BREMEN, GERMANY - AUGUST 19: Max Eberl of Borussia Moenchengladbach and Head coach Dieter Hecking of Borussia Moenchengladbach looks on prior the DFB Cup first round match between BSC Hastedt and Borussia Moenchengladbach at Weserstadion Platz 11 on August 19, 2018 in Bremen, Germany. (Photo by TF-Images/Getty Images)

Eberl freut sich über die neue Geschlossenheit - Hecking will weiter punkten

Mit Bayer Leverkusen, dem FC Augsburg und Schalke 04 erwischte Borussia Mönchengladbach  zum Saisonstart drei unangenehme Gegner, doch die Aufgaben werden nicht leichter. Am kommenden Samstag (15:30) treten die 'Fohlen' bei Hertha BSC Berlin an. Die Hauptstädter liegen derzeit punkt- und torgleich mit den Gladbachern auf dem vierten Tabellenplatz, für eine Prognose, ob dies auch im weiteren Verlauf der Saison der Fall sein könnte, war es Trainer Dieter Hecking allerdings noch zu früh.


Viel mehr will er sich ohnehin mit den eigenen Spielern beschäftigen und den Fokus darauf legen, dem Spiel einen Stempel durch eigene Ideen aufzudrücken und nicht dadurch, dass man sich vornehmlich auf den Gegner einstellt. Auf der heutigen Pressekonferenz sprachen er und Sportdirektor Max Eberl über...

1. ... den guten Saisonstart

Mit sieben Punkten aus den ersten drei Spielen hat Borussia Mönchengladbach fast das Maximum herausgeholt. Doch auch spielerisch überzeugte die Mannschaft von Dieter Hecking, der dennoch zur Vorsicht mahnte: "Ich halte es für viel zu früh, ein Urteil abzugeben, wie Mannschaften über den Verlauf einer Saison strukturiert waren."


Dennoch freut es den 53-Jährigen, dass die Änderungen in der Vorbereitung gefruchtet haben und die Spieler nicht nur ansehnlichen, sondern auch erfolgreichen Fußball spielen. "Wir sind gut gestartet. Wir haben fünf Tore gemacht, sehr viele Chancen kreiert. Ich denke, wie wir das ganze momentan offensiv aufziehen, ist es schon okay."

2. ... den kommenden Gegner aus Berlin

Doch der kommende Gegner, Hertha BSC Berlin, ist ebenfalls mit sieben Zählern gestartet und entpuppte sich in der Vergangenheit häufiger als unangenehmer Gegner. Zwar war die Borussia in acht der letzten zehn Duelle erfolgreich, doch "für die Vergangenheit kann ich mir nichts kaufen", so Hecking.


"Samstag steht wieder ein neues Spiel auf dem Zettel. Wir müssen versuchen, unsere Spielidee wieder durchzubringen", lautet die Devise des Trainers. Doch Hertha werde "etwas dagegen haben und versuchen, uns vor Aufgaben zu stellen", weshalb man vor allem an die eigenen Stärken glauben müsse.


"Hertha BSC Berlin ist das, was sie machen. Sieben Punkte aus drei Spielen ist ein hervorragender Start, sie machen das richtig gut. Das spricht für eine sehr gute Stabilität innerhalb des Kaders. Sie haben eine sehr gute defensive Stabilität."  


Der Schlüssel zum Erfolg lautet daher: "Du musst von den Dingen, die du anpackst, total überzeugt sein, Vertrauen in die Qualität haben. Wenn wir das alles haben, sind wir immer eine Mannschaft, die dem Gegner sehr gefährlich werden kann. Idealerweise machst du was in Berlin und gewinnst. Wir werden sehen."

3. ... das Personal

Für Lars Stindl kommt ein Einsatz zu früh, Josip Drmic wird aufgrund von Rückenbeschwerden ebenfalls fehlen. Raffael, der bereits gegen Schalke 04 passen musste, ist fraglich, doch abseits davon wollte sich Hecking noch nicht auf eine Formation festlegen.


"Alles ist möglich", lautet die Ansage - auch in der Frage nach dem System: "Ich habe gesagt, dass das 4-4-2 ein System ist, auf das wir immer wieder zurückgreifen können. Wir 

wollen immer unausrechenbar bleiben. Gestern im Training haben wir Dreierkette gespielt. Das sind Dinge, die wir nach und nach verfestigen und wenn wir es brauchen, im Notfall einsetzen wollen. Das sind Dinge, die der Kader mir gibt. Ich sehe, dass die Mannschaft weiter Fortschritte macht."


Wer am Samstag beginnen wird, bleibt daher völlig offen.

4. ... Tobias Strobl

Während der Vorbereitung wurde das komplette Mittelfeld umgekrempelt, weshalb sich unter anderem Christoph Kramer und Denis Zakaria häufig auf der Bank wiederfinden. Stattdessen agiert neben Jonas Hofmann und Florian Neuhaus auch Tobias Strobl in der Startelf, der nach seinem Kreuzbandriss vor einem Jahr eindrucksvoll zurückkehrte.


Bereits im letzten Jahr sei man sich sicher gewesen, dass der defensive Mittelfeldspieler "sehr wichtig" sein würde, wenn er wieder zurückkehrt. "Dass er sich nach seiner Kreuzband-OP mehr Zeit genommen hat, war die richtige Entscheidung. Er ist sehr gut in die Vorbereitung reingekommen, hat gute Spiele gemacht mit Jonas Hofmann und Florian Neuhaus. Das war für mich in dem Moment für den Saisonstart das wichtigste Merkmal", lobte Hecking den 28-Jährigen. "Tobi organisiert gut, hat eine gute Struktur im Spiel, wird nie unruhig,  hat immer wieder eine Lösung. Das zeichnet ihn aus, das können andere im Kader aber genauso. Nur im Moment ist das Vertrauen in Tobi da."

5. ... die positive Stimmung bei den Fans

Nicht nur innerhalb der Mannschaft herrscht wieder eine positive Stimmung, auch die Fans verspüren, dass in diesem Jahr mehr möglich ist als noch in der Vorsaison. Damals waren Pfiffe keine Seltenheit, weshalb Sportdirektor Max Eberl ein ums andere Mal gegen die eigene Anhängerschaft wetterte.


Davon ist jedoch keine Rede mehr. "Ich glaube, dass die Vereine, die den größten Zusammenhalt haben werden, den größten Erfolg feiern werden. Das ist unabdingbar miteinander verbunden", sagte Eberl, der noch einmal an die "großartigen Erfolge" in den vergangenen Jahren erinnerte. 


Dass die Fans mit dem Beginn der neuen Saison die Probleme aus dem Vorjahr hinter sich gelassen haben, findet der 44-Jährige derweil "großartig". Schon im ersten Heimspiel gegen Bayer Leverkusen habe man "gemerkt, dass eine Stimmung da ist, dass wir es gemeinsam packen. Dass wir sie auch brauchen werden, wenn es hakt und wenn es problematischer wird, ist auch klar. Aber das hat diesen Klub auch ausgezeichnet."