Alfred Finnbogason, Torjäger des FC Augsburg, ist seit zwei Spielen wieder zurück auf dem Fußballfeld - sein Einstand hätte nicht besser laufen können. Gleich im ersten

Spiel glückte ihm ein Dreierpack, beim ​furiosen 3:4 in Dortmund besorgte er die Führung der Schwaben. Obwohl der 29-Jährige unbedingt auf dem Platz stehen möchte, weiß er auch, in sich hineinzuhören. Einen erneuten Ausfall will der verletzungsanfällige Isländer vermeiden. 


Alle 43 Minuten knipst Finnbogason in diesem Jahr. In seinen ersten beiden Bundesligaspielen

erzielte er insgesamt vier Tore. An die Torquote von Dortmunds Paco Alcacer (3 Spiele, 6 Tore, alle 14 Minuten ein Treffer) kommt der Isländer zwar nicht heran, doch beide Top-Stürmer befinden sich in hervorragender Form. Und bei beiden verwundert der gute Saisonstart. Es gab gute Gründe, die dagegen sprachen.


Bei Alcacer, Neuzugang vom FC Barcelona, ging man von einer Eingewöhnungszeit aus, denn für den Spanier war die Bundesliga bis dato Neuland. Finnbogason kennt die deutsche Liga,

spielt seit über zweieinhalb Jahren für die "Fuggerstädter" und vor allem weiß er, wie er zum Torabschluss kommt und wie man dabei Nerven behält: Bei seinem Saison-Debüt gegen Freiburg traf er per Hacke, später trocken und abgeklärt per Elfmeter.


Doch vorauszusehen war sein prächtiger Einstand nicht. Immerhin hatte Finnbogason ​wegen einer Patellasehnenverletzung seit dem 21. August kein Spiel mehr bestritten.


Gegen Dortmund am Schluss ausgelaugt


"Ich bin heiß. Nach meiner Rückkehr will ich natürlich spielen", sagte der Stürmer gegenüber der Bild. Dennoch will er es zum Start nicht übertreiben. "Ich muss mich auch vor mir selber schützen. Alle Spiele 90 Minuten zu spielen, ist nicht optimal nach so einer Verletzung", so der 50-malige Nationalspieler. Er betonte auch, gegen Borussia Dortmund am Ende müde gewesen zu sein, da das Spiel sehr intensiv gewesen sei. In der 83. Minute wechselte Augsburgs Trainer Manuel Baum seinen Torjäger aus. Als Finnbogason rausging, hatten die Zuschauer noch ein 2:2 auf der Anzeigetafel aufleuchten sehen. 


Die Gefahr, dass der freundliche Isländer abhebt, ist allerdings unrealistisch. "Ich bleibe immer der Gleiche. Ich denke, dass ist auch eine meiner Stärken", sagte Finnbogason jüngst in der Augsburger Allgemeinen. Schon in der vergangenen Saison traf er zwölfmal ins Tor, es hätten sogar noch ein paar Buden mehr werden können, hätte er sich nicht an der Wade verletzt und wäre in der Folge nicht zehn Spiele ausgefallen.


Am Donnerstag spielt Finnbogason mit der isländischen Auswahl gegen Frankreich, am Montag geht es in der Nations League gegen die Schweiz. Finnbogason will die Länderspiele mit Bedacht und Vorsicht angehen: "Mal sehen, wie viel ich da spiele. Ich muss aufpassen, dass die Belastung etwas verringert wird und ich nicht alle Spiele mache." Beim FC Augsburg sind sie jedenfalls froh, dass ihre Torfabrik wieder auf dem Rasen steht. Doch sich verheizen lassen, möchte sich Finnbogason nicht. Dafür ist er viel zu clever.