DORTMUND, GERMANY - OCTOBER 03: Head Coach Lucien Favre of Borussia Dortmund looks on prior to the Group A match of the UEFA Champions League between Borussia Dortmund and AS Monaco at Signal Iduna Park on October 3, 2018 in Dortmund, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images,)

Von Hitz bis Alcácer: Die Neuzugänge von Borussia Dortmund unter der Lupe

Nach zwei schwierigen Jahren unter Thomas Tuchel, Peter Bosz und Peter Stöger entschieden sich die Verantwortlichen von Borussia Dortmund für einen Neuanfang auf vielen Ebenen. Zum einen wurden mit Sebastian Kehl und Matthias Sammer zwei Personalien für das Drumherum um die Mannschaft an Land gezogen, mit Lucien Favre zudem ein Trainer, der auf lange Sicht etwas neues aufbauen und den BVB mittelfristig wieder zur zweiten Kraft des deutschen Fußballs entwickeln soll.


Doch dem Schweizer wurde es nicht leicht gemacht: Die Mannschaft wurde an vielen Stellen verändert. Insgesamt neun Spieler wurden im Sommer abgegeben, sieben dazugeholt. Mit 29 Spielern ist der Kader ungewöhnlich groß, doch trotz wackeligen ersten Wochen stimmen die Ergebnisse. Der BVB ist noch immer ungeschlagen, in der Bundesliga Tabellenführer und in der Champions League nach den ersten zwei Spieltagen voll auf Kurs.


Einen großen Anteil haben daran nicht nur die jungen Nachwuchsspieler des Kaders, sondern auch der ein oder andere Akteur, der erst in diesem Sommer neu verpflichtet wurde. Daher nehmen wir im Folgenden die Neuzugänge unter die Lupe und stellen ihnen ein erstes Zeugnis für ihre erbrachten Leistungen aus.

1. Marwin Hitz

Mit großen Ambitionen wechselte Marwin Hitz im Sommer vom FC Augsburg zu Borussia Dortmund. Der Schweizer wollte seinem Landsmann Roman Bürki ein ebenbürtiger Konkurrent sein, und den Stammtorhüter der letzten Jahre eigentlich auf die Bank verdrängen. 


Der Erfolg blieb bislang jedoch aus. Bürki hinterlässt einen sicheren Eindruck, machte in der Vorbereitung das Rennen und bleibt weiterhin die Nummer eins im Tor. Hitz hingegen, der sogar eine Teilnahme bei der Weltmeisterschaft ablehnte, um früher beim BVB einsteigen zu können, muss sich hinten anstellen.

2. Achraf Hakimi

Für zwei Jahre wurde Achraf Hakimi von Real Madrid ausgeliehen. In den ersten Wochen der Saison musste sich der marokkanische Außenverteidiger hinter Lukasz Piszczek anstellen, doch beim 7:0-Erfolg über den 1. FC Nürnberg sowie beim Auswärtsspiel gegen Bayer Leverkusen stand der 19-Jährige plötzlich über 90 Minuten auf dem Platz.


In beiden Partien betrieb Hakimi einen hohen Aufwand, beackerte die rechte Außenbahn und bewarb sich somit für weitere Aufgaben. Ob er einen Piszczek aufgrund dessen Erfahrung bereits in dieser Saison verdrängen kann, ist fraglich - sollte der Pole jedoch ausfallen, hat Lucien Favre einen sehr guten Ersatz in der Hinterhand.

3. Abdou Diallo

28 Millionen Euro überwies der BVB an den FSV Mainz 05, um sich die Dienste von Abdou Diallo zu sichern. Und schnell wurde klar, weshalb die Summe so hoch ausfiel: Der 22-Jährige überzeugt in der Defensive durch seine Ruhe und Souveränität, auch im Aufbauspiel deutet er seine Qualitäten immer wieder an.


Sein Einsatz als Linksverteidiger im Top-Spiel bei Leverkusen glückte zwar nicht, doch im Abwehrzentrum hat auch er einen großen Anteil daran, dass die Mannschaft bis dato stabil steht.

4. Axel Witsel

Axel Witsel galt als 'Königstransfer' für das zentrale Mittelfeld. Nach langem Tauziehen kehrte der 1,88 Meter große Belgier von Tianjin Quanjian nach Europa zurück und soll sich vor allem um die Arbeit gegen den Ball kümmern.


Zwar erzielte Witsel bereits zwei Treffer, doch in seiner Hauptaufgabe blüht der 29-Jährige auf. Aus der Zentrale heraus ist er der Taktgeber, bestimmt das Spieltempo und nimmt seinen Mitspielern immer wieder die Unruhe, falls es mal zu hektisch im Dortmunder Offensivspiel werden sollte. Gegen den AS Monaco überzeugte er mit einer Zweikampfquote von 100 Prozent und einer Passquote von 94 Prozent bei insgesamt 88 Ballkontakten.

5. Thomas Delaney

Auch Thomas Delaney sollte für die nötige Stabilität im Mittelfeld sorgen. Der Däne, der für 20 Millionen Euro von Werder Bremen in den Ruhrpott wechselte, besitzt die gewünschte Aggressivität gegen den Ball, ist stets auf dem Platz zur Stelle und löscht Gefahren, bevor sie entstehen. 


Ähnlich wie Javi Martinez vom FC Bayern München ist er eine Kämpfernatur, der sich über die vollen 90 Minuten in den Dienst der Mannschaft stellt und zu keiner Sekunde nachlässt. Bislang erledigte er seine Hausaufgaben sehr gut, weshalb er gemeinsam mit Witsel im zentralen Mittelfeld gesetzt ist.

6. Marius Wolf

Mit viel Vorschusslorbeeren wechselte Marius Wolf, der in der abgelaufenen Saison zu den Shootingstars der Bundesliga gehörte, von Eintracht Frankfurt nach Dortmund. Bis dato sammelte der 23-Jährige wettbewerbsübergreifend sieben Einsätze, doch die erste Tendenz nach dem Auftakt zeigt klar: Es besteht noch Luft nach oben.


Während Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen oder Marco Reus derzeit besonders im offensiven Mittelfeld des BVB hervorstechen, bleibt bei Wolf der Eindruck, den die gesamte Mannschaft in den ersten vier Bundesligaspielen vermittelte: Zu oft fehlt es an Tempo oder an der zündenden Idee, um vorne gefährlich zu werden.

7. Paco Alcácer

Paco Alcácer ist der neue Hoffnungsträger im Angriff des BVB. Die Leihgabe des FC Barcelona kam seit seinem Wechsel jedoch kaum zum Einsatz, zu oft fehlte er aufgrund von muskulären Problemen.


Dass er allerdings eine Bereicherung ist, wenn er fit ist, stellte er in seinen bisherigen Einsätzen unter Beweis. Im Debüt gegen Eintracht Frankfurt erzielte er gleich sein erstes Tor, beim 4:2-Sieg in Leverkusen war er gleich doppelt zur Stelle. Auch in der Champions League traf er gegen die AS Monaco, doch auch ohne seine Tore zeigt sich: Alcácer passt perfekt in das Spielsystem des BVB. Der Spanier ist ein mitspielender Stürmer, der kaltblütig im Abschluss ist und sich in Zweikämpfen nicht so einfach unterkriegen lässt. Sollte er fit bleiben, ist er in jedem Fall eine Verstärkung.