Mittlerweile ist Rafinha 33 Jahre alt, doch der brasilianische Außenverteidiger wird beim FC Bayern München noch immer geschätzt. Seit etlichen Jahren spielt er in Europa, gewann viele Titel und gab nun in einer zehn Minuten langen Dokumentation, die bei Bild veröffentlicht wurde, einen kleinen Einblick in sein Leben.


Er könne es kaum glauben, dass er seit mittlerweile 13 Jahren in Deutschland Fußball spielt. Im Sommer 2005 wechselte der damals 20 Jahre junge Rafinha für fünf Millionen Euro vom Coritiba FC zum FC Schalke 04, wo er insgesamt 198 Pflichtspiele absolvierte und sich über die Jahre zu einer Bank entwickelte. Nach einem einjährigen Zwischenstopp beim FC Genua führte der Weg zum FC Bayern München, wo er seither als Edeljoker aktiv ist und dann aushilft, wenn ihn der Trainer benötigt.


Dabei war nicht alles so einfach, wie es auf dem ersten Blick wirkt. "Meine Familie war sehr arm. Als ich ein Kind war, hatten wir nichts zu essen. Wenn du nichts zu essen hast, ist das Leben ganz anders", berichtet der 33-Jährige, der in der Metropole Londrina geboren wurde. Er habe Fußball-Profi werden wollen, um seine Familie zu unterstützen, weshalb er im Jahr 2002 zu Coritiba wechselte. Dort habe er im Monat 100 Brasilianische Real - umgerechnet 20 Euro - verdient, wovon er lediglich 20 behalten habe. Doch spätestens mit seinem Wechsel nach Schalke ging sein Traum von einer großen Karriere in Erfüllung. 

Bayern Muenchen v Borussia Dortmund - DFB Cup

  16 Titel gewann Rafinha mit dem FC Bayern München - meist verbrachte er die Zeit jedoch auf der Bank


Allerdings stand er vor einigen Monaten vor einem Wechsel zurück in seine Heimat, da Rafinha auf mehr Spielzeit pochte. Doch die Bosse überzeugten ihn von einem Verbleib, weshalb sein Vertrag ​um ein Jahr bis Sommer 2019 verlängert wurde. "Bei Bayern München haben wir 22 Top-Spieler. Manchmal denkst du, das wird heute mein Spiel. Der Trainer muss auf mich setzen - aber dann kommt es anders", sagt er über die Schwierigkeiten, mit denen man als Profi in München leben muss.


Der Erfolg ist Kopfsache


Allerdings gilt für ihn der Grundsatz: "Wenn du nicht spielst, unterstützt du trotzdem dein Team. Von der Bank, von der Tribüne." Zwar sei es schwierig, den Kopf nicht hängen zu lassen und auch dann 100 Prozent zu geben, wenn man nicht einmal für den Kader nominiert wurde, doch dies sei bereits "jedem passiert. Das ist normal in einem großen Verein mit ausschließlich guten Spielern. Irgendwann musst du draußen bleiben."


Doch gerade dieses positive Mindset benötige man, wenn man am Ende einer Saison große Erfolge feiern wolle: "Das ist nicht einfach, aber wenn du mental positiv eingestellt bist, egal ob du spielst oder nicht: Wenn alle so denken, dann gewinnst du große Titel." Auch daher rührte der Triple-Erfolg der Münchner im Jahr 2013, über welchen Rafinha bis heute staunt.

Borussia Dortmund v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Final

    Bis heute hat Rafinha (Mitte) den Triumph in der Königsklasse nicht vergessen


Regelmäßig wirft er noch einmal einen Blick auf die Champions League-Trophäe, ehe es ihn wieder in den Trainingsbereich zieht. Seit mittlerweile drei Jahren legt er privat Extraschichten ein, die sich offenbar auszahlen: "Dieses Training ist für mich das Beste, weil ich gesehen habe, dass ich noch viel mehr leisten kann. Auch die Leute von Bayern München sagen: 'Rafinha, du bist heute ein ganz anderer. Deine Daten, Statistiken sind alle jetzt besser.'"


Daher will er auch weiterhin auf höchstem Niveau spielen, regelmäßig bei den Bayern zum Einsatz kommen und vor allem so viele Titel feiern, wie nur möglich. Doch auch, wenn er nicht spielt: Rafinha ist und bleibt positiv eingestellt.