Der ​FC Schalke 04 spielt nach dreienhalb Jahren wieder unter dem Flutlicht der Königsklasse gegen den FC Porto. In der Bundesliga läuft es für Königsblau bisher überhaupt nicht, doch wie immer gelten in der Champions League andere Voraussetzungen. 


Heimspiele unter Flutlicht haben ihre eigene Atmosphäre. Wenn in der Veltins Arena die Champions-League-Hymne heute kurz vor 21 Uhr erklingt, sollten die Schalker Sorgen zunächst einmal verflogen sein. Ein ganzes Jahr haben sie sich aufgerieben, immer neu motiviert für das Ziel, unter die letzten Vier zu kommen. Mit dem zweiten Platz in Domenico Tedescos erster Saison entfachten die Knappen wieder Aufbruchstimmung im Ruhrpott.


Auch wenn diese zuletzt nach drei Bundesliga-Pleiten verflogen scheint, sollte die Stimmung im Stadion eine besondere sein. Champions-League-Spiele waren für Schalke zuletzt selten. Im bisher letzten Spiel schied man gegen Real Madrid im März 2015 nach großartigem Kampf und trotz eines 4:3-Rückspielerfolgs im Santiago Bernabeu aus. 

In jener Saison landeten die Schalker mit reichlich Abstand auf die Champions-League-Ränge auf Platz sechs. Dennoch gelang dem Team diese Sternstunde in Madrid. Schalke-Fans dürften hoffen, dass so eine Überraschung heute wieder klappt.


Die drei Ligaspiele zeigten jedoch, wie hart sich das Team noch tut. Das Kombinationsspiel, das in der letzten Saison schon nicht zu den größten Stärken zählte, krankt. Häufig sind lange Bälle das Mittel. Bisher sprangen aber nur zwei Treffer heraus, auch die Effektivität vor dem Tor bleibt weit hinter der aus der Vorsaison zurück. Die ​Abgänge von Leon Goretzka, Thilo Kehrer und Max Meyer fallen bisher schwerer ins Gewicht als angenommen. 


Trotz der Niederlage gegen Mönchengladbach lobt Trainer Tedesco aber das Team und will Fortschritte erkannt haben. Zudem hat es Porto im letzten Spiel auch nur zu einem 1:1 gegen GD Chaves gebracht. Der letztjährige Meister in Portugal ist in der Champions League ein Dauergast. In der vergangenen Saison flogen sie im Achtelfinale gegen den FC Liverpool raus.


Welches taktische Gesicht Porto gegen Schalke zeigen wird, ist eine der spannendsten Fragen. In der heimischen Liga übernimmt das Team von Trainer Sérgio Conceição meist die Spielkontrolle, während es auf europäischem Parkett gern auf Konter setzt und dem Gegner das Spielfeld überlässt. Schalke, derzeit ohne spielerische Lösungen, wird vermutlich aber auch nicht sein Heil in der Offensive suchen.