​Vor rund drei Wochen gab Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald ​ein Interview, in dem er erklärte, dass sich ​Werder Bremen klar gegen die AfD stellt. Er sagte damals: "Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen." Nun veröffentlichte die WELT einen E-Mail-Verlauf zwischen eines Werder-Fans und Hess-Grunewald, der den AfD-Anhängern nun mit Dauerkarten-Entzug droht. 


Der Fan zeigte sich empört über die Aussagen Hess-Grunewalds und kündigte Konsequenzen an. Der Anhänger wird seine Mitgliedschaft kündigen, will seine Dauerkarte jedoch behalten. Er sieht die Satzung des Vereins verletzt. In Paragraf zwei, Punkt zwei heißt es: „Der Verein ist politisch und religiös streng neutral und steht in allen seinen Belangen auf demokratischer Grundlage.“


Keine Dauerkarten mehr für AfD-Anhänger?


Hess-Grunewald bestätigte ihm daraufhin, dass "ein paar wenige" Anhänger ihre Mitgliedschaft nach den Anti-AfD-Aussagen aufgekündigt haben, erklärte jedoch: „Meine Aussage (gegen die AfD, Mitte September) wird offenbar von Ihnen nicht als Aufforderung zum Dialog verstanden." Und kündigte an: „Darüber hinaus werden wir uns mit Ihrem Wunsch, die Dauerkarte behalten zu wollen, noch intensiv beschäftigen."


Eine Drohung des Präsidenten, die schon zur kommenden Saison in die Tat umgesetzt werden könnte. Er schrieb: „Unabhängig davon werden wir uns ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob wir bei der hohen Nachfrage nach Dauerkarten von Menschen, die sich – anders als Sie – mit Werder Bremen und unseren Werten identifizieren für die kommende Saison wieder eine Dauerkarte anbieten.“

Werder Bremen v FC Ingolstadt - Bundesliga

Der Großteil der Werder-Fans stellte sich in der Vergangenheit des öfteren gegen die AfD


Die AfD reagierte bereits am Dienstag zu der zugespitzten Lage bei Werder Bremen. Jörn König, sportpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion erklärte: „Es ist Heuchelei, wenn Hess-Grunewald seine Äußerungen als Aufforderung zum Dialog bezeichnet." Zwei Seiten, zwei verschiedene Meinungen. Fakt ist, dass dieses Thema in Bremen wohl noch intensiver behandelt wird, als bereits zuletzt getan und die Situation eskalieren könnte.