​Durch überragende Leistungen für ​Bayer 04 Leverkusen in der Vor-Saison hat sich ​Leon Bailey auch international einen Namen gemacht. Kein Wunder also, dass der jamaikische Verband zuletzt alles daran setzte, den Angreifer dafür zu begeistern, sich bei der Wahl zwischen der deutschen und der jamaikanischen Nationalmannschaft für den Inselstaat zu entscheiden. Am Sonntag sollte der Tempodribbler nun eigentlich sein Debüt für sein Heimatland geben. Da ein Vorgespräch jedoch nicht zu seiner Zufriedenheit ablief, entschied er sich im letzten Moment doch gegen einen Einsatz.


Als der Karibik-Staat in der letzten Woche verkündet hatte, dass man Bailey überzeugen konnte, galt dies als kleine Sensation. Schließlich hatten sich in der Vergangenheit vor allem viele englische Nationalspieler mit jamaikanischen Wurzeln gegen ihr Vaterland entschieden. Gegenüber dem Jamaica Gleaner hat der Bayer-Profi nun jedoch erklärt, wieso er beim Länderspiel gegen Bonaire doch nicht auf dem Rasen stand.

Bayer 04 Leverkusen v 1. FSV Mainz 05 - Bundesliga

Leon Bailey gilt als eines der größten Talente der Bundesliga


Dabei erläuterte der 21-Jährige, dass er mit hohen Erwartungen und dem Wunsch für Jamaika zu spielen in sein Geburtsland gereist war. Bei einem Gespräch mit dem Verband habe sich jedoch herausgestellt, dass sich die Jamaikaner nicht an alle im Vorfeld ausgemachten Absprachen gehalten haben. "Ich bin hier aufgrund unsere Vereinbarung gewesen. Aber als ich hier ankam, hat sich ein komplett anderes Szenario dargestellt. Sie haben ihren Teil der Abmachung nicht eingehalten und daher habe ich nicht gespielt" so der Flügelspieler.


Am meisten stört sich der Linksfuß daran, dass sein Halbbruder, Kyle Butler, der in Österreich bei LASK Linz unter Vertrag steht, nicht für das Länderspiel nominiert und stattdessen nur zu einem Probetraining eingeladen wurde. Der ehrgeizige Profi benötige jedoch auch in der Nationalmannschaft Spieler, auf die er sich verlassen kann. "Man kann von mir nicht erwarten, in ein System zu schlüpfen und davon ausgehen, dass es so funktioniert. Ich brauche Hilfe. Ich bin ein Gewinner und verliere nicht gerne. Daher brauche ich Mitspieler, die das ermöglichen können", so der angefressene Leverkusener.


Dennoch unterstrich der Shootingstar, dass es in Zukunft noch zu einer Einigung kommen kann. "Wenn sie bis November alles umsetzen was zu tun ist, kann ich mein Vaterland repräsentieren. Ich würde gerne für Jamaika spielen, aber es liegt in ihren Händen", so der schnelle Offensivspieler. Scheitert auch der nächste Versuch einer Eingliederung ins jamaikanische Nationalteam, steigen die Chancen für den DFB, für den Bailey nach einer Einbürgerung ab dem Jahre 2020 spielberechtigt wäre.