​Nach dem überraschenden 2:1-Auswärtssieg gegen Olympique Marseille im ersten Gruppenspiel der Europa League, gelang ​Eintracht Frankfurt auch beim ersten Heimspiel der Gruppenphase mit einem ​4:1-Erfolg gegen Lazio Rom ein echter Coup. Doch während die Fans im Stadion nach dem Abpfiff am Donnerstagabend ihrer Freude freien Lauf ließen, war die Stimmung bei der Mannschaft von Trainer ​Adi Hütter ziemlich betrübt. Grund dafür war ein Schicksalsschlag ihres Teamkollegen Lucas Torro.


Der 24-Jährige musste nur wenige Stunden vor der Partie erfahren, dass sein Bruder in der Nacht auf den Donnerstag plötzlich verstorben war. Nach dieser schrecklichen Nachricht hatte der Spieler zunächst lediglich den Trainerstab und die Verantwortlichen davon in Kenntnis gesetzt und sich nach Absprache mit den Entscheidungsträgern dafür entschieden, gegen Lazio in der Startelf aufzulaufen. "Wir haben es Lucas freigestellt, zu spielen. Er war fußballerisch überragend, Wahnsinn", zeigte sich Sportvorstand Fredi Bobic laut dem kicker nach dem 4:1-Erfolg von der Willenstärke seines Schützlings beeindruckt.

Nach dem glorreichen Erfolg vor heimischer Kulisse wurden auch die Mitspieler des defensiven Mittelfeldspielers informiert und trösteten den aufgelösten Rechtsfuß, der nach dem Abpfiff seine Tränen nicht mehr aufhalten konnte. Auf der Vereinsseite der Frankfurter demonstrierte auch der Cheftrainer die tolle mannschaftliche Geschlossenheit bei den Hessen und betonte: "Das ist eine traurige Nachricht, die unsere Feierfreude nach dem Spiel getrübt hat. Lucas wollte heute unbedingt dabei sein. Wir stützen ihn und sind in Gedanken bei ihm."


Eine weitere rührende Geste gab es nach dem Abpfiff zudem zwischen Frankfurts Marco Russ und Lazio-Profi Francesco Acerbi. Beide Spieler hatten sich nach der Schreckdiagnose Hodenkrebs wieder ins Profigeschäft zurückgekämpft und zollten sich mit einem Trikottausch gegenseitig Respekt. "Wir haben das schon vorher abgemacht. Es ist nicht normal, nach so einer Krankheit zurückzukommen", so der Innenverteidiger.