Auch im stolzen Alter von 39 Jahren ist Claudio Pizarro immer für eine Überraschung gut. Der Angreifer wurde für das Auswärtsspiel des SV Werder Bremen beim FC Augsburg in die Startelf beordert und unterstrich mit seiner Vorlage zum 2:0, dass er noch immer auf Bundesliga-Niveau mithalten kann. Dementsprechend war er im Anschluss "sehr zufrieden".


Gab es einst bis 2013 bei der Frankfurter Eintracht "den ewigen Oka" - Ex-Torhüter Oka Nikolov - so dürfte Claudio Pizarro allgemein als "der ewige Claudio" betrachtet werden. Der Peruaner absolvierte beim 3:2-Sieg über den FC Augsburg seinen 449. Einsatz in der Bundesliga und steht somit vor der Partie gegen Hertha BSC vor einer Premiere. 

Bislang feierte der 39-Jährige drei Einsätze als Joker, doch mit seiner gestrigen Nominierung für die Anfangsformation wollte Florian Kohfeldt einen taktischen Kniff gegen die kompakten Augsburger wagen: "Er kann die Bälle vorne halten und bringt ein ganz anderes Element in unser Spiel. Bei dem hohen Pressing der Augsburger wollten wir ihn dort vorne drin haben, um die Abwehr mit langen Bällen mal überspielen zu können", begründete der Trainer seine Entscheidung auf der ​vereinseigenen Website


Dies sei gewiss "kein Geschenk" für Pizarro gewesen, der dafür sorgte, dass Kruse nicht mehr im Zentrum, sondern auf der rechten Außenbahn begann. Neben seiner Vorlage für Maximilian Eggestein, der das zwischenzeitliche 2:0 erzielte, lieferte er dabei allgemein eine gute Leistung ab: "Er hatte nicht nur zwei Riesenchancen, sondern auch einen großen Anteil am heutigen Sieg", so Kohfeldt.


Am Morgen danach "tut alles weh"


"Ich habe lange nicht mehr von Anfang an gespielt, aber sehr zufrieden", freute sich Pizarro, dessen Schicht nach knapp 70 Minuten vorüber war. Er fühle sich momentan "einfach gut und es ist gut für mich, wieder zu spielen." Doch wie er auch offenbarte, ziehen viele Einsatzminuten auch immer Konsequenzen nach sich: "Am Tag danach tut immer alles weh", sagte er humorvoll.

Doch auch so hatte er nach dem zweiten Auswärtssieg in Folge allen Grund zur Freude: "Ich bin sehr zufrieden nach dem Sieg. Am Ende haben wir die drei Punkte. Das ist das Wichtigste – gerade nach dem Unentschieden gegen Nürnberg. Da wollten wir heute unbedingt etwas nachholen." Zwar habe man das Spiel nach dem zweiten Tor "unter Kontrolle kriegen müssen", doch Pizarro gefiel besonders die Reaktion der Mannschaft, die nach dem Ausgleich wieder  druckvoller agierte.


Nun steht für Werder die englische Woche auf dem Programm, nach dem Duell gegen die Hertha am Dienstag wartet der VfB Stuttgart. Ob Pizarro in einer der beiden Partien erneut von Anfang an beginnen wird, bleibt offen. Jedoch weiß Kohfeldt in jedem Fall, was er am Veteranen hat.