MANCHESTER, ENGLAND - SEPTEMBER 19: Bernardo Silva of Manchester City during the Group F match of the UEFA Champions League between Manchester City and Olympique Lyonnais (OL) at Etihad Stadium on September 19, 2018 in Manchester, United Kingdom. (Photo by Jean Catuffe/Getty Images)

Manchester City: 5 Erkenntnisse aus der Niederlage gegen Olympique Lyon

Holt Pep Guardiola wieder der Champions-League-Fluch ein? Die 1:2-Niederlage im ersten Spiel gegen Olympique Lyon mag noch nichts bedeuten. Doch jeder weitere Punktverlust wäre für Manchester City gefährlich. Manchester stellt Ansprüche auf den Gruppensieg, um im Achtelfinale einem Top-Gegner aus dem Weg zu gehen. Der Druck in der Champions League ist seit gestern nicht geringer geworden.

1. Lyon setzt Manchester im Spielaufbau erfolgreich unter Druck

Zwar bestimmten die Hausherren mit ihrem Ballbesitzfußball meist das Spielgeschehen, doch ihre Schwäche bei Gegenstößen kriegt Manchester City zumindest in vielen Champions-League-Spielen nicht in den Griff. Schon in der vergangenen Saison im Viertelfinale gegen den FC Liverpool war die Anfälligkeit bei Gegenangriffen den "Citizens" zum Verhängnis geworden. 


Auch gegen Lyon fand das Team von Pep Guardiola kein Mittel. Lyon lief die Abwehrreihe von Manchester konsequent an, besonders Fernandinho hatte Probleme, dem Druck zu entgehen. Zweimal verlor er den Ball, zweimal resultierte ein Tor daraus. Lyon war mit mehreren Spielern in Manchesters Hälfte aufgerückt, beim 1:0 blieb Cornet eiskalt, beim 2:0 eroberte Fekir den Ball und machte das Tor anschließend selbst. 


Eine riesige Konterchance für Lyon gab es in der zweiten Halbzeit, als Sané den Ball zum Gegner passte. Umgehend nahm Lyon wieder Tempo auf, Memphis Depay lief im Zentrum in Position und bekam den Ball genau in die Schnittstelle gespielt. Der Niederländer scheiterte nur knapp an Schlussmann Ederson, der gerade noch mit seinen Fingerspitzen dessen Versuch an den Pfosten lenkte. Es wäre das 3:0 von Olympique gewesen.

2. Zu wenig Schnelligkeit im Angriff

Ohne Kevin De Bruyne, Benjamin Mendy und zunächst auch ohne Leroy Sané, sowie Sergio Agüero merkte man Manchester City sofort fehlendes Tempo an. Viel zu selten schafften es die Gastgeber auf dem Flügel mal durchzubrechen und Flanken zu schlagen. Manchester kam fast nie in den Strafraum. Im Vergleich zu anderen Spielen probierte es die Mannschaft häufig aus der Distanz, jedoch ohne Erfolg. Mit Sanés Einwechslung wurde das Spiel besser. Agüero hatte in der 90. Minute nach elegantem Solo noch die Chance das 2:2 zu erzielen, doch der Argentinier zielte aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei. 


3. Sané wirbelt nach seiner Einwechslung

Mit der Hereinnahme von Leroy Sané wurde Manchester City zielstrebiger, unberechenbarer und entwickelte mehr Durchschlagskraft. Den 1:2-Anschluss bereitete der 22-Jährige musterhaft vor. Der deutsche Nationalspieler ließ zwei Gegner aussteigen und bewies dann Übersicht, als er in den Rückraum auf den Torschützen Bernardo Silva ablegte. Etwas später  zwang mit Agüero ein weiterer Joker Lyons Torhüter Lopes zu einer Parade nach erneuter Sané-Vorarbeit. 

4. Fernandinho war eine Schwachstelle im Mittelfeld

Der 33-jährige Brasilianer machte nicht sein bestes Champions-League-Spiel. Er schaffte es nicht, dem Team Stabilität zu geben. Zudem unterliefen ihm immer wieder böse Aussetzer. Vor dem 0:1 spielte er einen Pass in den leeren Raum. Nabil Fekir nahm den Ball mit, machte prompt Tempo auf der linke Seite und schlug eine perfekte Flanke auf Maxwel Cornet, welche dieser mit einem präzisen Schuss verwertete. 


Lyon profitierte außerdem vom Luftloch von Fabian Delph kurz bevor Cornet an den Ball kam. Manchester City beging Fehler, die man von ihnen in der Premier League nicht gewohnt ist. Auch beim zweiten Gegentreffer durch Nabil Fekir war Fernandinho hauptschuldig. Jedoch war auch der Pass von Aymeric Laporte zuvor äußerst ambitioniert gewesen, da sich in Fernandinhos Rücken Fekir schon in Position gelaufen hatte und dem Brasilianer nur wenig Zeit zur Ballannahme gab. Gegen Gegner wie Liverpool oder Real Madrid dürfen sich die "Citizens" solche Fehler nicht mehr leisten. 

5. Stadion-Atmosphäre ist nicht Champions League würdig

Im Ethihad Stadion kommt keine rechte Stimmung auf. Knapp über 40.000 Zuschauer wurden Zeuge der nächsten Champions-League-Pleite der "Citizens". An diesem Abend hätte die Mannschaft von Pep Guardiola die Unterstützung der Fans benötigt, doch von den Rängen kam wie so oft nichts. Im Gegensatz zu anderen europäischen Top-Klubs hat Manchester City bei Heimspielen einen Nachteil: Das Publikum schafft es nicht, dem Team Auftrieb zu geben - gerade wenn es auf Rückhalt angewiesen ist.