Trotz des schwachen Saisonstarts ist man auf Schalke von dem Gespann aus Sportdirektor und Trainer überzeugt. Domenico Tedesco soll die "Knappen" wieder in die Spur bringen, während Christian Heidel im Hintergrund daran arbeitet, dass ​S04 auch in den kommenden Jahren konkurrenzfähig ist. Im Zentrum seiner Überlegungen steht aktuell die Knappenschmiede.


Christian Heidel hatte in dieser Saison bestimmt einige schlaflose Nächte. Augenblicklich scheint es allerdings so, ​dass der Sportdirektor den deutschen Vizemeister ohne größeres Aufsehen aus der Krise manövriert. Das bedingungslose Vertrauen in Cheftrainer Domenico Tedesco zahlt sich aus: zuletzt feierte Schalke wettbewerbsübergreifend drei Siege in Folge.


Hinter den Kulissen konzentriert sich Sportdirektor Heidel auf das Kernstück seiner Planungen beim Revierclub: die Knappenschmiede. Das Klubgelände wird aktuell renoviert und neu gestaltet, die Arbeiten sollen 2021 abgeschlossen sein. "Wenn wir das alles umgesetzt haben, hoffen wir, dass es insbesondere für Nachwuchsspieler schwer wird, sich gegen Schalke 04 zu entscheiden", sagte der 55-Jährige im Interview mit dem Kicker.

Fortuna Duesseldorf v FC Schalke 04 - Bundesliga

Sorgt sich um die Schalker Jugendarbeit: Sportdirektor Christian Heidel


Die Schalker Nachwuchsarbeit, die lange Zeit Aushängeschild des Vereins war, stagnierte zuletzt etwas. In Zeiten, in denen für junge Durchstarter Ablösesummen im dreistelligen Millionenbereich gezahlt werden, betrachtet Heidel diese Stagnation mit Sorge: "Wir wollen Talente entwickeln und müssen dafür die Möglichkeiten bieten, sonst wird diese enorme Strahlkraft unserer Knappenschmiede verblassen. Das geht schneller, als man denkt, wenn man nichts, nicht genug oder an falschen Stellen investiert."


Den Druck, wieder im Nachwuchsbereich zu liefern, spürt Heidel deutlich. Es reiche "irgendwann nicht mehr zu sagen, dass Mesut Özil, Manuel Neuer, Benedikt Höwedes, Sead Kolasinac oder Leroy Sané unserer Knappenschmiede entsprungen sind - diese Zeiten liegen von Tag zu Tag länger zurück", betonte Heidel. 


Aktuell spielen mit Ralf Fährmann und ​Weston McKennie nur zwei Profis, die in der Knappenschmiede ausgebildet wurden, eine Rolle im Schalker Kader; zu wenig für die Ansprüche der Königsblauen.