​​Eintracht Frankfurt ist mit einem glücklichen Auswärtssieg in die Europa-League-Gruppenphase gestartet. Beim Vorjahresfinalisten Olympique Marseille behielten die Hessen mit 2:1 die Oberhand. Der eingewechselte Luka Jovic brachte die SGE mit einem späten Treffer auf die Siegerstraße. Nach einem Platzverweis agierte die Mannschaft von Cheftrainer Adi Hütter über eine halbe Stunde lang in Unterzahl. 


Olympique Marseille - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:0)

Tore: 1:0 Lucas Ocampos (3.), 1:1 Lucas Torro (52.), 1:2 Luka Jovic (89.)


Olympique-Coach Rudi Garcia tauschte nach dem deutlichen 4:0-Ligaerfolg gegen EA Guingamp fast die halbe Mannschaft aus. Valere Germain, Maxime Lopez, Boubacar Kamara, Duje Caleta-Car und Bouna Sarr begannen für Luiz Gustavo, Konstantinos Mitroglou, Morgan Sanson, Jordan Amavi und Hiroki Sakai, die allesamt auf der Bank Platz nahmen. 


Frankfurts Cheftrainer Hütter veränderte seine Startelf im Vergleich zur 1:3-Auswärtsniederlage in Dortmund auf drei Positionen. Jonathan de Guzman, Makoto Hasebe und Jetro Willems ersetzten Marco Fabian, Gelson Fernandes und Simon Falette.

Die Partie, welche aufgrund von Verfehlungen der Olympique-Fans in der Vorsaison vor leeren Zuschauerrängen ausgetragen wurde, begann mit einem Paukenschlag. Die Gastgeber erwischten einen Auftakt nach Maß und gingen bereits nach wenigen Minuten in Führung. Eine Flanke von Florian Thauvin erreichte Lucas Ocampos, der mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:0 traf (3.). Die Hessen waren um eine schnelle Antwort bemüht und hatten Pech, dass nach einer scharfen Hereingabe von Danny da Costa sowohl Willems als auch Filip Kostic die Kugel knapp verpassten (4.). 


Auf der Gegenseite war Kevin Trapp bei einem Kopfball von Germain zur Stelle (9.). Nach einer Kopfballablage von Lucas Torro war es da Costa, dessen Volleyabnahme knapp am Tor der Franzosen vorbeirauschte (14.). In der Folgezeit blieben zwingende Torchancen Mangelware, ehe sich Torro einen haarsträubenden Fehler leistete. Nach einem zu kurzen Rückpass des Spaniers tauchte Germain alleine vor Trapp auf, hatte im Duell mit dem Nationalkeeper jedoch das Nachsehen (29.).

Zwei Zeigerumdrehungen später scheiterte Sebastien Haller mit der Hacke an Yohann Pelé (31.). Bis zur Halbzeitpause drückten die Hausherren auf den nächsten Treffer und erspielten sich ein deutliches Chancenplus. Thauvin fand in Trapp zweimal seinen Meister (36., 40.). Der SGE-Schlussmann war auch bei einem Kopfball von Ocampos auf dem Posten (40.). Einen Freistoß von Dimitri Payet lenkte der Nationalkeeper nur mit Mühe über die Latte (45.+1). 


Hütter reagierte in der Halbzeitpause und brachte Nicolai Müller für Mijat Gacinovic. Der Neuzugang verzeichnete die erste gute Möglichkeit des zweiten Durchgangs (52.). Gustavo klärte der Abschluss des Ex-Hamburgers auf Kosten einer Ecke, die zum Ausgleich führte. Torro entwischte am Fünfmeterraum seinem Bewacher und nickte zum 1:1 ein (52.). Wenige Minuten später sah Willems nach einem unnötigen Foul an Payet die Gelb-Rote Karte (59.). 

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Lucas Torro (2. v. l.) bejubelt mit seinen Mitspielern den Ausgleichstreffer


In Unterzahl waren die Frankfurter fast nur noch mit Defensivaufgaben beschäftigt und konnten nur selten für Entlastung sorgen. Nach einem langen Ball legte Haller gekonnt für Müller ab, dessen abgefälschten Schuss Pelé sehenswert parierte (73.). Auf der Gegenseite war Thauvin nach einer Payet-Flanke zur Stelle, brachte den Ball aber nicht auf das Tor (77.). In der Schlussphase warfen die Franzosen noch einmal alles nach vorne, brachten die SGE-Defensive allerdings nur selten in Verlegenheit. 


Die Hütter-Elf hingegen nutzte einen schlimmen Fehlpass des eingewechselten Nemanja Radonjic eiskalt aus. Nach einer Hereingabe von Falette hämmerte der eingewechselte Jovic den Ball unter die Latte (89.). Die Eintracht brachte die Führung über die Zeit und feierte am Ende einen glücklichen Auswärtssieg.