22 Jahre lang stand Arsene Wenger beim ​FC Arsenal an der Seitenlinie, feierte viele Erfolge und durchlebte speziell in den letzten Jahren die ein oder andere Krise. Daher gab der 68-Jährige am Rande des Abschiedsspiels von Per Mertesackereinen Rat an die Münchner. Derweil äußerte sich auch Matthias Sammer zur jüngsten Misere des Rekordmeisters.


Die Ansprüche des FC Bayern waren schon seit jeher hoch, doch in den vergangenen Jahren sind sie noch einmal gestiegen. Die Mannschaft soll in den nationalen Wettbewerben nach Belieben dominieren, im europäischen Geschäft jährlich angreifen und im besten Fall einen weiteren Erfolg in der Champions League feiern.


In den ersten Zügen der Saison schien es so, als bliebe alles beim Alten: Auch unter dem neuen Trainer Niko Kovac eilten die Bayern von Sieg zu Sieg, doch seit dem Unentschieden gegen den FC Augsburg hat der Rekordmeister den Faden verloren. Es folgten zwei Niederlagen gegen Hertha BSC Berlin und Borussia Mönchengladbach sowie ein weiteres Remis in der 'Königsklasse' gegen Ajax Amsterdam.

FC Bayern Muenchen v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga

     Worin die Ursache für die Krise liegt, kann derzeit niemand beim FC Bayern herausfinden


​Die Spieler sind frustriert, der Trainer innerhalb der Mannschaft plötzlich ​nicht mehr allzu 

beliebt und der Druck steigt täglich. Arsene Wenger, der im Sommer als Trainer bei Arsenal London aufhörte, kennt den Druck aufgrund der hohen Erwartungshaltung bestens. In seinen 22 Jahren bei den 'Gunners' feierte er 17 Titel, darunter drei Mal den Gewinn der Premier League sowie sieben Mal den Erfolg im FA Cup. Doch in den letzten Jahren wurden die Stimmen gegen Wenger lauter, zu altmodisch sei seine Spielphilosophie.


Mit Krisen kennt sich der 68-Jährige, der in seinen letzten beiden Jahren die Qualifikation für die Champions League verpasste, bestens aus. Beim Abschiedsspiel von Per Mertesacker, den er sieben Jahre lang trainierte, äußerte er sich auch zur Krise bei den Bayern - und empfahl laut kicker, Ruhe zu bewahren: "Ich bin wie viele in Deutschland etwas überrascht über diese Situation, aber ich mache mir keine Sorgen um den FC Bayern. Das Wichtigste ist jetzt, dass man innerhalb des Vereins Ruhe und Stabilität behält."


Lösungsvorschlag von Sammer


Einen Ratschlag erhielten die Münchner auch von Ex-Sportdirektor Matthias Sammer, der das Problem im Interview mit der Welt am Sonntag eher bei der Konkurrenz ausmachen wollte: "Die Qualität der Bayern ist 1A. Aber die Bundesliga ist etwas mutiger geworden. Wenn du als Spieler nur wenige Prozentpunkte nachlässt, wird auch der FC Bayern mal Spiele nicht gewinnen."

​Dennoch sei die Mannschaft "nicht leicht und etwas uninspiriert" aufgetreten, wofür er sofort eine Lösung parat hatte: "
Sich defensiv zu stabilisieren, eine Grundordnung zu haben und daraus wieder offensiv zu agieren" sei nun wichtig, um neues Selbstvertrauen zu schöpfen.

FC Bayern Muenchen v Bayer 04 Leverkusen - Bundesliga

  Matthias Sammer weiß bestens über die Mechanismen beim FC Bayern Bescheid und weiß daher, was der Rekordmeister in dieser Phase benötigt


Die Bundesliga wirkt nach den ersten Wochen wieder spannend, Borussia Dortmund wird in diesem Jahr erneut als Kandidat auf die Meisterschaft gehandelt. Davor warnt Sammer allerdings. Er wolle die Meisterfrage nicht diskutieren, dafür sei die Saison noch zu jung. Was ihn besonders stört: "Der BVB wird derzeit als das Nonplusultra des deutschen Fußballs hingestellt. Das ist ungerecht und analytisch falsch."


"Je demütiger man täglich arbeitet, desto besser wird das Endergebnis sein", sagte der 51-Jährige, der aktuell als externer Berater in Dortmund fungiert und den FC Bayern weiter als Favoriten auf die Meisterschaft sieht.