Nach drei Siegen in Folge schien die Formkurve bei Manchester United wieder nach oben zu zeigen, doch die 'Red Devils' ließen zuletzt wieder zu Wünschen übrig. Nach dem Remis gegen die Wolverhampton Wanderers sowie dem Peinlich-Aus im Carabao Cup gegen Derby County (9:10, n.E.) setzte es am gestrigen Samstag eine 1:3-Niederlage bei West Ham United. Nach der Partie suchte Trainer Jose Mourinho die Schuld beim Schiedsrichter, nahm seine eigene Mannschaft jedoch nicht aus der Schussbahn und erklärte, weshalb Alexis Sanchez fehlte.  


Mit der vierten Niederlage im neunten Pflichtspiel war Mourinho ganz und gar nicht einverstanden. Gegen West Ham United lag seine Mannschaft bereits zur Pause mit 0:2 in Rückstand, ehe Marcus Rashford in der 71. Minute das Anschlusstor erzielte. Doch nur drei Minuten später stellte Marko Arnautovic den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her und verpasste den 'Red Devils' den K.o..  


"Ein Tor war Abseits, das zweite war ein Eigentor und das dritte Tor war ein Fehler des Schiedsrichters", wetterte 'The Special One' laut ​BBC nach der Partie. Speziell über Arnautovics Treffer ärgerte sich Mourinho - nicht nur wegen eines vermeintlichen Foulspiels an Marcus Rashford, sondern auch, weil das zuvor gewonnene Momentum im Handumdrehen wieder verloren war. "Das dritte Tor hat unsere Einstellung getötet, weil der Schiedsrichter zuvor das Foul nicht gesehen hat. Wir hatten 20 Minuten, um das Spiel nach unserem Tor zu drehen. Aber wir konnten es nicht machen, da unsere Mentalität weg war."

Jedoch räumte er ein, dass seiner Mannschaft schon zuvor jegliche "Qualität und mentale Einstellung" vermissen ließ. Man müsse immer versuchen, zu gewinnen - schließlich sei das das Naturell eines Profi-Fußballers. Doch nicht zum ersten Mal fehlte seiner Mannschaft die Gier, weshalb United mit zehn Punkten aus den ersten sieben Spielen den schlechtesten Premier-League-Start seit fast 30 Jahren hinlegte. 


Mourinho: Deshalb war Sanchez nicht dabei


Für Aufsehen sorgte auch Alexis Sanchez, obwohl dieser gar nicht spielte. Der Chilene, der in seinen bisherigen fünf Einsätzen erst eine Torvorlage lieferte, wurde aus dem Kader gestrichen. An seiner Stelle spielte Anthony Martial, der noch im Sommer zu den Streichkandidaten zählte, was Mourinho trotzig begründete: "Sehen Sie: Wie lange haben die Leute nach Anthony Martial gefragt, weil Alexis Sanchez nicht gut genug spielt? Also habe ich diese Woche gedacht, es wäre Zeit gewesen, dem zuzustimmen. Deshalb habe ich Martial gewählt und Alexis draußen gelassen." Diese Entscheidung dürfte jedoch nicht dabei geholfen haben, seinen Stuhl wieder etwas weniger wackeln zu lassen. Die Spekulationen um seine Zukunft dürften nun weiter anhalten, während das Tief in Manchester weiter anhält.