​Borussia Mönchengladbach ist mit zwei Siegen und einem Unentschieden aus den ersten drei Spielen gut in die neue Bundesligasaison gestartet und belegt aktuell den fünften Tabellenplatz. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking musste zu Saisonbeginn nach wie vor ohne Mannschaftskapitän Lars Stindl auskommen, der nach seinem Syndesmosebandriss noch fehlt. Zwar ist der Offensiv-Allrounder wieder im Training, ob er allerdings noch ins System der ​Fohlen passt, erscheint zumindest fraglich.  


Natürlich ist Lars Stindl mit seiner Präsenz und seiner Rolle als Mannschaftskapitän auf wie neben dem Platz noch immer eine Führungspersönlichkeit. Dazu war er in der Vergangenheit auch die meiste Zeit ein unumstrittener Leistungsträger im Team der Borussia. Mit der Systemumstellung von Coach Hecking auf ein 4-3-3 könnte es der ehemalige Hannoveraner nun aber womöglich schwer haben - es droht ihm ein ähnliches Schicksal wie Teamkollege Christoph Kramer, der zumindest aktuell kein Stammspieler mehr ist.


Borussia Moenchengladbach v VfL Wolfsburg - Bundesliga

Könnte um seinen Stammplatz bangen: Gladbach-Kapitän Lars Stindl 


Mit der neuen Formation hat Dieter Hecking die Elf vom Niederrhein endgültig vom lange praktizierten 4-4-2-System emanzipiert, dass sich in Mönchengladbach seit der Ankunft des heutigen BVB-Trainers Lucien Favre etabliert hatte. Mit der Umstellung auf drei nominelle Angreifer und drei mehr oder weniger zentrale Mittelfeldspieler ergaben sich für den Bundesligisten völlig neue Möglichkeiten. 


Während im Sturmzentrum aktuell Rekordneuzugang Alassane Plea und Raffael um den Stammplatz kämpfen, ist Thorgan Hazard auf einem der beiden Flügel gesetzt. Auf dem anderen Flügel streiten sich mit Fabian Johnson, ​Patrick Herrmann und Ibrahima Traore gleich drei schnelle Leute um einen Startelfplatz. Dass Stindl in Zukunft auf dem Flügel auflaufen wird, scheint sehr unwahrscheinlich.


Als Spielertyp ist Stindl im neuen Gladbacher System zumindest in vorderster Front wohl nicht mehr unumstritten. Der Kapitän ist nicht der schnellste, was ihn zu keinem besonders guten Umschalt- bzw. Konterspieler macht. Seine Stärken liegen - für einen Offensivmann nicht unbedingt gewöhnlich - in seiner Spielintelligenz, seinen Balleroberungsfähigkeiten sowie seinem Passspiel und dem Blick für den Nebenmann. All diese Qualitäten stammen noch aus der Zeit bei Hannover 96, wo der gebürtige Speyer oft noch im defensiven wie offensiven Mittelfeld agierte. 


Borussia Moenchengladbach v FC Schalke 04 - Bundesliga

Ist mit den Fohlen in neuem System gut in die Saison gestartet: Coach Dieter Hecking



Eine Rückkehr in die alte Rolle scheint nun auch unter Hecking bei der Borussia möglich. Im zentralen Mittelfeld sind drei Positionen zu besetzen. Von den zuletzt eingesetzten Zakaria, Strobl und Hofmann scheint aktuell nur Hofmann absolut gesetzt. Auf einer der Achterpositionen könnte Stindl in der Rückwärtsbewegung für Ballgewinne sorgen und das eigene Offensivspiel dann  mit Pässen einleiten. 


Da das aktuelle System derzeit jedoch gut funktioniert, wird es aber schwierig werden, für Stindl wieder hineinzufinden. Als Kapitän dürfte er dennoch schon bald wieder seine Einsatzzeiten bekommen. Dann liegt es an ihm, ob er sich weiterhin als Stammspieler empfehlen kann oder nicht.