Die Transferpolitik des FC Bayern München sah in der abgelaufenen Transferperiode Folgendes vor: Spieler, die für Unruhe und Reibereien innerhalb der Mannschaft sorgen können, sollten verkauft werden. Neuzugänge sollte es bis auf den ablösefreien Leon Goretzka nicht geben, um im kommenden Jahr auf dem Transfermarkt angreifen zu könnenDass sich dieses Vorhaben rächt, verdeutlicht sich momentan in Anbetracht der angespannten Personalsituation. Für neuen Gesprächsstoff sorgt ein Bericht der ​Sport Bild, der enthüllt, dass Niko Kovac in diesem Sommer eigentlich zwei Neuzugänge verpflichten. Doch die Vereinsbosse lehnten die Transferwünsche ihres neuen Trainers ab. 


Demnach standen Abwehrspieler Kevin Vogt von der TSG Hoffenheim sowie Offensivspieler Ante Rebic von Eintracht Frankfurt ganz oben auf Kovacs Wunschliste. Vogt wechselte vor zwei Jahren vom 1. FC Köln zur TSG, entwickelte sich dort unter Julian Nagelsmann zum Abwehrchef und konnte seinen Marktwert verdreifachen (zwölf Millionen Euro). 


Bereits im Mai wurde von einem vermeintlichen Interesse der Münchner am Innenverteidiger, mit dem Kovac auf eine Dreierkette in der Abwehr habe setzen wollen, berichtet. Jedoch dementierten sowohl Hoffenheims Sportdirektor Alexander Rosen als auch der Vorstandsvorsitzende der Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, jegliche Gespräche respektive jegliches Interesse.

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    In Hoffenheim unverzichtbar: Kapitän Kevin Vogt


​Schlussendlich verlängerte Vogt seinen Vertrag in Sinsheim bis 2022, stieg zudem zum ​Mannschaftskapitän auf. Rebic hingegen kennt Kovac bestens. Der kroatische Nationalspieler verbrachte die letzten beiden Jahre auf Leihbasis bei Eintracht Frankfurt, wurde im Sommer per Klausel für eine fixe Summe in Höhe von zwei Millionen Euro fest verpflichtet - stand jedoch unmittelbar vor einem Wechsel.


Im DFB-Pokalfinale, welches die Frankfurter mit 3:1 gegen den FC Bayern gewannen, avancierte Rebic per Doppelpack zum Matchwinner und spielte sich danach bei der Weltmeisterschaft in den Vordergrund. Die kroatische Nationalmannschaft wurde  Vizeweltmeister, Rebic stand in fast allen Partien auf dem Platz und erzielte beim 3:0-Erfolg über Argentinien sein erstes Tor bei einem internationalen Turnier. ​Die ganz großen Angebote habe es jedoch nicht gegeben​weshalb auch Rebic letzten Endes seinen Vertrag verlängerte und bei den Fans für eine positive Nachricht sorgte. 


Kovacs Wunschspieler entsprachen nicht der geforderten Qualität


Pikant: Die Transfers seien Informationen der Sport Bild zufolge nicht zustande gekommen, da man innerhalb des Vereins an den Qualitäten der Spieler zweifelte. Demnach seien Vogt und Rebic als "nicht Bayern-tauglich" abgestempelt worden. Speziell im Hinblick auf die aktuelle Personalsituation wären jedoch beide eine Verstärkung gewesen, die die Sorgenfalten beim Rekordmeister hätten verschwinden lassen können. Denn Kovac stehen insgesamt nur 19 Feldspieler zur Verfügung, wovon Stand jetzt gerade einmal 15 einsatzfähig sind. Dem Trainer wurde somit die ohnehin schon anspruchsvolle Aufgabe nur noch mehr erschwert, was für weiteren Gesprächsstoff sorgen dürfte.