​Weltmeister Mesut Özil hat Ende Juli ​seinen Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft bekannt gegeben. ​Bayer-Profi Julian Brandt trat zumindest auf dem Papier die Nachfolge des offensiven Mittelfeldspielers an und übernahm dessen Rückennummer 10. In einem Interview erklärte der 22-Jährige, dass er ein anderer Spielertyp als der ehemalige Schalker ist. 


Ende Mai 2016 feierte Brandt bei der 1:3-Niederlage gegen die Slowakei sein Länderspiel-Debüt. Damals trug der Offensivspieler die Rückennummer 24. Den Großteil seiner 20 Länderspiele bestritt das Eigengewächs vom ​VfL Wolfsburg mit der 20 auf dem Rücken. Seit September ziert die Zehn das Trikot des Offensivspielers. "Wenn man mich nach meinem Länderspiel-Debüt gefragt hätte, hätte ich mich bei der Nummer Zehn eher hinten angestellt", erklärte Brandt im Interview mit der Sport Bild


Mittlerweile habe er jedoch einige Länderspiele gemacht und eine WM gespielt. "Dann fühlt man sich in der Nationalmannschaft wohl, ist angekommen. Dadurch wird auch das Selbstvertrauen größer", betonte der 22-Jährige, der in jungen Jahren ein großer Bewunderer des ehemaligen Weltfußballers Ronaldinho war. Der Brasilianer war wie Özil auf der Zehner-Position zu Hause. Für Brandt sind beide jedoch völlig unterschiedliche Spielertypen als er selbst.

"Ronaldinho war ein Zauberer. Es gibt Zehner wie Mesut, der eine fantastische Übersicht hat, aber nicht der große Trickser ist", gab Brandt zu Protokoll. "Er verteilt mehr die Bälle, legt Tore vor. Ich bin weder wie Ronaldinho noch wie Özil. Ich bin flexibel", führte der Leverkusener weiter aus. "Ich komme mehr über die Außenbahn, kann aber auch zentral spielen als echte Zehn. Weil ich meist über außen komme, sieht man in mir wahrscheinlich nicht den klassischen Zehner."


Die Rückennummer spiele im Grunde genommen nur eine untergeordnete Rolle. "Letztlich ist sie nur eine Zahl. Aber wenn sie beim DFB der Meinung wären, dass ich nicht in das Trikot passen würde, hätten sie einen anderen ausgesucht", betonte er. Nach dem WM-Desaster will Brandt Teil des Neuaufbaus sein. "Da habe ich Bock drauf", stellte der 20-fache Nationalspieler klar.