Gerade in Italien und England ist es nicht unüblich, dass manche Klubs mit ihren verliehenen Spielern zwei Mannschaften bilden könnten. Die FIFA will gegen dieses Gebaren nun vorgehen - ein Gipfeltreffen in London ebnet den Weg für eine Transfermarkt-Reform.


Die FIFA will künftig auf dem Transfermarkt für mehr Transparenz sorgen und den spekulativen Leih-Geschäften der Klubs ein Ende setzen. Das teilte der Weltverband am Dienstag mit. Am Tag nach der ​Wahl zum Weltfußballer 2018 hatte sich am Montag in London ein sogenanntes Stakeholder-Komitee zusammengefunden.

Anwesend waren dabei Vertreter der Klub-Vereinigung ECA, der Spielergewerkschaft FIFPro, sowie Repräsentanten internationaler Ligen, nationaler Mitgliederverbände und Konföderationen. Beim Gipfeltreffen wurde über Vorschläge zur Änderung des Transfersystems beraten. Die Pläne waren wohl bereits beim ECA-Treffen Mitte September diskutiert worden.


"Wir haben alle an einen Tisch gebracht. Alle wichtigen Akteure der Branche haben begriffen, dass wir handeln müssen“, erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Dies ist ein entscheidender Schritt hin zu mehr Transparenz“, so der Schweizer weiter.

FBL-FIFA-AWARDS

Klarer Befürworter der Transferreform: FIFA-Präsident Gianni Infantino


Am 26. Oktober könnte es beim FIFA-Council zu einer Entscheidung kommen. Konkret sollen künftig Leihgeschäfte limitiert werden. Es sollen nur noch bis zu acht Profis verliehen werden können. Die Zahl der Spieler, die an dasselbe Team zeitweise abgegeben werden können, soll auf drei bis vier beschränkt werden. "Talente unter 21 Jahren, die von ihrem Stammklub ausgebildet und schon längere Zeit dort unter Vertrag stehen, dürfen weiter in unbeschränkter Zahl ausgeliehen werden, um ihre Entwicklung zu fördern, indem sie anderswo Spielpraxis sammeln“, berichtet die Sportbild.


Weshalb eine Reform dringen von Nöten ist, zeigt ein Blick auf den europäischen Fußball. Gerade in der Serie A nehmen die Leihgeschäfte ausufernde Züge an, bei denen die beteiligten Klubs nicht selten miteinander verflochten sind. So hat etwa Atalanta Bergamo als "Spitzenreiter" derzeit 55 (!) Akteure verliehen. Rekordmeister Juve kommt immerhin noch auf 26 Spieler.


Abgesehen haben es die Reformen aber nicht nur auf die Leih-Politik der Klubs. Transfers sollen bald über eine Abrechnungsstelle abgewickelt werden. So soll jeder Wechsel zentral bearbeitet werden, was aus Sicht der FIFA deutlich mehr Transparenz garantiere und der Weltverband so sicherstellen könne, das alle Beteiligten ihre Zahlungen erhalten. 


Für jeden nationalen Verband soll weiterhin ein elektronisches Transfersystem vorgeschrieben sein.