Zu Saisonbeginn galt der ​FC Bayern München noch als unangefochtener Favorit auf die Titelverteidigung. Nach sechs Spieltagen in der Liga und zwei Auftritten in der ​Champions League hagelt es Kritik an vielen Ecken und Enden. Trainer Niko Kovac stellt sich den Vorwürfen und nimmt ausführlich Stellung zu den jüngsten Meldungen.

Beim FC Bayern herrscht Unruhe. Zumindest was die fußballerische Situation betrifft, besteht darüber Einigkeit. Drei Spiele in Folge ist der amtierende deutsche Meister sieglos, musste gegen ​Hertha BSC sogar die erste Saisonniederlage hinnehmen. Niko Kovac ist im Sommer als Trainer von Eintracht Frankfurt an die Isar gekommen und erhielt viele Vorschusslorbeeren. Nun steht er in der Kritik. Auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen ​Borussia Mönchengladbach beantwortet er die kritischen Fragen der Journalisten.


Die Bild berichtet, dass es bei den Bayern vor allem im Verhältnis des Trainers zur Mannschaft brodeln soll. Dies läge an der Unzufriedenheit Einzelner, wie konkret James Rodríguez. Der Kolumbianer habe sich gegenüber seinen Mitspieler despektierlich über Kovac geäußert. ​Dabei sei auch Kritik aufgekommen, dass er mit seinem Trainerstab vornehmlich Kroatisch spr​eche und sich somit von der Mannschaft distanziere. Insbesondere sei James laut Bild aber mit seinen Einsatzzeiten unzufrieden.

FC Bayern Muenchen v Ajax - UEFA Champions League Group E

Mit seiner Reservistenrolle unter Niko Kovac unzufrieden: James Rodríguez


Darüber kann Kovac sich nur leicht amüsiert zeigen. „Natürlich ist der eine oder andere unzufrieden. […] Der Spieler hat mit Sicherheit nicht gesagt, dass wir keine Spielidee haben“, beschwichtigt er. Man müsse derartige Aussagen immer im entsprechenden Kontext betrachten und gibt den Journalisten eine Teilschuld an dem Missverständnis. Die Stimmung im Team dürfe nicht überbewertet werden, erklärt Kovac: „Dass es brodelt, das ist nicht so.“ Der Kroate ist davon überzeugt, dass die Mannschaft gefestigt ist und seine Ideen annimmt. „James ist ein sehr wichtiger Spieler für den Club und auch für mich.“ Kovac sendet versöhnliche Worte an den Offensivmann: „James wird genauso viele Spiele machen wie andere.“


Die Aussagen von Uli Hoeneß lässt Kovac ebenfalls an sich abprallen. Es seien Feststellungen gewesen, erklärt er, keine Kritik. Als Trainer, der die Mannschaft täglich sieht, könne er durchaus erfolgreich rotieren, erklärt der gebürtige Berliner. „Wir müssen sehen, dass wir die frischen Leute bringen“, erklärt er die Notwendigkeit der Rotation. ​Hoeneß machte deutlich, dass Kovac schlussendlich an Ergebnissen gemessen wird und dafür „seinen Kopf hinhalten“ müsse. Kovac wirkt auf der Pressekonferenz dennoch selbstsicher.


"Ich suche da keine Entschuldigung", sagte Kovac noch im Bezug auf das Formtief - und bleibt damit eine Erklärung schuldig. Nach Gladbach werden die Bayern in dieser Saison elf Spiele absolviert haben. "Da kann man schon mal Bilanz ziehen", sagt Kovac. Auch James und Hoeneß werden für sich selbst eine Analyse der Ereignisse vornehmen. Wenn die Bayern weiterhin sieglos bleiben, werden erneut Fragen aufkommen. Kovac wird die Bilanz verantworten müssen.


Die voraussichtlichen Aufstellungen: ​Bayern München gegen ​Borussia Mönchengladbach.