​Im Sommer 2015 gingen Oliver Sorg und der ​SC Freiburg getrennte Wege. Nach neun Jahren brach der Verteidiger seine Zelte im Breisgau ab und wechselte zu ​Hannover 96. In einem Interview sprach der 28-Jährige über die schwierige Zeit nach dem Wechsel und seine Art, Fußball zu spielen. 


An die Anfangszeiten in Hannover erinnert sich Sorg wohl eher ungern zurück. Der Verteidiger kam damals als Nationalspieler zu den 'Roten', weshalb die Erwartungshaltung dementsprechend hoch war. Der Defensivspieler bestritt allerdings nur ein Länderspiel (Mai 2014) für die deutsche Nationalmannschaft. 


"Ich konnte es einordnen, andere vielleicht nicht", erklärte der Ex-Freiburger im Interview mit dem kicker. "Die Erwartungen waren hoch. Ich weiß nicht, ob die Leute dachten: Die holen jetzt David Alaba, der ein Tor und zwei Assists in jedem Spiel macht", führte der 28-Jährige weiter aus. 

In seiner ersten Saison bei den '96ern' musste sich der Rechtsfuß immer wieder Kritik gefallen lassen. "Manche Leute haben mich als einen anderen Spieler gesehen als ich war. Ein Feuerwerk abzubrennen ist halt einfach nicht mein Spiel", betonte Sorg. "Es ist ein bisschen vergleichbar mit dem Mobbing in den sozialen Medien. Irgendjemand schreibt einen Käse und bedenkt nicht, was er damit für Wirkungen erzielt." 


Mittlerweile ist der Verteidiger in Hannover zu einem wichtigen Führungsspieler gereift. "Es gibt ja inzwischen Mitspieler, die zehn Jahre jünger sind als ich. Da rutscht man automatisch in eine Verantwortung und hilft den jüngeren oder neuen Spielern, die sich noch nicht so auskennen", erklärte Sorg. Trotz seiner Rolle als Führungsspieler gibt sich der 28-Jährige weiterhin bescheiden. "Seit ich Profi bin, bin ich ein solider und verlässlicher Spieler. Ich mache meine Arbeit, erfülle meine Aufgabe", sagte der Defensivspieler.

Hannover 96 v Borussia Dortmund - Bundesliga

Oliver Sorg (r.) im Zweikampf mit Marco Reus


Für Sorg sei es wichtig, "dass ich meinen Job gut gemacht habe. Dann gehe ich nach Hause und dann ist für mich alles okay". Daher sei es auch kein Problem, wenn seine Mannschaftskollegen im Vordergrund stehen. "Es ist völlig okay, wenn nach dem Spiel andere die Interviews geben", so der Routinier, der seine Stärken ganz klar in der Defensive sieht: "Das war schon immer so und ist es heute auch noch."