Vier Jahre lang war Leonardo Jardim der Erfolgscoach im Fürstentum. Nun ist seine Zeit bei der AS Monaco abgelaufen. Nach dem verpatzten Saisonstart trennte sich der französische Vize-Meister am Donnerstagnachmittag offiziell vom Portugiesen. Als Nachfolger steht Thierry Henry bereit. Für die Stürmer-Legende wäre es eine Reise in die Vergangenheit.


​Die Spatzen haben es i​m Fürstentum schon von den Dächern gepfiffen, nun ist es offiziell: Leonardo Jardim ist nicht mehr Trainer von AS Monaco. Der portugiesische Erfolgscoach wurde nach über vier Jahren vor die Tür gesetzt. Grund ist die anhaltende Negativserie in der laufenden Spielzeit.


Monaco rangiert in der heimischen Ligue 1 nach neun Spieltagen nur auf Abstiegsplatz 18 und konnte bislang magere sechs Zähler sammeln. In der Champions League sieht es ähnlich düster aus: Nach den beiden Auftaktniederlagen gegen Atletico Madrid und dem ​BVB ist der Einzug ins Achtelfinale bereits in weite Ferne gerückt.


Zu wenig für den französischen Vize-Meister - da halfen Jardim auch die tolle Arbeit und starken Ergebnisse der Vergangenheit nicht mehr. 2017 holte er mit den Monegassen die achte Meisterschaft der Vereinsgeschichte, noch vor dem übermächtigen Star-Ensemble von PSG. In der Champions League sorgte AS in diesem Jahr mit dem Einzug ins Halbfinale ebenfalls für Furore.

"Ich bin sehr dankbar und stolz, mehr als vier Jahre Trainer der AS Monaco gewesen zu sein. Ich habe immer mein bestes gegeben und mit Leidenschaft gearbeitet. Wir haben zusammen einige tolle Erfolge gefeiert und ich werde diese Erinnerungen immer behalten", erklärte Jardim zu seinem Aus auf der Vereinshomepage.


Den großen Erfolgen mussten der Klub und Jardim aber auch Tribut zollen. Im Fürstenstaat tummelten sich zahlreiche Top-Talente, die immer wieder für großes Geld abwanderten. Ein Verdienst von Jardim, der dadurch jedoch jedes Jahr aufs neue wieder seine Mannschaft umkrempeln musste.


Bislang war das dem 44-Jährigen stets bravourös geglückt. Nie schnitt Monaco unter ihm schlechter ab als Rang Drei in Ligue 1. In diesem Jahr war nun erstmals Sand im Getriebe - die Verantwortlichen sahen sich zu einer Reaktion gezwungen. 


"Ich will Leonardo mit meinem größten Respekt meinen Dank aussprechen, für die Arbeit, die er geleistet hat", sagte Vize-Präsident und Geschäftsführer Vadim Vasilyev. Er hat sich auf der Bank von AS Monaco zu einer Referenz in Europa etabliert und hinterlässt eine sehr positive Bilanz. Seine Zeit wird als eine der positivsten in der Klub-Geschichte eingehen. Er wird weiter ein Teil der AS-Monaco-Familie sein", so Vasilyev weiter.


Henry steht wohl als Nachfolger bereit


Ein Nachfolger soll auch schon parat stehen. Und der ist niemand geringeres als Thierry Henry. Der französische Weltmeister von 1998 arbeitet derzeit als Co-Trainer für die belgische Nationalmannschaft, wurde jüngst mit der Cheftrainer-Stelle ​beim englischen Zweitligi​sten Aston Villa in Verbindung gebracht, könnte jetzt aber in Monaco übernehmen.

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Thierry Henry könnte an den Ort zurückkehren, wo einst seine grandiose Spieler-Karriere begann 


Sein Engagement im Fürstentum hätte auch eine nostalgische Seite: Die Stürmer-Legende startete seine große Karriere einst bei Monaco. Dort schaffte er es von der Jugend zu den Profis, ehe er 1999 für 12,5 Millionen Euro zu Juventus Turin abwanderte.


Wie ESPN berichtet, hatten die Monaco-Verantwortlichen auch Henry's ehemaligen Mitspieler Robert Pires, Ex-PSG-Coach Laurent Blanc und Marcelo Gallardo (River Plate) im Auge. Henry scheint aber der klare Favorit zu sein.