​​Werder Bremen gewann am Freitag mit 2:0 (1:0) gegen den​ VfL Wolfsburg und baute den erfolgreichen Liga-Start weiter aus. Mit 14 Punkten nach sieben Spielen stehen die Bremer vorerst auf Rang zwei der Liga. Einen großen Anteil an dieser Situation haben auch die beiden Stürmer Johannes Eggestein und Claudio Pizarro, der eine 20 Jahre, der andere 40 Jahre alt - Gegensätze ziehen sich an. 


Die beiden Mittelstürmer wurden in der Schlussphase der Begegnung eingewechselt und sollten versuchen, die Führung über die Zeit zu retten und am besten noch einen Treffer zu erzielen, damit das Spiel endgültig entschieden ist. Gesagt, getan: Claudio Pizarro war es, der Johannes Eggestein den Ball mustergültig in den Lauf gespielt hat. Der Youngster hob den Ball über Koen Casteels und traf zum 2:0. Ein besonderer Treffer für den deutschen U21-Nationalspieler. 

Langer Weg zum ersten Tor 


Seit zwei Jahren wird "Jojo", so nennen sie ihn in Bremen, als Top-Talent gepusht. Damals erzielte der Rechtsfuß in der U19-Bundesliga 42 Tore in 33 Spielen. Schnell gab es Interesse von Klubs wie Bayer 04 Leverkusen, Manchester United und Borussia Dortmund. Doch Johannes Eggestein entschied sich gegen das Geld und für den SVW - vielleicht auch aus Liebe zu seinem älteren Bruder Maximilian, der im zentralen Mittelfeld bei Werder den Takt angibt. 

SV Werder Bremen v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Erzielte seinen ersten Treffer in der Bundesliga: Johannes Eggestein 


Doch der Start bei den Profis verlief für Eggestein holprig. In der vergangenen Saison durfte er zwar bei ihnen mittrainieren, kam jedoch nur zum Ende der Saison in ein paar Kurzeinsätzen zum Einsatz. Auch die Leistungen in der zweiten Mannschaft stimmten nicht ganz, was vor allem daran liegen dürfte, dass die U23 defensiv eingestellt war. Doch in dieser Saison könnte sein Durchbruch gelingen. 


In fünf Pflichtspielen kam Eggestein nun zum Einsatz in dieser Saison, 50 Spielminuten insgesamt. Dabei erzielte das Talent nun zwei Tore und ist auf einem guten Weg. Nach dem Spiel erklärte Eggestein: „Ich habe mich immer reingekniet und versucht mich im Training anzubieten. Dafür habe ich ja auch schon ein paar Einsätze bekommen. Jetzt mit dem Tor belohnt zu werden ist natürlich überragend.“

Und dann gibt es noch Claudio Pizarro. Das komplette Gegenteil von Johannes Eggestein. Der Peruaner ist doppelt so alt wie Eggestein und könnte theoretisch der Vater des jungen Knipsers sein. Anfang August gab es nach der erneuten Verpflichtung der Werder-Legende viele Zweifel, ob er das Bundesliga-Niveau noch halten kann. Sechs Einsätze, zwei Vorlagen und ein Pfostenschuss (gegen den VfB Stuttgart) später scheinen wohl alle Zweifel beseitigt. 


Ja, er kann! Und die Werder-Fans hätten vermutlich kein Problem damit, wenn die beiden gegensätzlichen Werder-Profis noch das eine oder andere Tor erzielen oder sich gegenseitig vorbereiten.