An der ​Säbener Straße liegen die Nerven blank! Nachdem sich Münchens Cheftrainer Niko Kovac im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Wolfsburg den Fragen der Medienvertreter stellte, betraten Hasan Salihamidzic sowie die beiden Klubbosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge wenig später das Podest. Was folgte, dürfte in die Kategorie "episch" eingeordnet werden…

Beim FC Bayern ist Krisenstimmung angesagt! In einer Medienrunde vor der Partie in Wolfsburg (Samstag, 15:30 Uhr) machten die Münchener Vereinsbosse ihrer Wut Luft und lederten gegen alles, was nicht bei drei auf dem Baum war.

„Wir haben uns am Montag nach dem Holland-Spiel zusammengesetzt und beschlossen, dass wir das in diesem Stil nicht mehr weiter akzeptieren werden. Was man da lesen musste, hatte nichts mehr mit der Leistung zu tun, sondern war eine Abrechnung mit einzelnen Spielern“, ergriff Karl-Heinz Rummenigge zu Beginn das Wort, um den Anlass der Pressekonferenz, der im weiteren Verlauf allerdings nicht deutlich wurde, zu erklären. „Ich möchte dabei an Artikel 1 des Grundgesetzes erinnern: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir beim FC Bayern werden das nicht mehr so akzeptieren.“

Rummenigge weiter: „Was ich über Manuel Neuer lesen musste, da fehlen mir jegliche Worte. Was er in den letzten Jahren als Spiel neu kreiert hat, darf es keine zweite Meinung geben. Und wenn ich über unsere Innenverteidiger Hummels und Boateng "Altherrenfußball" lese, dann frage ich mich: Geht's noch?“

Unterlassungsklage gegen Springer-Konzern eingereicht

Dass die Ergebnisse dieser Tage nicht mehr stimmen, stößt auch den Vereinsoffiziellen auf. Doch wie Rummenigge mitteilte, wollen sich die Münchener „diese Berichterstattung nicht mehr bieten lassen. Es ist ein wichtiger Tag für den FC Bayern, weil wir ihnen dies mitteilen. In den letzten zwei Wochen gegen den Springer Konzern wurden zwei Unterlassungsklagen eingereicht. Wir werden mit dem heutigen Tag unsere Spieler und unseren Trainer schützen.“

Gleichwohl suche man die Gründe der aktuellen Misere nicht bei den Medien. „Wir wollen jedoch eine Berichterstattung auf faktischer Natur haben. Wir haben auch eigene Kanäle. Wir werden Ross und Reiter auch in Zukunft nennen.“

Im weiteren Verlauf des Gesprächs fügte der 63-Jährige aber an: „Wenn falsche Fakten verkauft werden, dann ist das respektlos. Es wird der Eindruck vermittelt, man möchte uns etwas nach unten ziehen. Was mir am meisten auf die Nerven geht, ist, dass nur noch gedealt wird, um an Informationen zu kommen. Das ist für mich das größte Problem in der deutschen Berichterstattung. Das ist eine Unart!“

Auch Uli Hoeneß empfindet die Art der Berichterstattung herabwürdigend: „Es ist wichtig, dass der wichtigste Klub in Deutschland sich in dieser Form stellt. Ein Beispiel: Wie n-tv versucht hat, Jogi Löw abzuschießen, dass ist unfassbar. Das ist respektlos. Das hat dieser Mann nicht verdient. Ein anderes Beispiel, Herr Falk. Als Brazzo und Niko beim Basketball waren, weiß ich nicht, ob da fünf Leute gepfiffen haben. Und was macht die Bild? Sie fragt bei der Telekom nach, ob sie diese Sequenz bekommen kann. Das ist respektlos.“

Hoeneß über Bernat: "Hat uns damals in Sevilla fast alleine das Champions-League-Aus gekostet."

Die mitunter größte Abrechnung holte sich allerdings kein Medienvertreter, sondern ein ehemaliger Spieler des FC Bayern ab – und zwar Juan Bernat. Hoeneß: „Er hat uns damals in Sevilla fast alleine das Champions-League-Aus gekostet. Und damals haben wir entschieden, dass wir ihn abgeben. Und zu begründen, dass wir gegen Gladbach verloren haben, weil einer wie Bernat nicht mehr da ist, ist hanebüchen.“

Beim FC Bayern brennt der Baum – und zwar lichterloh! Die Frage, die man sich nach diesem Pressegespräch allerdings berechtigterweise stellen darf, lautet: Wieso? Um es mit den Worten von Präsident Hoeneß abzuschließen: „Wir lassen Ihnen Ihre Meinung und sie lassen uns unsere. Am Ende der Saison können wir uns dann gerne zusammensetzen und schauen, wer Recht hatte!“