​Da war er. Dieser große Moment für Johannes Eggestein im Bremer Weserstadion. Lange musste der Youngster von ​Werder Bremen darauf warten und dann passierte es: Nach einem schönen Pass von Claudio Pizarro gelang der Ball zu dem deutschen Junioren-Nationalspieler, der das Leder über Koen Casteels gegen den ​​VfL Wolfsburg ins Gehäuse bugsierte. Eggesteins erstes Bundesliga-Tor und möglicherweise der Startschuss für eine gute Saison. 


Siebenmal stand der Stürmer in dieser Saison im Kader, bei jedem Spiel war er also mit dabei und dennoch reichte es bislang nur zu Kurzeinsätzen - mit Erfolg. Im Pokal brauchte er 26 Minuten für einen Treffer, in der Liga insgesamt 19 Minuten. Ein starker Wert für einen 20 Jahre alten Mann, der kaum Erfahrung auf Profi-Ebene hat. 


Ähnlichkeiten zu Maximilians Weg


Schon vor zwei bis drei Jahren war klar, dass der Youngster es irgendwann in die Bundesliga schaffen wird. Damals erzielte der Rechtsfuß in der U19-Bundesliga 42 Tore in 33 Spielen und machte international auf sich aufmerksam: Manchester United, FC Liverpool und sämtliche deutsche Klubs wollten ihn haben, Werder behielt ihn.


Doch der Durchbruch gelang nicht. Zwar durfte er bei den Profis trainieren, stand ab und zu im Kader und wurde mal für ein paar Minuten eingewechselt, doch seine Heimat war bis zum Sommer noch die zweite Mannschaft der Grün-Weißen - bei der auch nicht alles glatt lief. 

SV Werder Bremen v SC Paderborn 07 - Bundesliga

Maximilian Eggestein (rechts im Vordergrund) nach seinem Debüt gegen den SC Paderborn vor vier Jahren


Ähnlich war dies auch der Fall bei seinem älteren Bruder Maximilian. Der debütierte beim 4:0-Sieg gegen den SC Paderborn mit 17 Jahren - das war vor vier Jahren. Doch erst seit dem letzten Jahr ist der zentrale Mittelfeldspieler absoluter Stammspieler und entwickelte sich zum Leistungsträger. Hin und her wieder ging es für ihn zwischen Profis und U23, Einsatzzeit und Tribüne. Eine schwere Zeit für Maximilian, die auch sein Bruder Johannes durchleben musste. 


Doch die vielen Kurzeinsätze in dieser Saison plus die beiden Treffer, vor allem das Tor  gegen den VfL Wolfsburg, könnten für einen enormen Schub beim Youngster sorgen. Das er es wirklich drauf hat, bewies er bereits in der deutschen U21-Nationalmannschaft: In 113 Minuten Spielzeit netzte Johannes Eggestein einmal. Bei Werder will er nun da weitermachen, wo er aufgehört hat - und Tore schießen.