Die Saison ist erst wenige Wochen alt, doch schon jetzt ist die Stimmung bei Branchenprimus ​Bayern München heiter. Grund hierfür ist die erste Bilanz des neuen Trainers Niko Kovac, der neben den Resultaten auf dem Platz auch mit seiner Art innerhalb des Vereins zu überzeugen weiß. Im klubeigenen Sender FC Bayern TVsprach Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge daher ein großes Lob für den 46-Jährigen aus, mit dem man noch große Ziele erreichen wolle.


Vier Pflichtspiele, vier Siege - die ersten Auftritte von Niko Kovac als Trainer des FC Bayern hätten kaum besser laufen können. Allen voran das letzte Spiel vor der Länderpause, ​als man den VfB Stuttgart im Südschlager mit 3:0 abfertigte, hinterließ den klaren Eindruck, dass sich der Rekordmeister schon früh in sehr guter Verfassung befindet und die Meisterschale daher aller Voraussicht nach zum siebten Mal in Folge nach München wandern wird.


Doch auch im generellen Umgang mit der Mannschaft leistet der anfangs noch mit Zweifeln behaftete Trainer derzeit einen guten Job. Kovac bleibt in seinen Personalentscheidungen konsequent, wirkt vor Spielern und TV-Kameras selbstbewusst und weiß, wie er seine Schützlinge im Training anpacken kann. 

VfB Stuttgart v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

  Macht in den ersten Wochen bei seinem neuen Klub alles richtig: Niko Kovac


Zudem zahlt sich das straffe Trainingsprogramm aus: Im Gegensatz zur Zeit unter Carlo Ancelotti oder Pep Guardiola beeindruckt die Mannschaft mit ihrer Fitness, die sie allerdings bis Mai halten muss. Die erste Feuerprobe mit ​sieben Spielen in 21 Tagen steht zwar noch vor der Tür, doch schon jetzt ist man innerhalb des Vereins voll des Lobes: "Er hat sehr stark physisch trainiert. Die Mannschaft scheint topfit zu sein. Auch taktisch hat er etwas geändert. Das hat man in Stuttgart gesehen, es war das bislang beste Spiel der Saison", sagte Karl-Heinz Rummenigge im Format '1:1 Talk' des klubeigenen Senders FC Bayern TV.


Im Gegensatz zu seinen direkten Vorgängern sei Kovac ein Trainer "aus einer anderen Generation", was sich auf sein generelles Auftreten auswirke. "Wie er den Job interpretiert, ist sehr gut", so Rummenigge, der sich vor allem von Kovacs Ansprache vor der Mannschaft und dessen verkörperte Sympathie angetan zeigt. Dass er auch zu den Spielern einen guten Draht habe, sei der "Beweis, dass wir mit Niko den richtigen Trainer hierhergeholt haben."


Neuer Angriff in der Königsklasse


Doch ein sympathischer Auftritt allein reicht nicht aus, um langfristig eine Chance in München zu haben. Viel mehr braucht es Pokale - und davon so viele, wie nur möglich. "Wir wollen den Titel zum siebten Mal nach München holen", machte der Vorstands-Boss die Ambitionen in der Bundesliga deutlich. Auch Rummenigge glaubt, dass es in diesem Jahr noch schwerer werden würde als in den vergangenen beiden Jahren, bleibt jedoch optimistisch. Die Voraussetzungen seien gut, weshalb man auch wieder in der Champions League angreifen wolle.

"Vergangenes Jahr haben wir mit viel Pech das Finale verpasst. Das wäre möglich gewesen. Lamentieren bringt nichts. Wir haben eine gute Mannschaft und hohe Ziele." ​In eine ähnliche Kerbe schlug auch Nationalspieler Thomas Müller, der nach der abgelaufenen Saison "Wut im Bauch" verspüre und den neuen Trainer ebenfalls als Pluspunkt sieht.


Anders sieht es jedoch in Sachen Kaderplanung aus. Auch unter Kovac seien kostspielige Transfers kein Punkt, der ganz oben auf der Tagesordnung steht. Laut Rummenigge müsse man "eine andere Philosophie fahren, als es der ein oder andere Kollege bei anderen Topklubs bewerkstelligt. Nur kaufen, um die Öffentlichkeit glücklich zu machen, das bringt nichts." Dennoch sei das Festgeldkonto nach den Verkäufen in diesem Sommer prall gefüllt: "Wir haben die finanziellen Mittel, um einen großen Transfer zu machen. Wenn wir die Notwendigkeit sehen, ist das möglich. Das lässt uns alle mit Ruhe und Optimismus in die Zukunft schauen."