​Am 11. Oktober bestreitet Argentinien in Riad ein Freundschaftsspiel gegen den Irak, fünf Tage danach am 16. Oktober testet die „Albiceleste“ in Jeddah gegen den Erzrivalen Brasilien. Neben Lionel Messi, der dieses Jahr nicht mehr für sein Land auflaufen will, wird Nationaltrainer Scaloni auch andere Leistungsträger ersetzen. Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona rät dem Barça-Star gar dazu, endgültig aus dem Nationalteam zurückzutreten. Santiago Ascacíbar vom ​VfB Stuttgart ist dagegen zum zweiten Mal in Folge in den Kader berufen worden. 


​Lionel Messi hat seit der WM-Niederlage gegen Frankreich im Achtelfinale der WM nicht mehr für die argentinische Nationalmannschaft gespielt. Ein Umbruch sollte her. Daher wurde Lionel Scaloni nach einem Jahr als Co-Trainer der „Himmelblauen“ zum Interims-Coach berufen. Der 40-Jährige hat einen Vertrag bis Dezember 2018. In dieser Zeit soll er die Weichen für einen Neuanfang stellen – dabei muss Scaloni setzt auf ohne den etatmäßigen Kapitän Lionel Messi auskommen. Der fünfmalige Weltfußballer wurde für die kommenden Begegnungen nicht nominiert. Außerdem lässt Scaloni Sergio Agüero, Ángel Di Maria und Gonzalo Higuaín zu Hause.



Für die Testspielreise nach Saudi-Arabien hat Scaloni weiterhin auf den Stürmer des FC Barcelona verzichtet. „Ich habe mit ihm gesprochen. Wir stimmen überein, dass jetzt nicht die richtige Zeit für seine Rückkehr ist“, teilte der Trainer bei der Kadernominierung mit. Allerdings ließ er sich nicht zu einer Terminierung von Messis Rückkehr hinreißen. ​Wie schon vor den vergangenen Spielen gegen Guatemala und Kolumbien versicherte er nur, dass Messi in diesem Kalenderjahr nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen wird. Die Zukunft darüber hinaus kommentiert er nicht und überlässt dieses Thema seinem noch unbekannten Nachfolger ab 2019.


Guatemala v Argentina

Wieder nominiert: der Stuttgarter Santiago Ascacíbar (li.) hier gegen Guatemala


In Saudi-Arabien wird Scaloni noch für die Mannschaft verantwortlich sein. Die Schonung der bewährten Spieler gibt ihm die Möglichkeit, andere Optionen zu testen. Darum ist auch Santiago Ascacíbar wieder mit von der Partie. Der Spieler des VfB Stuttgart ist erneut im Aufgebot Argentiniens und könnte zu seinem zweiten Länderspiel kommen. ​Sein Debüt verlief mit dem 3:0-Sieg über Guatemala sehr erfolgreich. 


Eine besondere Reise könnte es auch für drei Debütanten werden: Juan Foyth, Rodrigo de Paul und Roberto Pereyra wurden zum ersten Mal in den Kader berufen und dürfen sich ob der nicht mitgereisten Stars ernsthafte Hoffnungen auf Einsatzzeiten machen.


"Wünschte mir, er würde sagen, dass wir ihn alle am Arsch lecken können.“


Währenddessen wird sich Lionel Messi Gedanken um seine Zukunft für Argentinien machen. Wenn es nach Argentiniens Fußball-Helden Diego Maradona ginge, gäbe es keine Zukunft im Nationaltrikot. Gegenüber der argentinischen Tageszeitung Clarín machte Maradona deutlich, was er von der Mannschaft hält: „Was ich ihm raten würde? Dass er nicht mehr hingeht, sondern zurücktritt.“ Dann fuhr er fort: „Im Moment tut die Nationalmannschaft nichts für mich und das Volk. Wir haben die Leidenschaft für sie verloren.“ 


Maradona ist der Meinung, dass Messi für alles verantwortlich gemacht wird, was argentinischen Fußball betrifft, „sogar, wenn die U15 verliert.“ Das müsse Messi sich nicht bieten lassen: „Ich wünschte mir, er würde sagen, dass wir ihn alle am Arsch lecken können.“


Messi selbst hat sich noch nicht zu seiner Zukunft in Himmelblau und Weiß geäußert. Bereits 2016 ist er nach der verlorenen Copa América aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, kehrte nach nur zwei Monaten Pause aber wieder zurück ins Team. Später erklärte er, dass es ihm unangenehm gewesen sei, seine Entscheidung zurückzunehmen. Demnach wird er sich im aktuellen Fall wohl versuchen, sich endgültig festzulegen.