​Die englische Premier League hat auf die hohen Zahlungen an die Spielerberater in der jüngeren Vergangenheit reagiert und fordert Medienberichten zufolge deshalb nun ein Honorar-Verbot für die Agenten. Als Beispiel sind in diesem Zusammenhang vor allem Mino Raiola und Jorge Mendes zu nennen, die allein durch die Transfers ihrer Klienten Paul Pogba und Cristiano Ronaldo Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe verbuchen konnten. 


Wie die englische Times berichtet, will die ​Premier League den Einfluss der Spielerberater möglichst bald eindämmen und fordert deshalb nun ein Honorar-Verbot für die Agenten. Dem Bericht zufolge haben sich die Bosse Englands höchster Spielklasse am Donnerstag in London getroffen, um über eine neue Regelung zu verhandeln. Der größte und wichtigste Punkt in den Verhandlungen sei demnach die doppelte Bezahlung von Verein und Spieler, die ein Berater bei der Abwicklung eines Spielerwechsels kassiert. 


Im letzten Jahr berichtet die Zeitung von Berater-Honoraren in Höhe von 211 Millionen Pfund, umgerechnet 237 Millionen Euro. Zum Vergleich: Das ist weit über die Hälfte der ​391 Millionen Euro an Ausgaben (laut FIFA-Transferreport), die alle Vereine aus der Bundesliga in diesem Sommer-Transferfenster insgesamt für Neuzugänge investierten.

FIFA World Cup 2018 Russia'Germany v Mexico'

Gilt neben CR7-Agent Jorge Mendes als einflussreichster Spielerberater im Weltfußball: Mino Raiola (r.)


Als ausschlaggebendes Beispiel gilt der Transfer von Paul Pogba von Juventus Turin zurück zu Manchester United im Sommer 2016. Damals kassierte der Berater des Franzosen, Mino Raiola (vertritt unter anderem auch Zlatan Ibrahimovic und Romelu Lukaku), sowohl von den Italienern, als auch von den "Red Devils" und Pogba selbst mehrere Millionen Euro - insgesamt soll er so allein mit einem Transfer 46 Millionen verdient haben. 


Wenngleich eine Änderung kurzfristig wohl (noch) nicht in Sicht ist, sei man bereits in ernsten Verhandlungen. "Die FA spricht darüber mit der FIFA und der Premier League. Das wird die Richtung festlegen, in die unsere Reise geht", erklärte ein Verbandssprecher dem Blatt.