MUNICH, GERMANY - OCTOBER 06: ChefHead coach Niko Kovac of Bayern Muenchen looks on prior to the Bundesliga match between FC Bayern Muenchen and Borussia Moenchengladbach at Allianz Arena on October 6, 2018 in Munich, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)

Schuldig! Diese 10 sind verantwortlich für die Bayern-Krise

Wenn Bayern-Verteidiger Mats Hummels bei der Nationalmannschaft beklagt, Misserfolge würden immer an den gleichen paar Spielern festgemacht, dann hat er ein wenig Recht. Das ist nicht fair, besonders, wenn man über Fußballer spricht, die "zu den Besten" gehören, in dem was sie machen. 

Wichtig ist es deshalb auch bei der aktuellen Krise der Bayern, mehr Schuldige, mehr Sündenböcke zu finden. "Geteiltes Leid ist halbes Leid" heißt es im Volksmund. Es gilt also, die Kritik an der schlechten Leistung des Rekordmeisters auf mehr Schultern zu verteilen. 


Hier die Top 10 der Personen und Dinge, die angesichts ihrer Schuld noch nicht annähernd genug gescholten worden sind:

10. Jupp Heynckes

Der 73-Jährige hat im Alleingang dafür gesorgt, dass Bayern seit 2013 genug hat. Seit dem Triple sind scheinbar Doubles und Singles (Meisterschaften) ausreichend - und das liegt am pensionierten Altmeister. Heynckes ist damit nicht zuletzt auch für das 1:1 gegen Ajax Amsterdam zur Verantwortung zu ziehen. Dass der Ex-Gladbacher beim 0:3 gegen die Borussia seine Finger im Spiel hatte, ist ohnehin klar. 

9. Lederhosen

Jemanden, der am Boden liegt, sollte man nicht treten. Lederhosen sind jedoch ebendas: Das Rinderhaut gewordene Nachtreten. Die Bayern gaben sich zwar auch dieses Jahr volksnah und machten das Beste aus dem Trachtenzwang, dennoch absolut unfair, den Münchener Profis in schlechten Zeiten auf diese Weise auch noch das letzte Bisschen Selbstachtung zu nehmen. 

8. Das Münchner Oktoberfest

Ohnehin ist das Oktoberfest viel zu nah am Saisonbeginn! Zu feiern gab es da auch als Tabellenerster noch nie etwas. Umso schlimmer, wenn der eine oder andere aus Frust zu tief ins Glas schaut. 

Nur als Anregung für das Bundesland Bayern: Warum nicht ein Oktober-Meister-Pokalsieger-Sommerfest im Juni? Das Volksfest hat aktuell doch auch fast nichts mit dem zehnten Monat zu tun.

7. Paco Alcacér

Seine Nominierung ist schnell begründet: Der Spanier schießt erheblich zu viele Tore für das falsche Team. Ohne seine Treffer hätte der BVB die letzten beiden Ligaspiele nicht gewonnen und die Tabelle sähe womöglich ganz anders aus. Es ist, als wolle Alcacér dem FC Bayern absichtlich schaden. 

Einen kleinen Trost gibt es jedoch für den amtierenden Meister, denn die Vergangenheit zeigt: Wenn der 25-Jährige Dortmund-Star so weiter trifft, spielt er nächstes Jahr ohnehin in München. 

6. Robert Lewandowski

Der studierte Mann mit patentiertem "Weg zum Ruhm" möchte offenbar doch aus Bayern weg. Anders ist nicht zu erklären, dass der RL9 seit unglaublichen 202 Liga-Minuten nicht mehr getroffen hat. Ja, drei Tore und eine Vorlage in sieben Spielen sind gut, aber nicht Robert-Lewandowski-gut - geschweige denn Paco-Alcacér-gut.

5. Jogi Löw

Nicht erst seit gestern beklagt Uli Hoeneß, dass die Länderspiel-Pausen seine Bayern-Spieler kaputtmachen. Recht hat er! 

Boateng musste verletzt abreisen, Thomas Müller saß gegen Frankreich verbraucht auf der Bank. Es ist ohne Zweifel die Schuld von Nationaltrainer Joachim Löw, der wieder und wieder ungefragt Spieler des FC Bayern München für Pflichtspiele nominiert. Wenn die da wenigstens Erfolgserlebnisse sammeln würden...

4. Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge

Ganz unschuldig sind diese beiden aber auch nicht - zumindest wenn man Ex-Bundesliga-Trainer Markus Babbel glauben darf. Und wenn das nicht mehr geht, dann weiß ich auch nicht. 


Der ehemalige Bayern-Spieler berichtete zuletzt im Interview mit goal.com, dass Bayern-Profis sich oft auch am Trainer vorbei in der Chefetage beklagen. Dass "Onkel Uli" sich die Sorgen seiner Schützlinge dann auch anhört, hält Babbel genauso für selbstverständlich wie für den Hauptgrund des Untergangs der Münchner. 

3. Gucci, Louis Vitton und Co.

Bei den Bayern hat sich, angeführt von Jerome Boateng und Franck Ribéry, eine Gruppe von Spielern angesammelt, die man wohlwollend als modisch "en vogue" bezeichnen könnte. Die Gucci-Gesellen verlieren dabei anscheinend vor lauter Farben, Mustern und runden Sonnenbrillen mit Metallrahmen den Blick dafür, was ihre Außendarstellung in erster Linie ausmacht - und das ist leider noch immer die sportliche Leistung.

2. Coke Zero

Ohne auch vier Jahre nach dieser Werbung so ganz zu verstehen, wie Coke Zero das mit den Verwandlungen macht, kann ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass da irgendwas schief läuft. Denn beim DFB wie den Bayern sah Manuel Neuer zuletzt (was die fußballerische Leistung angeht) allzu häufig aus wie meine Freundin. Und prompt herrscht beim Rekordmeister Beziehungskrise.

1. Horst Seehofer und die CSU

Nachdem sowohl der Bayerische Bundesliga-Start als auch die Landtagswahl deutlich anders ausgefallen ist als sonst, muss bald mal irgendjemand Konsequenzen ziehen - CSU oder FCB. Und da Niko Kovac derzeit von allen Seiten, auch außerhalb seines Vereins, der Rücken gestärkt wird  - was ihn zu einer Art Anti-Seehofer macht - sollte wohl auch in diesem Fall Alter vor Schönheit gehen.