​Nur wenigen Fußballkommentatoren ist es vergönnt, bei einer Weltmeisterschaft eingesetzt zu werden. Und nur die Speerspitze der kommentierenden Zunft erhält das Privileg bei einem Finale mit deutscher Beteiligung am Mikrofon sitzen zu dürfen. Tom Bartels ist einer davon und hatte bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien die richtigen Worte parat. Anlässlich des 53. Geburtstags des Kommentators blicken wir auf einen denkwürdigen Abend in Rio de Janeiro zurück.


Wir schreiben den 13. Juli 2014. Im Finale der Weltmeisterschaft trifft ​Deutschland auf Brasilien. Im Halbfinale hatte das Team von Bundestrainer ​​Joachim Löw zuvor den Gastgeber mit einem historischen 7:1-Erfolg in eine Schockstarre versetzt. Fünf Tage später sollte nun, nach mehreren verpatzen Chancen in den vorangegangenen großen Turnieren, endlich der große Wurf gelingen.

Doch 'die Mannschaft' tat sich schwer und konnte gegen die 'Gauchos' nicht den gleichen Angriffswirbel wie gegen die Brasilianer entfachen. So entwickelte sich eine Partie, in der die deutsche Mannschaft, allen voran der angeschlagene Bastian Schweinsteiger, vor allem durch ihren unbändigen Willen überzeugte. Bartels selbst agierte dabei stets auf Ballhöhe und war emotional involviert, ohne dabei die nötige Sachlichkeit zu verlieren.


Dennoch begann auch der erfahrene Reporter in der Verlängerung zu hadern und zitterte genauso mit wie die Millionen Zuschauer vor dem heimischen TV. Der Siegtreffer der Deutschen wurde so auch für den gebürtigen Niedersachsen zu einer echten Erlösung. 


In der 113. Spielminute hatte Bartels gerade noch die unklare Linie des Schiedsrichters kritisiert, als sich eine Chance für die Deutschen ergab. Eine Flanke von Andre Schürrle landete bei ​Mario Götze. Bartels brüllte "Mach' ihn!","Mach' ihn!" in den Äther und nachdem der Mittelfeldspieler den Ball tatsächlich in das gegnerische Gehäuse bugsierte, beendet der Kommentator seine legendäre Passage mit den Worten "er macht ihn".

Sieben Minuten später pfiff der italienische Schiedsrichter Nicola Rizzoli das Spiel ab und Deutschland konnte sich über den vierten Weltmeistertitel freuen. Bartels sprach daher von einer "Rückkehr in den Fußballhimmel". Vier Jahre später wurde das Team von Joachim Löw zwar bei der Endrunde in Russland aus diesem Paradies vorerst vertrieben. Die Worte von Tom Bartels werden aber auf ewig mit dem magischen Abend in Rio verbunden bleiben.