Hertha BSC findet sich nach sieben Spieltagen auf dem fünften Platz der Bundesliga-Tabelle wieder - punktgleich mit dem zweitplatzierten RB Leipzig und einen Rang vor Rekordmeister FC Bayern München. So vielversprechend das klingt, hat die Alte Dame laut einem Herthaner noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.


Der FC Bayern wurde in sieben Partien der laufenden Saison bereits zweimal geschlagen. Eine Gemeinsamkeit, die sich jedoch bei den Meister-Bezwingern bemerkbar macht, ist, dass die Spieler zwar den Moment genießen, in der Weitsicht jedoch nicht glauben wollen, dass irgendjemand am Ende eine realistische Chance gegen die Bayern hat. 


So schien nach dem 3:0 Sieg der Gladbacher Stürmer Alassane Pléa gar nicht erst an eine Titel-Chance für seine Borussen zu glauben. Dem kicker erzählte er nach dem Spiel, "Wir haben viel richtig gemacht. Aber die Bayern sind alle Weltklasse-Spieler. Die werden Meister."

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Landsmänner David Alaba (r.) und Valentino Lazaro (l.) im Duell



Auch der ​Berliner Hertha gelang ein Sieg gegen den FC Bayern. Drei überraschende Punkte, die unter anderem dafür sorgten, dass der Hauptstadt-Club derzeit besser abschneidet als der Rekordmeister aus dem Süden. Doch auch die Hertha bleibt bescheiden. Der Sieg gegen Niko Kovacs Truppe sei "etwas Besonderes" gewesen, das man jedoch einzuschätzen wisse, sagte beispielsweise BSC-Kicker Valentino Lazaro beim Trainingscamp der österreichischen Nationalmannschaft, für die der 22-Jährige bereits 13-mal spielen durfte. In Bezug auf seinen Liga-Verein fügte der gebürtige Grazer hinzu: "Wir sind froh, oben zu stehen, haben aber noch genug Verbesserungspotenzial."


Sehr zurückhaltende und selbstkritische Worte für einen Bundesligisten, der ​aktuell auf Platz Fünf sogar um die Teilnahme an der Champions-League mitspielt. Lazaro stellt sich dafür gänzlich in den Dienst der Mannschaft. Der Steirer startet für die Hertha beispielsweise auf der Position des Rechtsverteidigers, obgleich er sich selbst eine offensivere Rolle wünschen würde: "Es ist kein Geheimnis, dass ich mich in der Offensive sehr wohl fühle. Aber ich komme auch als Rechtsverteidiger oft nach vorne". Das entspreche auch der Spielidee von Berlin-Coach Pál Dárdai. 

SV Werder Bremen v Hertha BSC - Bundesliga

Als Rechtsverteidiger schaltet sich Lazaro auch immer wieder vorne ein




Doch wollte Valentino am Dienstag weniger über seine Entwicklung auf einer bestimmten Position reden. Vielmehr sprach er über seine Rolle im Teamgefüge: Zum Führungsspieler wolle er reifen, "nicht nur mitschwimmen, sondern vorangehen". Ambitionierte Ziele für den jungen Österreicher, der erst seit 2017 in Berlin ist, mit der Hertha aber anscheinend noch große Ziele hat.