Der ​SV Werder Bremen steht mit elf Punkten auf dem fünften Platz der Bundesligatabelle. Zu Buche stehen elf Treffer bei acht Gegentoren und durchgehend gute Leistungen, mit denen sich sowohl die Mannschaft als auch der Trainer Florian Kohfeldt sehr zufrieden gezeigt haben. Das Portal wahretabelle.de erhebt indes auch Statistiken, die über die Faktenlage der Spiele hinausgehen. Bezüglich Werder ist die Sache klar: Die Mannschaft macht viel aus ihren Torchancen, spielt sich aber zu wenige Gelegenheiten heraus.


Nach sechs Spieltagen ist man bei Werder Bremen sehr zufrieden mit dem Saisonauftakt. Werder beeindruckt mit guten Leistungen und hat in allen Partien auf Sieg gespielt. Außerdem konnte Trainer Florian Kohfeldt mit dem 3:1 gegen ​Hertha BSC Berlin den Rekord von Otto Rehhagel überbieten: Mittlerweile ist Werder seit 15 Heimspielen ungeschlagen. 


Trotz der ersten Saisonniederlage beim ​VfB Stuttgart ist Kohfeldt mit der Leistung einverstanden: „Ich kann mich mit der Art und Weise wie wir heute gespielt haben zu 1000 Prozent identifizieren“, sagte er dem Vereins-Sender Werder.tv. Auch auf der Pressekonferenz nach dem Spiel war seine Kernaussage: "Wir haben hier über 90 Minuten eine überragende Auswärtsleistung erbracht."


Dies spiegelt sich auch in den Spielanteilen wider: Sowohl gegen den ​FC Augsburg als auch gegen Stuttgart dominierten die Hanseaten das Geschehen und waren in Stuttgart in Unterzahl die bessere Mannschaft. In der Partie gaben die Bremer 14 Torschüsse ab, das Tor fiel allerdings durch den Einwurf eines Stuttgarters. Damit schneidet Werder am sechsten Spieltag als schlechtester Verein ab, was die Chancenverwertung angeht. „Wir machen vorne die Dinger nicht rein“, sagt Max Kruse Werder.tv nach dem Spiel.

SV Werder Bremen v Hertha BSC - Bundesliga

Florian Kohfeldt ist trotz der wenigen heraus gespielten Chancen sehr zufrieden




Bei genauerer Betrachtung zeichnet sich allerdings ein anderes Bild ab: Laut wahretabelle.de spielen auch die klaren Torchancen eine Rolle, nicht nur die Anzahl der Schüsse. Das Statistik-Portal erfasst darunter beispielsweise Dribblings in den Strafraum, die mit Ballverlust enden statt mit einem Abschluss. Dafür fehlen in der Zählung Abschlüsse aus der Distanz, die nicht heraus gespielt worden sind. Dieses Vorgehen ermöglicht eine Analyse der Offensiveffizienz: Wie viele eindeutige Torchancen braucht ein Team für ein Tor?


Werder Bremen verbucht daher 64 Torschüsse, steht aber nur bei 26 Torchancen. Für die Mannschaft heißt das, dass man bei aller Dominanz und spielerischem Können häufiger zielstrebig auf das gegnerische Tor spielen muss. Die mögliche Ausbeute ist vielversprechend, denn in der laufenden Saison verwertete Bremen ganze 42,31 Prozent der „herausgespielten Torchancen“, wie wahretabelle.de sie nennt.


Eine Effizienz, die in der Liga nur von vier Teams getoppt wird: ​Borussia Dortmund (54,29), ​Eintracht Frankfurt (52,63), Hertha BSC (52,17) und ​Borussia Mönchengladbach (42,86). In der faktischen Ligatabelle stehen drei der vier Teams auch tatsächlich vor Werder. Außerdem zeigt die alternative Statistik auch, dass Werder in sechs Spielen nur 19 Torchancen der Gegner zugelassen hat. Das ist nach dem ​FC Bayern München (15), der beste Wert der Liga.


Gleichzeitig offenbart die Tabelle eine Schwachstelle im Team des SVW: Nach sechs Spielen kommt Bremen auf nur 26 Chancen, das sind weniger als fünf Chancen pro Spiel. Das positive Torverhältnis von 11:8 ist durchaus knapp, sodass man aus Bremer Sicht mehr „klare“ Torchancen heraus spielen sollte. Denn wenn Werder vors Tor der Gegner kommt, fällt bis jetzt mehr als jedes dritte Mal ein Tor.