein. Das Online-Portal football.london nennt neun Gründe für die Erfolgswelle, auf der Arsenal aktuell schwebt - die wir im Folgenden präsentieren.

1. Die Fitness der Spieler

Der FC Arsenal und Borussia Dortmund haben derzeit eines gemeinsam: Die Mehrzahl der Tore fallen meist im zweiten Durchgang.


Die 'Gunners' erzielten 14 ihrer 19 Saisontore in der Premier League nach dem Seitenwechsel, was zeigt: Die Spieler sind deutlich fitter als noch in der Vorsaison. Konditionell machen alle einen besseren Eindruck, können das anspruchsvolle Spiel des Trainers über 90 Minuten durchziehen und somit auch spät ein Spiell entscheiden.


"Er verlangt eine Menge. Wir arbeiten viel härter im Training, laufen mehr", berichtet Alex Iwobi. Seit Emerys Ankunft trainiert die Mannschaft zwei Mal pro Tag, in beiden Einheiten verlangt der Spanier 100 Prozent.

2. Emery nutzt das Wechselkontingent

Neben der Kritik am zu altmodischen Fußball wurden die Stimmen gegen Arsene Wenger auch deshalb laut, weil die Auswechslungen meist zu vorhersehbar waren. Die Fans haben nahezu gespürt, wann frische Kräfte aufs Spielfeld geschickt würden. Unter Emery scheint das jedoch anders.


Der 46-Jährige zeigt sich konsequent: Ist eine Leistung nicht ausreichend, droht die Auswechslung - teilweise schon während der Halbzeitpause. Was für Emery spricht: Die Wechsel fruchten immer wieder und beleben das Spiel neu.

3. Emery wechselt konsequent

Es gibt manche Trainer, die gewisse Spieler aufgrund ihres Status nicht auswechseln. Egal, ob diejenigen Akteure gut oder schlecht spielen, sie bleiben auf dem Feld. Emery sieht jedoch das große Ganze, kümmert sich einzig um das Wohl der Mannschaft und schreckt daher nicht vor größeren Entscheidungen zurück.


So wechselte er Aaron Ramsey und Granit Xhaka im Auftaktspiel gegen Manchester City (0:2) ebenso aus wie Mesut Özil im darauffolgenden Spiel beim FC Chelsea (2:3). Im Auswärtsspiel bei den 'Blues' verzichtete er beispielsweise auch auf Ramsey in der Anfangsformation und wählte stattdessen den jungen Mattéo Guendouzi (19).

4. Das System ist variabel

Die bevorzugte Formation Emerys ist ein 4-2-3-1, doch der Spanier ist immer wieder für eine Überraschung gut. So startete er im Europa League Spiel gegen Qarabag Agdam mit einem 3-4-2-1, gegen den FC Fulham wählte er ein 4-4-2. Die Mannschaft soll sich den Gegebenheiten immer wieder anpassen können, um einen Plan B in der Hinterhand zu haben, sollte es mal nicht so laufen wie gewünscht.

5. Die Komfortzonen wurden aufgelöst

Das Trainingsgelände in London Colney soll in der Vergagenheit einem Ferienlager geglichen haben. Arsene Wenger habe seinen Spielern viel mehr Zeit für sich gewährt, weshalb vor allem verletzten Spielern viel Zeit gegeben wurde, um sich zu regenerieren.


Diese Zeiten sind allerdings vorbei: Wie bereits erwähnt, ist das Training intensiver und die Mannschaft deutlich fitter. Zudem gibt es neue Regeln: In gewissen Arealen sind Smartphones gänzlich verboten, so beispielsweise beim Mittagessen mit der Nachwuchsmannschaft.

6. Das Training ist anders

Die Arbeit auf dem Trainingsplatz ist die Vorbereitung für das, was die Mannschaft in den Pflichtspielen abrufen soll. Dementsprechend wurden die Zügel bei den 'Gunners' angezogen. Die Spieler hatten damit zunächst einige Probleme, doch diese scheinen nun überwunden.


"Wie man sieht, kommen wir mit seinen Ideen zurecht und wir genießen unsere Zeit mit ihm. Wir werden nicht in der Vergangenheit schwelgen. Wir blicken immer auf das nächste Spiel voraus", sagte Alex Iwobi.


Die zweite der beiden Einheiten findet vor Spielen, die am Abend stattfinden, zu einer ähnlichen Zeit statt, um die Spieler auf die Begebenheiten um die jeweilige Uhrzeit vorzubereiten. Zudem findet das Abschlusstraining stets im heimischen Emirates Stadium statt.


Das Trainingsgelände in London Colney wurde erweitert: So gibt es nun neben den Trainingsplätzen einen weiteren Platz mit Trainingsgeräten. Diese sollen in Intervallen genutzt werden, um die Ausdauer der Spieler so hoch wie möglich zu halten, damit diese auch in Zukunft das anspruchsvolle Pressing über 90 Minuten ausüben können.

7. Neue Vorbereitung

Unai Emery ist ein Fanatiker - zumindest, wenn es nach Joaquin geht: "Er spielt so viele Videos ab, dass mein Popcorn ausgegangen ist. Er ist besessen von Fußball. Es ist praktisch

eine Krankheit", so der 37-Jährige, der von 2008 bis 2011 beim FC Valenca unter dem 46-Jährigen spielte.


Die Vorbereitung auf die anstehende Begegnung wird bis ins kleinste Detail aufgedröselt: Die Video-Analysen sind umfangreich, der Schwerpunkt liegt auf den Schwächen des Gegners, die ausgenutzt werden sollen. Jeder Spieler erhält zudem ein persönlich auf sich zugeschnittenes Video, um sich zuhause intensiv auf die Gegenspieler vorzubereiten, gegen die es auf dem Feld gehen wird.

8. Die Transformation von Iwobi

Alex Iwobi ist zweifelsfrei ein großes Talent, tat sich in den vergangenen Monaten allerdings schwer. Umso glücklicher dürften die Fans und Verantwortlichen darüber sein, dass der nigerianische Nationalspieler derzeit unter Emery aufblüht.


Nach acht Pflichtspielen hat Iwobi bereits fünf Torbeteiligungen auf dem Konto - in der abgelaufenen Saison waren es zehn nach 39 Einsätzen. Gerade im Angriffsdrittel setzt er immer wieder ein Ausrufezeichen, steht für Torgefahr und zählt daher zu den Schlüsselspielern.

9. Die Fanlager sind vereint

Speziell das Ende der Ära von Arsene Wenger spaltete die Fanlager des FC Arsenal. Auf der einen Seite gab es die Anhänger, die das Ende von Wenger forderten - doch diese bekamen viel Gegenwind von dem Lager, das sich für den Franzosen aussprach.


Mit Unai Emery an der Seitenlinie haben die Fans jedoch wieder einen Mann, hinter dem alle gemeinsam stehen. Daher skandierte der Gästeblock beim 5:1-Auswärtssieg gegen den FC Fulham "Wir haben unser Arsenal zurück." Die Zeiten der internen Streitigkeiten sind also vorüber.