Obwohl der ​1. FSV Mainz 05 nach sieben Spielen mit neun Punkten im oberen Mittelfeld der Tabelle steht, brandet nach dem 0:0 gegen ​Hertha BSC Berlin leichte Kritik am Spielstil der Mannschaft auf. Beim Stand von 4:4 Toren wird deutlich, dass die Rheinhessen zu wenige Treffer erzielen, vor allem in den Heimpartien. Nach dem nächsten torlosen Auftritt ist der Grundtenor deutlich: Die Chancenverwertung ist schlecht.


Bei Mainz 05 erkennt man sehr früh in der Saison bereits zwei Seiten der Medaille. Zum einen stehen die Mainzer auf einem passablen achten Tabellenplatz. Sie haben die wenigsten Gegentore der Liga zugelassen und am Wochenende einen Punkt gegen die bislang bärenstarken Berliner geholt.


Zum anderen haben sie selbst auch nur vier Tore erzielt, was den schlechtesten Wert aller Mannschaften in der Bundesliga darstellt. Anthony Ujah netzte doppelt, je ein Tor kam von Alexandru Maxim und Jean-Philippe Mateta. Eigengewächs Jonathan Burkardt und Neuzugang Issah Abass konnten sich noch nicht in die Torschützenliste eintragen.

1. FSV Mainz 05 v VfB Stuttgart - Bundesliga

Ein seltenes Bild in dieser Saison: Mainz feiert seinen Torschützen Anthony Ujah



Ein zentrales Problem: „Wir hatten […] viele gefährliche Angriffe, bei denen der Abschluss noch gefehlt hat“, appelliert Trainer Sandro Schwarz indirekt an seine Spieler. Dabei geht es nicht darum, „die Brechstange auszupacken“, fährt Schwarz fort, sondern „spielerisch die Lösung zu finden.“ Gegen die Hertha hat diese Strategie nicht funktioniert, zumindest nicht im Angriff. „Wir hatten die Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen und haben es nicht gemacht“, ärgert sich Sportdirektor Rouven Schröder nach dem Spiel. Auch wenn die „Alte Dame“ von der Dominanz der Gastgeber beeindruckt gewesen sein dürfte, reichte es schließlich doch nur zu einem Punkt.


„Dafür ist eindeutig zu wenig rausgesprungen“, moniert 05-Verteidiger Phillipp Mwene. Es könne am mangelnden Torhunger liegen, sagt er, was bedeute, dass man sich bei Mainz eher auf die Defensive konzentriere. Kapitän Stefan Bell macht aber klar, dass das nicht im Sinne seiner Mannschaft sei: „Es tut schon weh, wenn man sieht, wie oft wir aufs Tor schießen.“ Er bringt es auf den Punkt: „In der Offensive spielen wir es manchmal nicht sauber zu Ende, manchmal ist es auch Pech.“ Damit ist auch Mwene einverstanden: „Wir haben viele Torchancen und müssen einfach das Tor machen.“


Denn der Tabellenplatz ist trügerisch: Es sind schließlich erst sieben Spiele absolviert und der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt lediglich vier Zähler. Dabei ist bei Mainz durchaus eine klare Spielidee erkennbar, die sich schlichtweg noch nicht in Zählbares hat ummünzen lassen. Ersatz-Torhüter Robin Zentner ist sich sicher: „Wenn wir wieder Tore schießen, dann gewinnen wir auch.“