MOENCHENGLADBACH, GERMANY - MARCH 19: Director of Sports Max Eberl of Borussia Moenchengladbach laughs during the Bundesliga match between Borussia Moenchengladbach and Bayern Muenchen at Borussia-Park on March 19, 2017 in Moenchengladbach, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)

10-jähriges Jubiläum: Eberls beste Entscheidungen in seiner Zeit bei Gladbach

Zehn Jahre Sportdirektor und bald 20 Jahre im Verein: Borussia Mönchengladbach und Max Eberl sind mittlerweile zu einer einmaligen Symbiose verschmolzen. In Interviews betont der gebürtige Bayer immer wieder, dass der Niederrhein zu seiner zweiten Heimat geworden ist - und beim VfL fühlt er sich auch nach knapp zwei Jahrzehnten noch pudelwohl.


Doch inwiefern hat der 45-Jährige die positive Entwicklung des Verein mitgeprägt? Wir blicken mit euch auf die besten Entscheidungen während seiner Zeit in Gladbach zurück:

1. Xhaka-Verkauf

Im Sommer 2012 öffnete die Borussia ihr Portemonnaie, um sich für 8,5 Millionen Euro die Dienste von Basels Granit Xhaka zu sichern. Der Schweizer sorgte für viele schöne Momente bei den Gladbach-Fans, zog allerdings nach insgesamt vier Jahren in Richtung England weiter.


Entscheidend: Für mehr als das Fünffache - sprich 45 Millionen Euro (!) - verkaufte man den Mittelfeldakteur an den FC Arsenal und generierte so wichtige Gelder, die wiederum unter anderem in neues Spielermaterial reinvestiert wurden. 

2. Vestergaard bringt 25 Millionen (!) ein

In eine ähnliche Kategorie lässt sich das Gladbacher Engagement von Jannik Vestergaard einordnen. Nachdem man den Dänen im Sommer 2016 für 12,5 Millionen Euro von Werder Bremen loseiste, ließ ihn Eberl im Rahmen der vergangenen Transferperiode nach Southampton ziehen - und strich für ihn rund 25 Millionen Euro ein! Aufgefangen hat man den Verkauf des Verteidigers mit der Verpflichtung von Michael Lang - und der bestätigt dieser Tage, was die Gladbacher in ihm sahen.

3. Ginter-Verpflichtung

Bei der Borussia zählt Matthias Ginter seit Tag eins zum absoluten Stammpersonal. Nun scheint der 24-Jährige auch in der Nationalmannschaft Fuß zu fassen: Der gebürtige Freiburger ist in der deutschen Defensive unter Bundestrainer Joachim Löw mittlerweile gesetzt.


Entscheidend: Die durchweg positive Entwicklung des 1,89 Meter hochgewachsenen Innenverteidigers war nach seiner schweren Zeit in Dortmund nicht gerade vorherzusehen. Max Eberl agierte jedoch mit Weitblick, holte Ginter zur Borussia und erfreut sich dieser Tage an der aufstrebenden Form des Nationalspielers!

4. Florian Neuhaus - nachdem er bei der Fortuna reifte...

Dass ein Leihgeschäft Früchte tragen kann und der Gang von der ersten in die zweite Liga nicht immer ein Rückschritt für einen jungen Spieler bedeuten muss, wird anhand des Beispiels Florian Neuhaus klar. Nachdem der 21-Jährige im Sommer 2017 ablösefrei von 1860 München an den Niederrhein wechselte, wurde er unmittelbar danach an Nachbar Fortuna Düsseldorf ins Unterhaus ausgeliehen. Dort sammelte Neuhaus nicht nur Spielpraxis, sondern feierte am Saisonende den Aufstieg in die Bundesliga, an dem auch er einen erheblichen Anteil hatte.


Vor Saisonbeginn bemühten sich die Offiziellen aus der Landeshauptstadt um eine weitere Leihe des U21-Nationalspielers, doch Eberl machte klar, dass das Mittelfeldtalent nun für die Borussia aufläuft - und dort schreitet seine positive Entwicklung aktuell täglich voran!

5. Gladbachs neue Tormaschine

Auf der Suche nach einem neuen Mittelstürmer, ist der VfL im Sommer beim französischen Erstligisten OGC Nizza fündig geworden. Für 23 Millionen sicherte sich die Borussia die Dienste von Alassane Plea, der dieser Tage mehr als bestätigt, was Eberl in ihm gesehen hat. Der 1,81 Meter hochgewachsene Mittelstürmer trifft am laufenden Band: Nach acht Spielen stehen bereits acht Tore auf dem Konto des Franzosen. Ein Ende seiner herausragenden Erfolgsserie ist - nach den vielen überzeugenden Auftritten - derweil nicht in Sicht.

6. Frontzeck muss seinen Hut nehmen

Im Nachhinein sind immer alle Parteien schlauer, doch hat die Entlassung von Michael Frontzeck im Februar 2011 einen ganz entscheidenden Stein ins Rollen gebracht.


Zur Vorgeschichte: Eberl hatte den heute 54-Jährigen zwar selbst als neuen Trainer verpflichtet, zog aber im Rahmen der Saison 2010/11 nach 22 Spieltagen auch wieder die Reißleine, als die 'Fohlen' mit sieben Punkten Rückstand auf Rang 15 das Tabellenschlusslicht bildeten.


Entscheidend: Frontzeck machte Platz für einen neuen Chefcoach, der bei der Borussia eine neue Ära einläuten sollte!

7. Favre treibt den Umbruch voran

Denn auf Frontzeck folgte Lucien Favre, der mit den Gladbachern im Rahmen der Relegation den Abstieg vermied und es sogar eine Saison später als Tabellenvierter ins internationale Geschäft schaffte. In den Jahren darauf setzte der Schweizer genau das um, was heute sinnbildlich für den VfL steht: Auf junge Spieler zu setzen und diese weiterzuentwickeln.


Randnotiz: Die Beweisstücke A und B spielen momentan unter seine Ägide beim BVB: Marco Reus und Mo Dahoud.

8. Eberls Vertrauen in Dieter Hecking

Max Eberl schwimmt gegen den Strom - das wird auch im Umgang mit seinem jetzigen Trainer deutlich: Denn gegenläufig diverser Stimmen gegen Dieter Hecking nach der enttäuschenden Saison 2017/18 hielt der Sportdirektor am erfahrenen Fußball-Lehrer fest - und wird dieser Tage dafür belohnt!


Die Borussia ist mittlerweile nämlich zu ihrer alten Stärke zurückgekehrt, präsentiert ansehnlichen Angriffs-Fußball auf dem Rasen, fegte jüngst sogar in der Allianz Arena den FC Bayern mit 3:0 vom Platz und steht in der Tabelle aktuell auf Rang Drei.