Zwölf Jahre lang spielte Theo Walcott für Arsenal London, ehe der einstige englische Nationalspieler im Winter zum FC Everton wechselte. Bei den 'Toffees' fühlt er sich wohl, weshalb er vor seiner Rückkehr ins Emirates Stadium einzig und allein drei Punkte im Blick hat - und bei einem Tor auf einen Jubel nicht verzichten würde.


Exakt 399 Mal stand Theo Walcott für die 'Gunners' auf dem Platz. Der Flügelspieler galt vor einigen Jahren als schnellster Mann der Premier League, bestach daher durch sein irrsinniges Sprinttempo und gehört zu den Leistungsträgern. 108 Tore und 78 Assists untermauern diese Annahme, doch nach und nach wurde er immer öfter auf die Ersatzbank gesetzt.


Allein in der Hinrunde der abgelaufenen Saison erhielt Walcott in der Premier League lediglich sechs Einsätze, obwohl er in seinen Augen mehr verdient gehabt hätte: "Ich habe alles getan, was ich konnte. Ich habe auf mich selbst geachtet, in der Europa League gespielt und Tore erzielt", so der 29-Jährige gegenüber dem Telegraph


In fünf Einsätzen traf er drei Mal, bereitete fünf weitere Tore vor und hatte so einen maßgeblichen Anteil daran, dass Arsenal die Gruppenphase problemlos überstand. Für mehr Spielpraxis sollten diese Resultate allerdings nicht sorgen.

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  Nur noch Ersatzspieler: Nach vielen Jahren wurde Theo Walcott plötzlich degradiert - und suchte daher eine neue Herausforderung

 

"Ich habe es nicht genossen, ich bin ehrlich. Ich habe bei Arsenal nicht gespielt und war frustriert." Er habe mehr gewollt, weswegen im Winter der Schnitt folgte. ​Für 22,5 Millionen Euro wechselte er an die Merseyside und unterschrieb bis Sommer 2021 beim FC Everton, wo er seither regelmäßig zum Einsatz kam.


Er fühle sich wieder glücklich, weshalb er glaubt: "Ich hatte tolle Zeiten [bei Arsenal], aber es fühlt sich an, als würde ich bei Everton noch bessere Zeiten erleben." Nach dem achten Platz in der Vorsaison wollen die 'Toffees' mehr, liegen nach sechs Zählern aus den ersten fünf Spielen allerdings nur auf Platz zwölf. Walcott, der in 20 Partien bislang fünf Tore erzielte, steckt sich persönlich ebenfalls hohe Ziele: "Ich möchte mindestens 15 Tore schießen und zehn Vorlagen liefern. Ich denke, das ist zweifelsohne erreichbar. Ich will, dass sich der Verein eine gute Rolle spielt, und wenn ich diese Zahlen erreiche, wird es eine Hilfe sein."


Walcott will bei seiner Rückkehr drei Punkte


Die nächste Chance auf weitere Punkte gibt es am Sonntag (17 Uhr), wenn Everton bei Arsenal gastiert. Trotz der eher mageren Bilanzen der jüngeren Vergangenheit zieht Walcott, der 2006 vom FC Southampton nach London wechselte, ein positives Fazit über die Zeit bei den 'Gunners': "Es kann nicht allzu schlecht gewesen sein, wenn man - hauptsächlich als Flügelspieler - einer der Top-Scorer in der Premier League bei Arsenal ist und drei FA Cups gewonnen hat."

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   In Blau fühlt sich der Flügelflitzer deutlich wohler. Das Selbstvertrauen ist bei Walcott spürbar angestiegen

​Seine Entscheidung, den Verein zu verlassen, bereut er jedenfalls nicht. Stattdessen brennt er für seinen neuen Klub, weshalb er sich auch bei einem möglichen Tor nicht zurückhalten würde. "Ja, ich würde jubeln. Ich denke, die Arsenal-Fans werden das auch respektieren", sagt Walcott. Gerade gegenüber den mitgereisten Fans sei dies nur fair. "Manche Spieler machen es nicht, und das ist okay, aber so bin ich nun mal. Feier mit deinen Mitspielern und den Fans, sie sind jetzt deine Fans. Ich will gewinnen."


Einfach dürfte diese Aufgabe allerdings nicht werden. Nach den beiden Auftakt-Niederlagen gegen Manchester City (0:2) und dem FC Chelsea (2:3) feierte die Mannschaft von Unai Emery, der Arsene Wenger im Sommer nach 22 Jahren beerbte, vier Pflichtspielsiege in Folge. Doch Theo Walcott strotzt vor Selbstvertrauen, und auch seine ehemalige Spielstätte dürfte ihm noch einmal zusätzliche Motivation verleihen.