​Der Mehrheitseigner der TSG 1899 Hoffenheim Dietmar Hopp hat nach den Anfeindungen der Fans von Borussia Dortmund am vergangen Samstag nun große Rückendeckung von der Vereinsführung des FC Bayern München erhalten. Sowohl der Präsident Uli Hoeneß als auch der Vorstandsvorsitzende des FCB Karl-Heinz Rummenigge verurteilten die Beleidigungen der BVB-Fans auf das Schärfste und lobten den Unternehmer in höchsten Tönen.


Wie die Bayern-Führung in ihrer Stellungnahme auf der offiziellen Vereinswebseite erklärte, sei Hopp ein "absolut untadeliger Charakter. Er hilft selbstlos, er unterstützt zahllose soziale Projekte nicht zuletzt mit großen finanziellen Mitteln". Die Anfeindungen der Fans des Münchner Rivalen ​Borussia Dortmund bezeichneten sie als "ungeheuerlich und völlig deplatziert."

TSG 1899 Hoffenheim v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Seit Jahren befreundet: TSG-Eigner Dietmar Hopp (l.) und FCB-Präsident Uli Hoeneß


Neben der Rückendeckung für den seit Jahren befreundeten Kollegen richteten Rummenigge und Hoeneß zusätzlich auch einen Appell an den deutschen Fußball, dem durch die Ausartung solcher Aggressionen in Zukunft womöglich der Verlust von einflussreichen Persönlichkeiten wie Hopp droht, sofern nichts dagegen unternommen wird. "Der Fußball muss sich gegen Aggressionen dieser Art solidarisieren. Wir müssen zusammenstehen, um solche Entgleisungen zu unterbinden. Es wäre fatal, wenn sich Menschen wie Dietmar Hopp irgendwann aus unserem Sport zurückziehen", heißt es in dem Statement. 

Hintergrund der Münchner Rückendeckung ist wohl die lange Freundschaft zwischen Hopp und den Rekordmeister der Bundesliga. Den FC Bayern und den Geschäftsmann verbindet seit langer Zeit bereits eine Freundschaft, unter anderem ist Franz Beckenbauer regelmäßiger Gast auf dem Golfplatz des Hoffenheimer Investors. Auch geschäftlich sicherte sich Hopps Firma SAP erst kürzlich die Rechte an der neuen Multifunktions-Sportarena in München, wo künftig die Spiele der Basketballer des FC Bayern als auch die des Eishockeymeisters Red Bull München stattfinden sollen. 


Auch der Anwalt des Mehrheitseigners der Kraichgauer Christoph Schickhardt äußerte sich sehr kritisch zu dem Vorfall und zeigte sich gegenüber Sport1 mehr als nur besorgt um seinen Klienten. "Unsere Gesellschaftsordnung darf sich nicht machtlos zeigen gegen solche Exzesse". 

Der Kontrollausschuss des DFB hatte am Montag die ​Ermittlungen gegen die TSG und auch den BVB eingeleitet. Während man gegen 1899 wegen des Verdachts auf "nicht ausreichenden Ordnungsdienst" ermittle, müssen sich die Schwarz-Gelben für das "unsportliche Verhalten der Anhänger" verantworten.