​Zugegeben, die neue Bundesligasaison ist noch ziemlich jung, dennoch lassen sich bereits erste Gewinner und Verlierer der Anfangsphase ausmachen. Unter den strahlenden Siegern der ersten Wochen ist mit Sicherheit ​Hertha BSC. Dabei ist es der Mannschaft von Trainer ​Pal Dardai gelungen, den zwar nicht immer erfolglosen Pragmatismus der letzen Jahre ein Stück weit abzulegen - spätestens beim 4:2-Erfolg gegen Gladbach zeigte man, dass Berlin auch aus fußballerischer Sicht sexy sein kann.


Ein Garant für den Erfolg ist dabei der Trainer. Zwar ist Dardai bereits seit 2015 im Amt, dennoch entwickelte sich der Ungar in den letzten Jahren stetig weiter und formte seine Mannschaft. Dabei war der Cheftrainer in der Vergangenheit nicht unbedingt dafür bekannt, sein Team offensiv aufzustellen. Nun, da die Defensive steht wie eine Eins, lässt er seine kreativen Spieler immer häufiger von der Leine.

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Trainer Pal Dardai hat seine Mannschaft komplett im Griff


​Dabei betonte der erfahrene Coach bereits in der Vergangenheit, dass eine solche Spielweise auch vom vorhandenen Spielermaterial abhänge. Und dieses ist aktuell so vielversprechend wie lange nicht mehr. So liefert Arne Maier auf der Sechs Woche für Woche echte Spitzenleistungen ab und ist einer der auffälligsten defensiven Mittelfeldspieler der gesamten Liga. Das Ganze in einem Alter von 19 Jahren. Ohnehin kommt der Kader der Berliner mit jeder Menge jugendlicher Frische daher. Dabei sollten vor allem auch die Außenbahnspieler Valentino Lazaro und Javairo Dilrosun nicht unerwähnt bleiben.


Die Defensive der Gladbacher, die bei der 2:4-Pleite gegen die Berliner wiederholt übertölpelt wurde, kann davon ein Lied singen. Da sich mit Vedad Ibisevic in der Sturmspitze und Torhüter Rune Jarstein auch arrivierte Kräfte prima in das Kollektiv einfügen, gilt es zu konstatieren, dass derzeit bei den Berlinern die Mischung stimmt. Einer, der dafür die Hauptverantwortung trägt, ist Manager Michael Preetz, der durch kluge Investitionen die Weichen für die Zukunft gestellt hat. Dabei zeigte sich der erfahrene Funktionär auch bei den Vertragsgesprächen auf Zack und stattete so etwa Arne Maier mit einem Kontrakt bis 2022 aus.

Den größten Sprung in seiner Entwicklung machte kürzlich aber zweifelsohne ​Ondrej Duda. Der 23-Jährige war bislang als ewiges Talent verschrien, dem es nicht gelang, konstant das enorme Potenzial abzurufen. In dieser Spielzeit scheint der Knoten nun endlich geplatzt zu sein und so erzielte der Slowake in den ersten vier Bundesligapartien bereits vier Treffer. Auch jetzt gilt es zwar dieses Niveau erst einmal auf Dauer zu bestätigen, dennoch deutet derzeit vieles darauf hin, dass es den Berlinern gelingen kann, das Image als "graue Maus der Liga" endlich abzulegen.