Verletztenmisere, Freiwild-Debatte, drei Spiele ohne Sieg, Frust in der Kabine – beim ​FC Bayern München läuft nicht nur fußballerisch im Moment nicht alles rund. Umso erfreulicher wird die Nachricht aufgenommen, dass Abwehrspieler Rafinha bereits unter der Woche erste Laufübungen absolvieren konnte. In der kommenden Länderspielpause soll er wieder zur Mannschaft stoßen.


Die schwächelnden Bayern haben so früh in der Saison bereits eine schwierige Phase hinter sich bringen müssen. Zunächst die vielen Verletzten - oft durch gegnerische Foulspiele außer Gefecht gesetzt-, dann eine sieglose Phase mit zwei Unentschieden und einer Niederlage hintereinander. Zuletzt sind neben Rafinha auch Corentin Tolisso und Kingsley Coman ausgefallen und fehlen den Bayern auf dem Weg zum geforderten Triple. ​In der Champions League mussten sie am Dienstag Feder​n lassen.


Nun gibt es zumindest bei einer Personalie eine frühzeitige gute Nachricht: Außenverteidiger Rafinha konnte am Mittwoch erstmals wieder auf dem Rasen trainieren, dabei führte er laut Bild ausschließlich Laufübungen unter Aufsicht eines Reha-Trainers durch. Nach dem Warmlaufen absolvierte Rafinha Steigerungsläufe und ein leichtes Ausdauertraining.

Nachdem Rafinha durch ein brutales Foul von Leverkusens Karim Bellarabi gefällt wurde, diagnostizierten die Ärzte einen Innenbandteilriss im linken Springgelenk. ​Die Bayern-Bosse waren in der Folge erzürnt über das grobe Verhalten ihren Spielern gegenüber. Trainer Niko Kovac beschwerte sich, dass man beim FC Bayern wie „Freiwild“ behandelt werde, dem mit allen Mitteln begegnet werden dürfe. Uli Hoeneß nannte das Foul „geisteskrank“ und forderte mehrere Monate Sperre für Bellarabi, der sich im Anschluss an die Partie öffentlich bei Rafinha entschuldigte. Der 33-Jährige verpasste dadurch bis jetzt vier Liga- und zwei Champions-League-Partien.


Der Brasilianer Rafinha dient im Verein als zuverlässiger Backup für die Außenverteidigerpositionen von Joshua Kimmich und David Alaba und ist einer der konstantesten Spieler der vergangenen Spielzeiten. Für die kommenden Spiele werden die Münchner jeden Mann brauchen, denn die Bayern haben im Sommer auf hochklassige Transfers weitestgehend verzichtet.

Dafür ist ein Einsatz von Mats Hummels gegen ​Borussia Mönchengladbach am Samstag fraglich. ​Der deutsche Innenverteidiger zog sich in der Champions League eine Platzwunde am Kopf zu und konnte wider Erwarten am Donnerstag nicht trainieren. Dies teilte der FCB via Twitter mit.


Trainer Kovac, ​der aktuell scharf in der Kritik steht, hat seine erste Elf angesichts der vielen personellen Schwierigkeiten noch nicht finden können. Nach dem Spiel in Gladbach hat er fast zwei Wochen Zeit, seine Ideen zu implementieren. Bis zum Auswärtsspiel gegen den ​VfL Wolfsburg am 20. Oktober soll Rafinha laut Bild wieder komplett bundesligatauglich sein.